- 08.10.2026, 08:00:46
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Psychische Erkrankungen verhindern, bevor sie entstehen
Welttag der psychischen Gesundheit: Psychiatrische Fachgesellschaft fordert stärkeren Fokus auf Prävention und Früherkennung
Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet: Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist in Europa etwa jeder sechste Mensch betroffen. Umso wichtiger sind Prävention und frühzeitiges Erkennen. Anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit am 10. Oktober fordert die Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik (ÖGPP), diese Bereiche stärker in Forschung und Versorgung zu verankern.
„Prävention in der Psychiatrie ist mehr als die allgemeine Förderung psychischen Wohlbefindens. Wir müssen mit wissenschaftlichen Methoden untersuchen, welche Maßnahmen tatsächlich wirksam sind, für wen sie wirken und zu welchem Zeitpunkt sie eingesetzt werden sollten“, betont Prim. Dr. Christian Korbel, Präsident der ÖGPP.
Präventionsforschung aus Österreich
Aktuelle Studien aus Österreich zeigen, wie unterschiedlich psychiatrische Prävention ansetzen kann. Eine Arbeit von Stephan Listabarth und Kolleg:innen untersuchte die Bedeutung von Vitamin B1 (Thiamin) für die kognitive Leistungsfähigkeit von Menschen mit Alkoholabhängigkeit. Die Ergebnisse fanden Eingang in Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Reduktion des Risikos für kognitiven Abbau und Demenz.
Einen psychosozialen Ansatz untersuchten Tonja Ofner und Kolleg:innen im Rahmen der österreichischen „Frühen Hilfen“. Evaluiert wurden niedrigschwellige Angebote für psychisch belastete Mütter in Tirol und Wien. Dabei zeigten sich Verbesserungen bei Depressions- und Angstsymptomen; zugleich wurden Barrieren wie Sprachhürden und begrenzte Kapazitäten sichtbar. Die Studie unterstreicht damit auch die Bedeutung der wissenschaftlichen Evaluation bestehender Präventionsangebote.
Forschung stärken – wirksame Angebote in die Versorgung bringen
Österreich verfügt über innovative Forschungsprojekte und Präventionsangebote. Was fehlt, ist eine langfristige politische Strategie, die Prävention und Früherkennung als eigenständige Forschungsfelder stärkt und ihre systematische Weiterentwicklung ermöglicht. Dazu braucht es auch eine gezielte Stärkung der Forschungsförderung.
„Präventionsforschung darf nicht bei einzelnen Pilotprojekten und zeitlich begrenzten Initiativen stehen bleiben. Wir brauchen in Österreich gezielte Forschungsprogramme, die untersuchen, welche Maßnahmen tatsächlich wirken, welche Risikogruppen erreicht werden und wie erfolgreiche Ansätze dauerhaft in die nationale Versorgung integriert werden können“, betont Korbel.
Weiterführende Informationen:
Zitierte Studien:
Listabarth et al.: https://academic.oup.com/alcalc/article/58/3/315/7080424
Ofner et al.: https://link.springer.com/article/10.1186/s13690-026-02062-3
WHO-Empfehlung: https://iris.who.int/server/api/core/bitstreams/ea44b7f6-b09f-4e6f-b8c7-2e5b0fcc9a99/content
Fachliche Rückfragen zu Früherkennung und Prävention:
Assoc.Prof.in Priv.Doz.in Dr. in Nilufar Mossaheb, M.Sc
[email protected]
Leiterin Arbeitsgemeinschaft Früherkennung psychiatrischer Erkrankungen der ÖGPP
Rückfragen & Kontakt
Büro der ÖGPP
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.oegpp.at
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