• 09.10.2026, 11:51:02
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JW-Eugster: Pensionsloch frisst Zukunft - jeder vierte Budgeteuro für die Vergangenheit

Junge Wirtschaft fordert ehrliche, generationengerechte Pensionsreform - Koppelung des Pensionsalters an die Lebenserwartung

Wien (OTS) - 

Anlässlich der Podiumsdiskussion der Oesterreichischen Nationalbank zur deutschen Rentendebatte und ihren Folgen für Österreich fordert die Junge Wirtschaft (JW) mehr Mut und mehr Ehrlichkeit in der heimischen Pensionspolitik. „Deutschland hat eine Rentenkommission eingesetzt, ein umfassendes Reformpaket auf dem Tisch. Österreich steht vor denselben Herausforderungen. An Analysen und Debatten mangelt es auch bei uns nicht, wohl aber an Entscheidungen. Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem. Wer heute nicht handelt, schickt der jungen Generation morgen die Rechnung“, sagt Verena Eugster, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft (JW) in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Jeder vierte Budgeteuro fließt ins Pensionsloch

Die Fakten sind eindeutig: Rund ein Viertel des Bundesbudgets fließt bereits heute in die Pensionen – Tendenz stark steigend. Allein die Zuschüsse aus dem Budget liegen bei über 34 Milliarden Euro pro Jahr. „Die Pensionen von heute sind nur deshalb sicher, weil der Staat jedes Jahr über 34 Milliarden Euro zuschießt - Geld, das bei Bildung, Innovation und Entlastung fehlt. Für meine Generation gibt es diese Sicherheit nicht“, so Eugster. Höhere Beiträge sind für die Junge Wirtschaft keine Option: Die Abgabenbelastung auf Arbeit zählt schon jetzt zu den höchsten in Europa.

Nachhaltigkeitsmechanismus auf Basis steigender Lebenserwartung

Die JW fordert daher einen echten, automatischen Nachhaltigkeitsmechanismus, der das gesetzliche Pensionsantrittsalter an die steigende Lebenserwartung koppelt – ein Modell, das in zahlreichen OECD-Staaten bereits Realität ist. Zudem muss das tatsächliche Antrittsalter endlich näher an das gesetzliche heranrücken. Jedes Jahr, das später in Pension gegangen wird, entlastet das Budget um mehrere Milliarden Euro. Die Aktivpension ab 2027 ist ein richtiger und wichtiger Schritt, um längeres Arbeiten attraktiv zu machen, aber eben nur ein erster. „Wir leben immer länger, das ist eine gute Nachricht. Das Pensionssystem muss aber mit dieser Entwicklung Schritt halten. Jedes Jahr, das später in Pension gegangen wird, entlastet das Budget um mehrere Milliarden Euro. Ein Automatismus nimmt das Thema aus dem politischen Tagesgeschäft und schafft Planbarkeit für alle Generationen“, betont JW-Bundesgeschäftsführer Lukas Sprenger.

Demografie lässt sich nicht wegdiskutieren

Den Handlungsdruck sieht Sprenger vor allem in der Bevölkerungsentwicklung: „Die demografische Entwicklung lässt sich weder verschweigen noch wegdiskutieren. Immer weniger Erwerbstätige finanzieren immer mehr Pensionen, und das immer länger. Diese Rechnung geht ohne Reformen nicht auf.“ Eugster ergänzt: „Junge Unternehmerinnen und Unternehmer übernehmen Verantwortung, gehen Risiken ein und sorgen für Wachstum. Sie dürfen nicht die Zeche für politischen Stillstand zahlen.“

Für die Junge Wirtschaft ist eine nachhaltige Pensionsreform deshalb nicht nur eine Frage der Fairness zwischen den Generationen, sondern eine zentrale Standortfrage: „Jeder Euro, den wir heute zusätzlich ins Pensionssystem pumpen müssen, fehlt morgen für Zukunftsinvestitionen. Generationengerechtigkeit ist kein Schlagwort, sondern Standortpolitik. Österreich hat an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Wer wieder nach vorne will, kann es sich nicht leisten, jedes Jahr mehr Geld in die Vergangenheit, statt in die Zukunft zu stecken“, so Eugster abschließend. (PWK530/SR)

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