- 09.10.2026, 10:20:33
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Internationale Studierende: ÖH fordert Ende der Zwei-Klassen-Politik an Hochschulen
Lange Aufenthaltsverfahren, fehlende Deutschkurse und finanzielle Hürden erschweren internationalen Studierenden den Hochschulzugang. Die ÖH fordert konkrete Verbesserungen.
Internationale Studierende sind ein wichtiger Teil der österreichischen Hochschulen, werden aber insbesondere als Drittstaatsangehörige weiterhin mit zahlreichen zusätzlichen Hürden konfrontiert. Lange Zulassungs- und Aufenthaltsverfahren können dazu führen, dass Semesterfristen verpasst werden oder sich der Studienbeginn um Monate verzögert. Gleichzeitig erschweren hohe Kosten, fehlende Deutschkursplätze und zusätzliche Hürden beim Arbeiten das Studium. Die Österreichische Hochschüler_innenschaft (ÖH) hat deshalb nun ein Forderungspapier zur Verbesserung der Situation internationaler Studierender ausgearbeitet. „Internationale Studierende werden von einer Behörde zur nächsten geschickt und müssen sich mit monatelangen Verfahren herumschlagen. Mit unserem Forderungspapier zeigen wir konkrete Lösungen auf: Die Abläufe müssen schneller, digitaler und vor allem so gestaltet werden, dass niemand wegen bürokratischer Verzögerungen ein Semester verliert
“, sagt Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz. Die ÖH fordert unter anderem ein gemeinsames Verfahren für Zulassung und Aufenthalt sowie eine elektronische Antragstellung.
Ein Schwerpunkt des Forderungspapiers liegt auf den Deutschkursen. Im Vorstudienlehrgang (VWU) stehen nicht ausreichend Plätze zur Verfügung. Studienwerber_innen müssen deshalb teilweise auf teurere Angebote ausweichen. Gleichzeitig kann ein fehlender Kursplatz weitere Probleme mit sich bringen, bis hin zum fehlenden Studierendenstatus. „Deutschkenntnisse dürfen keine Frage des Geldbeutels sein. Wer von internationalen Studierenden Sprachkenntnisse verlangt, muss auch garantieren, dass sie Zugang zu leistbaren Kursen haben. Es ist sozial ungerecht, Studierenden zuerst Auflagen zu machen und sie dann mit fehlenden Kursplätzen und hohen Kosten allein zu lassen. Bund und Universitäten müssen hier endlich Verantwortung übernehmen und ausreichend öffentlich finanzierte Deutschkursplätze schaffen
“, betont Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz.
Darüber hinaus fordert die ÖH ein Ende der Diskriminierung bei den Studienbeiträgen, Verbesserungen bei der sozialen Absicherung und einen einfacheren Zugang zum Arbeitsmarkt. Derzeit zahlen Drittstaatsstudierende höhere Studienbeiträge und sind beim Zugang zur Studienbeihilfe ausgeschlossen. Auch für die Beschäftigung neben dem Studium bestehen zusätzliche bürokratische Hürden. Nach dem Abschluss braucht es außerdem bessere Möglichkeiten, in Österreich zu bleiben und hier zu arbeiten. „Internationale Studierende sind keine Studierenden zweiter Klasse. Trotzdem entscheidet der Pass noch immer darüber, wie viel jemand fürs Studium zahlt, unter welchen Bedingungen gearbeitet werden darf und welche soziale Absicherung besteht. Diese Ungleichbehandlung gehört abgeschafft. Wer hier studiert, lebt und arbeitet, muss die gleichen Rechte und eine echte Perspektive in Österreich haben
.“, erklärt Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitz.
Mit dem Forderungspapier fordert die ÖH die zuständigen Ministerien und Hochschulen auf, die strukturelle Benachteiligung internationaler Studierender abzubauen. Wer in Österreich studiert, muss auch die gleichen Chancen haben, hier zu lernen, zu arbeiten und zu leben.
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