- 07.10.2026, 12:52:32
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WC-Mangel für Berufslenker:innen ist „zum Himmel stinkende Ungerechtigkeit“
Welttag für menschenwürdige Arbeit: Gewerkschaft vida fordert mehr WCs und Waschmöglichkeiten für Bus- und Lkw-Lenker:innen statt „Weg ins Grüne“
Anlässlich des heutigen Welttags für menschenwürdige Arbeit, fordert Anil Zümrüt, Vorsitzender des Fachbereichs Straße in der Gewerkschaft vida, dass für Berufskraftfahrer:innen wie Bus- und Lkw-Fahrer:innen die Verkehrsverbünde der Bundesländer und die Asfinag endlich flächendeckend mehr Toiletten und Waschgelegenheiten mit Fließwasser zur Verfügung stellen müssen. „Diese Ungerechtigkeit stinkt zum Himmel. Denn der ‚Weg ins Grüne‘ als Alternative ist weder den Beschäftigten noch Anrainer:innen zumutbar“, kritisiert Zümrüt.
Dieser Notausweg stelle zudem eine Ordnungswidrigkeit dar. Wird man dabei erwischt, drohen Geldstrafen in empfindlicher Höhe. „Urinieren in der Öffentlichkeit ist eine Verwaltungsübertretung und kann für Betroffene schnell ins Geld gehen. Je nach Bundesland können Strafen beginnend bei einigen hundert Euro bis hin zu mehreren tausend Euro reichen“, so der vida-Gewerkschafter.
Die hygienischen Rahmenbedingungen ließen im Dienst noch immer oft zu wünschen übrig: So fehlen ausreichend Gelegenheiten, um sich etwa die Hände mit Fließwasser reinigen zu können. „Es ist eine Schande, dass man im Österreich des 21. Jahrhundert überhaupt noch immer Toiletten und Fließwasser für Beschäftigte fordern muss“, ist Zümrüt empört.
Die Verkehrsverbünde, die Auftraggeber für Buslinien sind, sollen in den Ausschreibungskriterien für die Betreiber diesbezüglich endlich verbindliche Mindeststandards verankern, fordert der vida-Gewerkschafter.
Zur schnellen Abhilfe müssten für Buslenker:innen die Kurse fahrbarer gemacht werden. Das bedeutet konkret, an den Start- und Endpunkten von Buslinien muss bei der Fahrplanerstellung darauf Rücksicht genommen werden, dass Beschäftigten zumindest ein paar Minuten Zeit bleiben, um zumindest eine nahegelegene öffentliche Toilette oder ein Lokal aufsuchen zu können.
„Zwei bis drei Minuten Verspätung können dabei schon zum ernsthaften Problem für Beschäftigte werden, wenn umgehend wieder in die andere Richtung gefahren werden muss“, fordert Zümrüt ausreichend Zeit für ein Mindestmaß an Menschenwürde während der Arbeit ein.
Aber auch Lkw-Lenker:innen benötigen ausreichende und kostenlose soziale Infrastruktur (Toiletten, Duschen, Waschräume usw.) auf den Rastplätzen zumindest entlang des hochrangigen Straßennetzes, erinnert der vida-Gewerkschafter an die jahrelangen Gewerkschaftsforderungen. Die schlechten Arbeitsbedingungen seien mit ein triftiger Grund für den Fahrer:innenmangel bei Bus und Lkw. „Politik und Asfinag sind aufgefordert, in dieser Angelegenheit endlich stärker in die Gänge zu kommen“, bekräftigt Zümrit abschließend.
Rückfragen & Kontakt
Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Telefon: +43 664 6145 733
E-Mail: [email protected]
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