- 08.10.2026, 14:45:02
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Präsident Wirth: „Lehrlingsausbildung unterstützen, statt schlechtreden“
Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth fordert eine Entlastung der Ausbildungsbetriebe und gibt ein klares Bekenntnis zur dualen Ausbildung ab.
„Unsere Betriebe bilden nicht nur Fachkräfte aus, sie übernehmen Verantwortung für junge Menschen, deren Familien und für den gesamten Wirtschaftsstandort Burgenland“, stellt Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth angesichts der aktuellen Diskussion rund um das Thema Lehrlingszahlen fest.
Gerade kleine und mittlere Betriebe, die das Rückgrat der burgenländischen Wirtschaft bilden, geraten im Allgemeinen durch steigende Kosten massiv unter Druck. Höhere Lehrlingseinkommen, mehr bürokratischer Aufwand, hohe Energie- und Personalkosten sowie die schwache Konjunktur machen es vielen Unternehmen zunehmend schwer, weiterhin Lehrlinge auszubilden.
„Die Lehrlingsausbildung per se ist kein Kostenfaktor, sondern die beste Investition in unseren Standort. Wer heute spart, zahlt morgen doppelt – mit Fachkräftemangel, weniger Wachstum und verlorenen Chancen für junge Menschen“, da ist sich die Wirtschaft einig. Was dringend geändert werden muss, das sind die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Klare Forderungen der Wirtschaftskammer Burgenland
Die Wirtschaftskammer Burgenland fordert daher:
- 10-Stunden-Tag im Rahmen einer 4-Tage-Woche ermöglichen
- Erleichterungen bei der Lösung von Lehrverhältnissen
- Aufwandsentschädigung für den Ausbildungsbetrieb
- eine gezielte Entlastung kleiner und mittlerer Ausbildungsbetriebe
- eine bessere Ausbildungsreife nach der Pflichtschule
- eine nachhaltige und gesicherte Finanzierung der Lehrstellenförderung
- ein Bekenntnis der Politik zur dualen Ausbildung
Neue Lösungsansätze und mehr Flexibilität
Österreichs Unternehmen investieren jährlich rund drei Milliarden Euro in die Lehrlingsausbildung. Die staatliche Förderung macht davon nur einen Bruchteil aus. Gleichzeitig ist die Lehrstellenförderung seit Jahren gedeckelt, obwohl Inflation und steigende Einkommen die Kosten deutlich erhöht haben.
Was im Fußball seit Jahrzehnten gang und gäbe ist, fordert Präsident Wirth auch für die Lehrausbildung: Wird ein fertig ausgebildeter Lehrling abgeworben, muss es eine Aufwandsentschädigung für den Ausbildungsbetrieb geben. Er bekräftigt seine Forderung: „Einen Lehrling zu schulen und mit allen Facetten des Berufs vertraut zu machen, ist ein langer, kostenintensiver Prozess. Diese Kosten müssen refundiert werden. Die Politik ist gefordert, die Rahmenbedingungen für die Lehrbetriebe den modernen Arbeitszeitmodellen anzupassen und für mehr Flexibilität zu sorgen.“
Lehrlinge sichern Zukunft im Burgenland
Gerade im Burgenland ist die duale Ausbildung ein zentraler Erfolgsfaktor. Sie schafft Perspektiven für junge Menschen, hält Wertschöpfung in den Regionen und hilft, Abwanderung zu verhindern.
„Jeder Lehrling, der im Burgenland ausgebildet wird, ist ein Gewinn für unsere Betriebe und unsere Gemeinden. Wenn wir heute nicht handeln, fehlen morgen Fachkräfte im Handel, Handwerk, im Tourismus, in der Industrie und im Dienstleistungsbereich,“ mahnt der Präsident.
Überbetriebliche Ausbildung darf nicht als bequeme Alternative gesehen werden
„Nicht die mangelnde Ausbildungsbereitschaft der Betriebe treibt die jungen Menschen in eine überbetriebliche Ausbildung, sondern manche Jugendlichen haben die Wahrnehmung, dass eine überbetriebliche Ausbildung mit geringeren Anforderungen verbunden ist und daher als bequemere Option gegenüber einer betrieblichen Lehre gewählt wird“, heißt es aus der Wirtschaft.
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