• 09.10.2026, 08:00:32
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Gewalt im Leben von Menschen mit Behinderungen: Selbstbestimmung, Prävention und wirksamer Opferschutz im Fokus

Österreichischer Behindertenrat zieht Bilanz nach Konferenz in Wien

Wien (OTS) - 

Menschen mit Behinderungen sind in besonderem Maß von Gewalt, strukturellen Abhängigkeiten und Fremdbestimmung betroffen. Bei der Konferenz „Gewalt im Leben von Menschen mit Behinderungen. Ursachen, Prävention und Schutz“ des Österreichischen Behindertenrats diskutierten Expert*innen, Selbstvertreter*innen, Interessenvertretungen sowie Vertreter*innen aus Beratung und Praxis, wie Prävention verbessert und der Zugang zu wirksamem Opferschutz gestärkt werden kann.

Zum Auftakt richteten Sozialministerin Korinna Schumann, Doris Schmidauer, Politikwissenschaftlerin und Gattin von Bundespräsident Alexander Van der Bellen, sowie die Europaabgeordnete Katrin Langensiepen Videobotschaften an die Teilnehmer*innen.

„Menschen mit Behinderungen haben ein Recht auf ein Leben frei von Gewalt und Missbrauch. Das ist ein Menschenrecht. Deshalb müssen wir dort handeln, wo der Schutz noch nicht ausreichend funktioniert, um allen Menschen in unserer Gesellschaft ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu ermöglichen.“, zeigte Sozialministerin Korinna Schumann auf.

Die Politikwissenschaftlerin Doris Schmidauer wies darauf hin, dass Menschen mit Behinderungen ein Recht auf Schutz vor Gewalt haben, dies sei ein Grundrecht. Österreich habe sich gemäß Artikel 16 der UN-Behindertenrechtskonvention dazu verpflichtet. „Wie können wir dafür sorgen, dass dieser Schutz auch besteht? Dass Gewalt frühzeitig erkannt und verhindert wird? Und wie unterstützen wir Betroffene? Ganz besonders der Prävention müssen wir uns widmen. Ich bin dankbar, dass Sie sich heute mit diesen wichtigen Fragen auseinandersetzen. Und ich danke dem Behindertenrat dafür, dass er nicht müde wird, sich für Rechte von Menschen mit Behinderungen einzusetzen.“, sagte Schmidauer.

„Eine inklusive Gesellschaft schützt Menschen mit Behinderung nicht dadurch, dass andere für sie entscheiden. Sie schützt sie dadurch, dass Menschen mit Behinderung ihre Rechte kennen und wahrnehmen, selbst entscheiden und ihr Leben selbst gestalten können. Und das ist der beste Schutz vor Gewalt.“, erklärte die EU-Abgeordnete Katrin Langensiepen.

Im weiteren Verlauf beschäftigten sich zwei Keynotes, eine Podiumsdiskussion und vier vertiefende Sessions mit unterschiedlichen Aspekten von Gewaltprävention und Gewaltschutz.

Gewaltprävention muss früher ansetzen

Im Zentrum der Diskussionen standen u.a. strukturelle Abhängigkeiten, barrierefreie Unterstützungsangebote, sexuelle Bildung als Gewaltprävention, Gewaltschutzkonzepte in Organisationen sowie der Zugang zu Beratung und Opferschutz. Deutlich wurde dabei, dass wirksamer Gewaltschutz früher ansetzen muss und Selbstbestimmung, Beteiligung und die Kenntnis der eigenen Rechte eine zentrale Rolle spielen.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Situation von Frauen mit Behinderungen und bestehenden Lücken im Hilfesystem. Thematisiert wurde, dass Beratungs- und Schutzangebote barrierefrei zugänglich sein und stärker auf die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Menschen mit Behinderungen eingehen müssen.

In vier parallelen Sessions wurden sexuelle Bildung als Gewaltprävention, der Zugang zum Gewaltschutz für Frauen mit Behinderungen, die Entwicklung und Umsetzung von Gewaltschutzkonzepten sowie strukturelle Gewalt in Institutionen vertieft. Die Ergebnisse flossen anschließend in ein gemeinsames Abschlusspodium ein.

„Für den Österreichischen Behindertenrat steht fest, dass Gewaltschutz und Selbstbestimmung untrennbar miteinander verbunden sind. Menschen mit Behinderungen müssen über ihr eigenes Leben entscheiden können und Zugang zu wirksamer, barrierefreier Unterstützung haben.“, verdeutlichte Behindertenrats-Präsident Widl abschließend.

Die Veranstaltung wurde vom Chancen Nutzen Büro des ÖGB unterstützt.

Rückfragen & Kontakt

Österreichischer Behindertenrat
Mag. Kerstin Huber-Eibl
Telefon: 0660 92 47 236
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.behindertenrat.at

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