• 09.10.2026, 09:59:32
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Grüne/Disoski: Österreich und die EU sollten Einsatz für sichere ukrainische Getreideexporte verstärken

Disoski: „Russland setzt Hunger und Ernährungssicherheit gezielt als Waffen ein – mit verheerenden Folgen weit über die Ukraine hinaus“

Wien (OTS) - 

„Russland bombardiert ukrainische Getreidetransporte, zerstört landwirtschaftliche Infrastruktur und gefährdet damit die Lebensmittelversorgung weltweit. Besonders hart trifft das importabhängige Länder Afrikas. Aber auch Europa drohen neue Preisschocks. Russland setzt Hunger und Lebensmittelversorgung gezielt als Waffen ein, und die internationale Gemeinschaft darf dabei nicht tatenlos zusehen“, erklärt Meri Disoski, Europa- und Außenpolitiksprecherin der Grünen, anlässlich der 153. Versammlung der Interparlamentarischen Union (IPU) im tansanischen Arusha.

Bei einer Diskussion mit dem ersten stellvertretenden Vorsitzenden des ukrainischen Parlaments, Oleksandr Korniyenko, und dem ukrainischen Landwirtschaftsminister Taras Vysotskyi wurden die globalen Folgen des russischen Angriffskrieges deutlich. Nach Angaben der ukrainischen Regierung können derzeit mehr als 30 Millionen Tonnen Agrarprodukte nicht exportiert werden. Ein zugeschalteter ukrainischer Landwirt schilderte, wie Landwirt:innen mit Helmen und Schutzanzügen auf ihren Feldern arbeiten, um sich vor russischen Drohnen zu schützen. Auch Lastwagen, die Getreide transportieren, werden nach seinen Angaben gezielt angegriffen.

„Wenn ukrainisches Getreide nicht exportiert werden kann, fehlen den Landwirt:innen die Einnahmen für die nächste Aussaat. Weniger Aussaat bedeutet weniger Lebensmittel auf dem Weltmarkt und damit das Risiko steigender Preise. Für Menschen in Ländern, die stark von Lebensmittelimporten abhängig sind, kann das existenzbedrohend werden. Russlands Krieg gegen die Ukraine wird so zu einer Bedrohung für die Ernährungssicherheit auf mehreren Kontinenten“, betont Disoski.

Hinzu kommen die ökologischen Folgen des Krieges: Millionen Hektar Agrarland können wegen Minen oder der russischen Besatzung nicht bewirtschaftet werden. Nach Schilderungen der ukrainischen Delegation werden deshalb Wälder gerodet, um neue Anbauflächen zu schaffen.

Disoski fordert die Bundesregierung auf, sich gemeinsam mit ihren europäischen Partnern für sichere Exportrouten für ukrainische Agrarprodukte einzusetzen, alternative Transportwege und die Minenräumung zu unterstützen sowie mit betroffenen Importländern zusammenzuarbeiten.

„Ukrainisches Getreide sichert die Ernährung vieler Menschen weit über Europa hinaus. Russland darf nicht darüber entscheiden, ob diese Lebensmittel bei jenen ankommen, die darauf angewiesen sind. Es braucht mehr denn je Anstrengungen gegen den Aggressor Russland und für eine gemeinsame europäische Lösung“, so Disoski abschließend.

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