- 08.10.2026, 10:20:32
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vida-Hebenstreit ortet „Ausbildungsstreik“ der Wirtschaft: hausgemachter Lehrlingsmangel - die Rechnung erhält der Staat
Gewerkschaft fordert Ausbildungsbonus, Ausbildungsfonds und faire Lehrlingsentschädigungen statt Rot-Weiß-Rot-Karten und Saisonier-Kontingenten
„Die Wirtschaftskammer beklagt, dass es immer weniger Lehrlinge gibt. Damit beklagt sie ihre eigenen Mitglieder. Die Jungen sind da. Es fehlen die Lehrstellen“, ortet Roman Hebenstreit, Vorsitzender der Gewerkschaft vida, einen „Ausbildungsstreik“ der Wirtschaft.
Die Betriebe bilden derzeit rund 95.000 Lehrlinge aus, um 4,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die überbetriebliche Lehrausbildung wächst dagegen um 5 Prozent auf fast 6.000 Jugendliche. In Wien gibt es 5.163 mehr Lehrstellensuchende als offene Lehrstellen.
„Das ist kein Versagen der Jugend. Das ist ein Ausbildungsstreik der Wirtschaft. Und die Rechnung zahlen wir mit unseren Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Arbeitslosigkeit und fehlende Fachkräfte kosten Geld, Arbeitslosigkeit und Aus- und Weiterbildung über das AMS kostet Geld“, sagt Hebenstreit.
Angebot und Nachfrage gelten auch am Arbeitsmarkt
Gleichzeitig ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Lehrabschluss um 5 Prozent gestiegen. „Die Wirtschaft bildet zu wenige Fachkräfte aus und klagt dann über Fachkräftemangel. Sie beruft sich gern auf Angebot und Nachfrage. Wenn Fachkräfte knapp sind, will sie aber keinen höheren Lohn zahlen, sondern ruft nach billigen Arbeitskräften aus Drittstaaten mittels Rot-Weiß-Rot-Karte, Saisonier-Kontingenten und anderen Instrumenten des Arbeitskräfteimports“, so der vida-Vorsitzende.
„Wer nicht ausbildet, nicht anständig zahlt und nach Zuzug ruft, handelt wie ein Lohndrückerkartell. Diese Kritik richtet sich gegen diese Politik, nicht gegen Menschen: Wer in Österreich arbeitet, hat Anspruch auf denselben kollektivvertraglich abgesicherten Lohn, egal woher er oder sie kommt“, betont Hebenstreit. Die Einhaltung von Gesetzen und kollektivvertraglichen Regelungen werde aber zu wenig kontrolliert, weil die Behörden durch „schlanke Staat“ Ideologie ausgehungert werden.
Die Gewerkschaft vida fordert:
- Ausbildungsbonus für Lehrlinge
- Investitionspaket in Berufsschulen unter Mitfinanzierung der Unternehmen
- Ausbildungsfonds, in den Betriebe ohne Lehrlinge einzahlen
- Faire Lehrlingsentschädigungen in der laufenden Herbstlohnrunde
- In Österreich ausbilden: selbst ausbilden und qualifizieren, bevor nach Fachkräfteverordnungen, Saisonier-Kontingenten und Rot-Weiß-Rot-Karte gerufen wird
„Wer heute keine Lehrlinge ausbildet, darf morgen nicht über fehlende Fachkräfte klagen“, bekräftigt Hebenstreit abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Telefon: +43 664 6145 733
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.vida.at
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