• 09.10.2026, 10:10:33
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Critical Chemicals Alliance: EU-Initiative muss rasch Wirkung für Europas Chemieindustrie zeigen

FCIO drängt auf rasche Umsetzung der Maßnahmen gemeinsam mit direkt nachgelagerten Branchen und fordert bessere Wettbewerbsbedingungen in der gesamten EU-Gesetzgebung.

Wien (OTS) - 

Ohne Chemie steht Europas Industrie still: Rund 96 Prozent aller in der EU hergestellten Waren sind auf chemische Vorprodukte angewiesen – von Arzneimitteln und Medizinprodukten über Halbleiter und Batterien bis hin zu Baustoffen und Energietechnologien. Mit der Critical Chemicals Alliance hat die EU-Kommission einen wichtigen Schritt gesetzt, um die Herstellung unverzichtbarer Grundstoffe in Europa zu sichern und die Abhängigkeit von Drittstaaten zu verringern. Anlässlich der zweiten Generalversammlung der Allianz am 8. Oktober fordert der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) nun eine rasche Umsetzung der Empfehlungen.

„Die EU-Kommission hat erkannt, dass die Chemie das Fundament unserer Industrie ist. Jetzt müssen aus dieser Erkenntnis konkrete Maßnahmen werden. Wir können es uns nicht leisten, weitere Produktionskapazitäten zu verlieren und bei wichtigen Grundstoffen immer stärker auf Importe angewiesen zu sein“, erklärt Ulrich Wieltsch, Obmann des FCIO.

Forderungen für Umsetzung

Die Allianz hat Chemikalien und Produktionsstandorte identifiziert, die für die europäische Wirtschaft und strategische Wertschöpfungsketten unverzichtbar sind und bei denen gleichzeitig Versorgungsrisiken bestehen. Die von der EU-Kommission angekündigte Fokussierung auf wenige Stoffe darf nicht dazu führen, dass strategisch wichtige Chemikalien unberücksichtigt bleiben. Die Auswahl muss daher bei Bedarf angepasst und erweitert werden können. Denn technologische Entwicklungen, neue Anwendungen und Veränderungen in den Lieferketten können deren strategische Bedeutung verändern. „Was derzeit noch verfügbar ist, kann künftig zum Engpass werden. Deshalb brauchen wir klare Kriterien, aber auch die Möglichkeit, auf neue Entwicklungen zu reagieren“, betont Wieltsch.

Weiters spricht sich der FCIO für eine enge Zusammenarbeit zwischen allen betroffenen Akteuren aus, insbesondere müssen direkt nachgelagerte Anwender in die Ausgestaltung der Umsetzungsmaßnahmen einbezogen werden. Auch die im Rahmen der Allianz erarbeiteten handelspolitischen Maßnahmen müssen rasch realisiert werden. Dazu zählen eine stärkere Überwachung der Importe und wirksamere Schutzmaßnahmen gegen unfairen Wettbewerb.

Wettbewerbsfähigkeit muss in allen EU-Vorhaben mitgedacht werden

So positiv die Arbeiten der Allianz sind, viel wichtiger ist es, die Rahmenbedingungen für die chemische Industrie in zentralen Bereichen zu verbessern: Dazu zählen insbesondere wettbewerbsfähige Energiepreise, Investitionsanreize und praxistaugliche gesetzliche Vorgaben. Dies ist insbesondere bei aktuellen und geplanten Gesetzesvorhaben konsequent zu berücksichtigen – etwa bei der Überarbeitung des EU-Emissionshandelssystems (ETS), dem Industrial Accelerator Act, dem Biotech Act und dem geplanten Circular Economy Act.

Gemeinsam Europas industrielle Zukunft gestalten

Die europäische Chemieindustrie beschäftigt rund 1,2 Millionen Menschen, davon mehr als 50.000 in Österreich. Ihre Zukunft hängt davon ab, ob Unternehmen weiterhin wirtschaftlich produzieren und in neue Technologien investieren können. Entscheidend für den Erfolg der Initiative wird also sein, ob sie rasch zu spürbaren Verbesserungen für die Betriebe führt.

Über den FCIO

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Die etwa 230 Mitgliedsunternehmen produzieren in unterschiedlichen Sektoren z.B. Pharmazeutika, Kunststoffe und Kunststoffwaren, Fasern, Lacke, Düngemittel oder auch organische und anorganische Chemikalien. Die mehr als 50.000 Beschäftigten der Branche stellten 2025 Waren im Wert von 21,3 Milliarden Euro her.

Rückfragen & Kontakt

FCIO - Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs
Johanna Reber, MA
Telefon: 05909003372
E-Mail: [email protected]

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