- 08.10.2026, 19:46:32
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Außergewöhnliches Engagement im Rettungsdienst mit Camillo Award 2026 im Parlament ausgezeichnet
Rosenkranz: Holen Sanitäterinnen und Sanitäter vor den Vorhang, die Verantwortung für Menschen in einer Notsituation übernehmen
Mit dem heute Abend im Parlament verliehenen Camillo Award würdigen das österreichische Parlament und der Bundesverband Rettungsdienst (BVRD.at) herausragende Leistungen und Projekte von Sanitäterinnen und Sanitätern. Der heuer bereits zum siebten Mal verliehene Preis macht besondere Verantwortung im Einsatz, außergewöhnliches Engagement für die Qualität der rettungsdienstlichen Versorgung, innovative Projekte und nachhaltige Entwicklungen im Rettungsdienst sichtbar. Die von einer 18-köpfigen Jury in insgesamt acht Kategorien verliehene Auszeichnung soll ein öffentlich sichtbares Zeichen der Wertschätzung für die Leistungen und Verdienste aller Sanitäterinnen und Sanitäter in Österreich setzen - unabhängig von der Organisation und ob die Ausgezeichneten haupt- oder ehrenamtlich tätig sind.
Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des Camillo Awards würden zeigen, wie breit der Rettungsdienst aufgestellt sei, betonte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz in seinen Eröffnungsworten. Es gehe darum, Sanitäterinnen und Sanitäter vor den Vorhang zu holen, die Verantwortung für Menschen in einer Notsituation übernehmen. Zur Reform des Sanitätergesetzes hielt der Nationalratspräsident fest, dass konkrete Vorschläge für neue Ausbildungskonzepte bereits vorliegen würden. Die Debatte darüber müsse mit jenen geführt werden, die sich in Theorie und Praxis auskennen.
Für Clemens Kaltenberger, Präsident des Bundesverbands Rettungsdienst und Initiator des Awards, ist der Camillo Award ein Zeichen für die hohe Innovationskraft und den Ideenreichtum innerhalb des Rettungswesens. Ganz oben für die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes stehe ein neues Sanitätergesetz. Der Bundesverband habe dabei seine Hausaufgaben gemacht. Jetzt sei die Politik am Zug, man warte auf eine möglichst baldige Entscheidung, so Kaltenberger im Hohen Haus.
Christof Constantin Chwojka, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung, referierte in seiner Keynote über die Rahmenbedingungen für einen zukunftsfähigen Rettungsdienst. Laut Chwojka braucht es dazu vor allem eine bessere Ausbildung und mehr Rechtssicherheit für Sanitäterinnen und Sanitäter. Im Gegensatz zu der aktuellen Dauer von 6,5 Wochen benötige die präklinische Notfallmedizin eine gute, mehrjährige Ausbildung. Zudem gehe es darum, Notärztinnen und-ärzte zu den richtigen Einsätzen zu schicken, Patientinnen und Patienten besser zu steuern sowie um Maßnahmen gegen die hohe Fluktuation des Rettungspersonals, so das Resümee von Chwojka.
Einen Einblick in die Arbeit der Jury gab Andreas Fromm. Dieser zeigte sich von der jährlich neuen "geballten Menge an tollen Projekten und engagierten Gesichtern" beeindruckt.
Herausragende Leistungen für die qualitative Weiterentwicklung des Rettungswesens
In der Kategorie "Herausragende Leistungen" wurden heuer Nico Gattringer vom Arbeiter Samariterbund Kärnten für die Förderung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Mathias Gatterbauer von der Berufsrettung Wien für innovative Projekte zur Qualitätssicherung im Rettungswesen ausgezeichnet.
Kategorie "Ausbildungskonzept"
Maximilian Schmidt-Tesch vom Roten Kreuz Tirol erhielt den Camillo Award in der Kategorie "Ausbildungskonzept". Er vertritt das Coaching Team Kitzbühel, das mit dem innovativen CRM-Coaching die Qualität im Rettungsdienst nachhaltig verbessert. Speziell geschulte Coaches begleiten Einsatzteams im regulären Dienst und fördern durch strukturiertes Feedback Kommunikation, Teamarbeit und Entscheidungsfindung direkt im Einsatz.
Abbau von Hemmschwellen bei der Reanimation von Frauen
In der Kategorie "Innovation" wurde Olivia Wörndl vom Roten Kreuz Innsbruck . Sie steht hinter der Initiative "#herzsicher - weil jedes Frauenherz zählt", die aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse in die Aus- und Fortbildung im Rettungswesen überträgt. Mit innovativen Reanimations-BHs und gezielter Aufklärungsarbeit baut das Projekt Hemmschwellen bei der Reanimation von Frauen ab und fördert Chancengleichheit in der Notfallversorgung.
Mitarbeiterkultur neu gedacht
Das Führungsteam des Roten Kreuzes Innsbruck, vertreten durch Rupert Stöckl, war in der Kategorie "Leadership" erfolgreich. Dieses trägt durch eine offene und mitarbeiterorientierte Führungskultur zu einer nachhaltigen Stärkung der Qualität im Rettungsdienst bei. So fördert das Team Eigenverantwortung, fachliche Weiterentwicklung und eine Kultur des kritischen Mitdenkens und Lernens. Durch den konsequenten Rückhalt für Mitarbeitende - auch in öffentlich diskutierten Situationen - schafft es Vertrauen, Motivation und höchste Professionalität in der Patientenversorgung.
Einsatz für psychische Gesundheit von Rettungskräften
Das Team des Vereins Second Victim rund um Eva Potura setzt sich für die psychische Gesundheit von Rettungskräften nach belastenden Einsätzen ein und macht ein lang tabuisiertes Thema sichtbar. Mit einer wissenschaftlichen Studie mit über 1.000 Teilnehmenden, intensiver Aufklärungsarbeit und dem innovativen Second-Victim-Botschafterinnen und Botschafter-Projekt schafft es nachhaltige Unterstützungsstrukturen direkt im Rettungsdienst. Die Jury ehrte Potura in der Kategorie "Support".
Polizeisanitäterinnen und -sanitäter
In der Kategorie "Polizei" ging die Auszeichnung einerseits an zwei Beamte der Wiener WEGA, die mit dem Projekt WEGA Medic eine hochspezialisierte Sanitätskomponente innerhalb der Polizei-Sondereinheit aufgebaut haben. Speziell ausgebildete Polizeisanitäterinnen und Polizeisanitäter versorgen Verletzte bereits in der sogenannten "heißen Zone" und verbessern damit die Überlebenschancen bei lebensbedrohlichen Einsätzen.
Andererseits wurde Martin Schlagenhaufen vom Innenministerium ausgezeichnet. Er hat die taktische Erste Hilfe im österreichischen Polizeidienst maßgeblich geprägt und nachhaltig weiterentwickelt. So etablierte Schlagenhaufen bundesweit Polizeisanitäterinnen und Polizeisanitäter, trieb die Ausstattung von Funkwägen mit Defibrillatoren voran und setzte das Taktische Erste Hilfe-Konzept erfolgreich in der Polizeiausbildung um.
Weiterentwicklung der militärischen Sanitätsversorgung
Für die Weiterentwicklung der taktischen Sanität und der militärischen Sanitätsversorgung im Österreichischen Bundesheer erhielt Stefan Strobl den Camillo-Award in der Kategorie "Bundesheer". Durch wissenschaftlich fundierte Vorträge, die Planung großer Sanitätsübungen und die Verbindung von Forschung, Ausbildung und Praxis wird so die Einsatzbereitschaft und Versorgungsqualität nachhaltig gestärkt. Strobls Arbeit bringt aktuelle Erkenntnisse aus bewaffneten Konflikten direkt in die Ausbildung von Sanitätspersonal und Offizieren ein.
Notfallmedizin-Übungsgruppe zur Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit
Der Camillo-Award in der Kategorie "Sonderpreis" ging an Jonas Häusle und Rene Gappmeier vom Team Notfallmedizin Vorarlberg. Mit ihrer Notfallmedizin-Übungsgruppe fördern die beiden die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst, Ärztinnen und Ärzten und Krankenhaus. Durch regelmäßige, praxisnahe Trainings und Workshops werden so medizinische Kompetenzen, Kommunikation und Teamarbeit über Organisationsgrenzen hinweg gestärkt. (Schluss) med
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