• 09.10.2026, 10:45:04
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Bundesjugendvertretung zum Mental Health Day: Junge Menschen brauchen flächendeckende Versorgung statt Übergangslösungen

Projekt „Gesund aus der Krise“ läuft 2027 aus. BJV fordert ausreichend kassenfinanzierte Therapieplätze in ganz Österreich, auch um Belastungen durch Social Media aufzufangen.

Wien (OTS) - 

Die Bundesjugendvertretung (BJV) macht anlässlich des morgigen Mental Health Days darauf aufmerksam, dass die bundesweite Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen nach wie vor nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken.

Gleichzeitig läuft das Projekt „Gesund aus der Krise“ im Juni 2027 aus. Dieses wurde während der Pandemie gestartet, um jungen Menschen zu helfen, die keinen Therapieplatz bekommen.

„Das Projekt ‚Gesund aus der Krise‘ ist eine wichtige Anlaufstelle. Es ist jetzt aber an der Zeit, dass die psychische Gesundheit junger Menschen nicht mehr von Projekt zu Projekt gereicht wird. Eine Akuthilfe kann die Regelversorgung nicht ersetzen. Die Politik trägt die Verantwortung, jetzt sicherzustellen, dass es in Zukunft bundesweite, kassenfinanzierte und niederschwellige psychosoziale Anlaufstellen und Therapieplätze gibt“, betont BJV-Vorsitzende Lejla Visnjic.

Auch der Rechnungshof habe in seinem Bericht rund um die Versorgungslage in der Kinder- und Jugendpsychiatrie empfohlen, mehr Kassenleistungen für Therapie und psychologische Behandlungen von Kindern und Jugendlichen umzusetzen.

Social-Media-Verbot: Schutz braucht Begleitung

Auch mit Blick auf das geplante Social-Media-Verbot warnt die BJV davor, junge Menschen mit ihren psychischen Belastungen allein zu lassen. Schlafprobleme, Depressionen oder suchtähnliches Verhalten: Expert*innen warnen vor den Auswirkungen, vor allem des passiven Social-Media-Konsums. Ein Verbot allein kann aber nicht die Lösung sein.

„Das Social-Media-Verbot kann eine wichtige Maßnahme sein, um Kinder und Jugendliche vor den Gefahren auf den Plattformen zu schützen. Das funktioniert aber nur, wenn die gewonnene Zeit genutzt wird, um die Medienkompetenz junger Menschen zu stärken, und wenn Jugendliche unkompliziert Hilfe bekommen, sobald sie merken, dass Social Media ihre mentale Gesundheit beeinträchtigt“, sagt BJV-Vorsitzender Ahmed Naief.

Abschließend appellieren die Vorsitzenden an die Regierung, rechtzeitig zu handeln. Denn psychische Erkrankungen im Jugendalter, die nicht rechtzeitig behandelt werden, werden häufig chronisch und verursachen langfristige Folgekosten. „Bis Jahresende muss feststehen, wie die Versorgung im Bereich der psychischen Gesundheit junger Menschen dauerhaft abgesichert wird. Denn junge Menschen brauchen keine Übergangslösungen, sondern verlässliche Hilfe, und zwar dauerhaft, kostenlos und in ganz Österreich“, so Visnjic und Naief.

Rückfragen & Kontakt

Bundesjugendvertretung
Kristina Veraszto
Öffentlichkeitsarbeit
01 214 44 99 - 18 // 0676 880 11 1135
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