- 10.10.2026, 10:17:32
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Grüne/Schallmeiner: „Gesund aus der Krise“ darf kein Ablaufdatum haben
Zum Welttag der psychischen Gesundheit fordert der Grünen-Gesundheitssprecher von Regierung umgehend eine verbindliche Zusage für die Zeit nach Juni 2027
Das diesjährige Motto des Welttags der psychischen Gesundheit lautet „Lived Experiences Heard: Real Voices, Real Change“. Zuhören in der Politik ist wichtig, aber es muss auch etwas daraus folgen.
„Seit 2022 haben über 57.000 Kinder und Jugendliche bei ‚Gesund aus der Krise‘ schnell und kostenlos Hilfe bekommen, und die Evaluierung der Universität Innsbruck belegt, dass das Programm wirkt. Trotzdem hat diese Regierung im Vorjahr eine monatelange Versorgungslücke zugelassen. Schon ab Jänner 2025 gab es in einzelnen Bundesländern Aufnahmestopps samt langer Wartelisten. Ab 17. Juni waren dann österreichweit gar keine Behandlungsplätze mehr verfügbar, fast vier Monate lang, bis die Verlängerung endlich im Oktober kam. Während Staatssekretärin Königsberger-Ludwig im September auf Ö1 erklärte, es gehe selbstverständlich weiter, stand auf der Website des Projekts Tag für Tag: keine Kapazitäten. Junge Menschen in akuten Krisen standen vor verschlossenen Türen. Ein zweites Mal darf das nicht passieren. Im Juni 2027 läuft das Projekt erneut aus, und diesmal darf die Regierung nicht wieder bis zur letzten Minute warten“, sagt Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen. Das Programm wurde 2022 unter Grüner Regierungsbeteiligung gestartet und ist längst eine unverzichtbare Säule der psychosozialen Versorgung junger Menschen.
Schallmeiner fordert, wie bereits 2025, das Programm aus dem Projektstatus in eine dauerhafte, gesetzlich verankerte und gemeinsam von Bund und Sozialversicherung getragene Regelfinanzierung zu überführen. „Die klinisch-psychologische Behandlung als Kassenleistung und der Ausbau der Psychotherapie sind richtige Schritte. Sie ersetzen aber nicht, was ‚Gesund aus der Krise‘ so wertvoll macht: Hilfe innerhalb weniger Tage, ohne Diagnose, ab 14 auch ohne Zustimmung der Eltern und in 27 Sprachen. Genau so erreichen wir jene Jugendlichen, die sonst durch alle Raster fallen“, betont Schallmeiner. Die mehr als 1.800 Behandler:innen im Programm brauchen Planungssicherheit statt jährlichem Zittern, und die Familien müssen sich darauf verlassen können, dass das Angebot 2027 nicht wieder wegbricht. „Ministerin Schumann und Staatssekretärin Königsberger-Ludwig haben noch heuer vorzulegen, wie ‚Gesund aus der Krise‘ über Juni 2027 hinaus mit ausreichend Kapazitäten weitergeht, mit gesicherter Finanzierung und ohne einen einzigen Tag Unterbrechung. Beteuerungen hatten wir im Vorjahr genug. Was zählt, ist eine verbindliche Zusage, schwarz auf weiß“, stellt Schallmeiner klar.
Mit dieser Forderung stehen die Grünen nicht allein da. Der Psychotherapieverband ÖBVP fordert einen zeitnahen und leistbaren Zugang zur Behandlung. Die Bundesjugendvertretung verlangt bis Jahresende Klarheit über die dauerhafte Absicherung, und die psychiatrische Fachgesellschaft warnt davor, bei befristeten Pilotprojekten stehen zu bleiben. „Die Expert:innen sind sich einig, die Evaluierung liegt vor, und der Bedarf ist ungebrochen hoch. Psychische Erkrankungen, die im Jugendalter nicht rechtzeitig behandelt werden, werden oft chronisch. Wer hier spart oder zögert, zahlt später ein Vielfaches, menschlich wie finanziell. Eine Lücke wie 2025 wäre diesmal kein Versehen mehr, sondern ein Versagen mit Ansage. Wir Grüne werden genau hinschauen und so lange Druck machen, bis die Zukunft von ‚Gesund aus der Krise‘ langfristig abgesichert ist“, so Schallmeiner abschließend.
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