• 11.10.2026, 13:44:02
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Gerstorfer zu Kopf: „Erst Arbeitsplätze für Ältere schaffen – dann über das Pensionsalter reden“

PVÖ: 7.500 zusätzliche arbeitslose Frauen sind keine Randnotiz – konkrete Bonus-Malus-Modelle sollen mit dem WIFO ausgearbeitet werden

Wien (OTS) - 

„Bevor wir über ein höheres gesetzliches Pensionsalter reden, müssen wir dafür sorgen, dass Menschen überhaupt bis zum bestehenden Pensionsalter einen Arbeitsplatz haben“, sagt PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer in einer Reaktion auf die Aussagen von AMS-Chef Johannes Kopf in der heutigen „ORF-Pressestunde“. Gerade Kopfs eigene Zahlen zeigen das Problem: Durch die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters kamen laut AMS rund 58.000 Frauen über 60 zusätzlich in Beschäftigung – gleichzeitig stieg die Zahl der arbeitslosen Frauen in dieser Altersgruppe um 7.500. ****

„7.500 klingt in einer Statistik vielleicht nicht nach viel. Aber hinter jeder einzelnen Zahl steht eine Frau, die ihren Arbeitsplatz verloren hat, Einkommen verliert und im schlimmsten Fall bis zur Pension arbeitslos bleibt oder lebenslange Abschläge hinnehmen muss. Für jede einzelne Betroffene ist das keine statistische Randgröße, sondern es geht um ihre Existenz.“

Bonus-Malus: Konkrete Modelle sollen ausgearbeitet werden

PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer, Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec und Christine Mayrhuber, Vorsitzende der Alterssicherungskommission, wollen deshalb vom Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) konkrete Bonus-Malus-Modelle für Unternehmen wissenschaftlich ausarbeiten lassen und der Politik vorlegen, wie es bereits in einer gemeinsamen Pressekonferenz angekündigt wurde.

Die Grundidee: Betriebe, die viele ältere Arbeitnehmer*innen beschäftigen, im Unternehmen halten oder neu einstellen, sollen profitieren. Unternehmen, die deutlich weniger Ältere beschäftigen, sollen stärker in die Verantwortung genommen werden. Das Modell soll aufkommensneutral gestaltet werden. „Wer verlangt, dass Menschen länger arbeiten, muss zuerst dafür sorgen, dass Unternehmen sie auch länger arbeiten lassen. Wir wollen der Politik dafür konkrete, durchgerechnete Modelle auf den Tisch legen.“

Vertrauen in die Pension ist auch Arbeitsmarktpolitik

Gerstorfer warnt außerdem davor, mit permanenten Debatten über ein höheres Pensionsalter das Vertrauen in das gesetzliche Pensionssystem zu beschädigen. „Menschen müssen darauf vertrauen können, dass sich jahrzehntelange Arbeit und Beitragszahlung auszahlen. Dieses Vertrauen ist auch für den Arbeitsmarkt entscheidend: Warum sollen Menschen Vollzeit arbeiten und volle Beiträge zahlen, wenn ihnen gleichzeitig ständig vermittelt wird, ihre Pension sei unsicher?“

Gerstorfer abschließend: „Die Reihenfolge muss stimmen: Erst Arbeitsplätze für Ältere, dann über längeres Arbeiten reden. Mathematik beginnt am Arbeitsmarkt – aber hinter jeder Zahl steht ein Mensch.“ (Schluss)

Rückfragen & Kontakt

Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: [email protected]

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