- 09.10.2026, 11:09:03
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Grüne/Schallmeiner: Gratis-Impfprogramm ist eine Erfolgsgeschichte, jetzt braucht es verlässliche Daten und ausreichend Impfstoff
Rechnungshof zeigt: Nachfrage übersteigt Budget, ein Drittel der Impfungen fehlt im e-Impfpass
„Wenn der Gratis-Impfstoff gegen Gürtelrose binnen weniger Tage vergriffen ist, dann ist das kein Problem des Programms, sondern der beste Beweis für seinen Erfolg. Die Menschen in Österreich wollen sich schützen, und das Öffentliche Impfprogramm macht es ihnen leichter“, reagiert Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen, auf den heute veröffentlichten Bericht des Rechnungshofs zum Öffentlichen Impfprogramm (ÖIP). Seit der Saison 2023/24 ist die Grippeimpfung kostenlos, seit Oktober 2025 auch die Impfungen gegen Gürtelrose und Pneumokokken für Menschen ab 60 und Risikopersonen. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, wie oft Impfstoffe vorübergehend ausgehen und Impfwillige sich für längere Zeit gedulden müssen. „Wer Prävention ernst nimmt, darf beim Impfstoff nicht knausern. Jede verhinderte Erkrankung entlastet Spitäler, Ordinationen und vor allem die Betroffenen selbst“, betont Schallmeiner.
Scharfe Kritik übt der Gesundheitssprecher der Grünen an der Datenlage. In den Saisonen 2023/24 und 2024/25 war rund ein Drittel der verimpfbaren Dosen nicht im e-Impfpass eingetragen. Wie viele Impfungen tatsächlich verabreicht wurden, weiß bis heute niemand. „Wer impft, trägt ein. Das sei an dieser Stelle der Ärztekammer einmal mehr in Erinnerung gerufen. Es ist absurd, dass wir ein öffentlich finanziertes Programm nicht bewerten können, weil sich ein Teil der Ärzteschaft jahrelang um die Dokumentation gedrückt hat. Gut, dass die Ausnahmen mit der Novelle im Sommer gefallen sind, jetzt muss aber die Eintragungspflicht auch kontrolliert werden“, so Schallmeiner. Auch die medial ausgetragenen Konflikte zwischen Ärztekammern und Gesundheitsministerium haben laut Rechnungshof dem Ruf des Programms geschadet. „Standespolitische Spielchen auf dem Rücken eines Impfprogramms, von dem vor allem ältere und chronisch kranke Menschen profitieren, haben keinen Platz.“
Schallmeiner fordert die Bundesregierung und die Partner im Finanzausgleich auf, das ÖIP auf eine solide Basis zu stellen: „Das unter grüner Verantwortung eingeführte und hart errungene Impfprogramm für alle ist ein Erfolg. Jetzt sollte es ausgebaut und breiter aufgestellt werden. Dafür braucht es eine Budgetplanung, die der Nachfrage gerecht wird, verlässliche Daten aus dem e-Impfpass und eine transparente Kommunikation über Mengen und Liefertermine. Eine Priorisierung der Risikogruppen bei Lieferengpässen ist vernünftig. Sie darf aber keine Ausrede sein, das Programm kleinzusparen.“
Die Grünen wollen außerdem weitere Impfungen dauerhaft im ÖIP absichern. „Die Bundesregierung hat die kostenlose HPV-Nachholimpfung für die 21- bis 30-Jährigen auslaufen lassen, obwohl wir dort noch immer riesige Impflücken haben. Das gehört korrigiert: Die HPV-Impfung muss für diese Altersgruppe so lange im Programm bleiben, bis eine Durchimpfungsrate von mindestens 90 Prozent erreicht ist. Dazu braucht es kostenlose Titerbestimmungen und, wo der Impfschutz fehlt, kostenlose Auffrischungsimpfungen über das ÖIP. Ein Impfprogramm, das dafür sorgt, dass deutlich weniger Menschen krank werden, ist eine der wirksamsten Maßnahmen, um unser Gesundheitssystem zu entlasten“, so Schallmeiner abschließend.
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