• 07.10.2026, 11:45:32
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Maurer kritisiert Matura-Pläne: Wiederkehr predigt Innovation und liefert Rückschritt in der Praxis

Grüne Bildungssprecherin fordert Festhalten am 50:50-Modell und Verbindlichkeit für moderne Abschlussarbeiten

Wien (OTS) - 

„Bildungsminister Wiederkehr findet verlässlich schöne Worte, wenn es um Innovation und moderne Schule geht. Geht es aber um konkrete Taten, folgt der Kniefall vor den konservativen Kräften im Land“, reagiert Sigrid Maurer, stellvertretende Klubobfrau und Bildungssprecherin der Grünen, auf die heute präsentierte Matura-Regelung. „Dass die Prüfungsleistung nun wieder stärker gewichtet und die reformierten Abschlussarbeiten weiter ins Abseits gedrängt werden, ist kein Fortschritt, sondern ein klarer Rückschritt.“

Prüfungstag darf nicht allein entscheiden
„Leistung darf nicht alleine davon abhängen, wie jemand an einem einzigen Prüfungstag performt. Das Prinzip ,Wissen rein und am Prüfungstag ausspucken' ist aus der Zeit gefallen“, betont Maurer. „Genau deshalb war die 50:50-Gewichtung von Jahresleistung und Maturaprüfung ein ausgewogener und gerechter Ansatz. Junge Menschen müssen zeigen können, was sie mit ihrem Wissen anfangen können – und das über einen längeren Zeitraum.“

Abschlussarbeiten verankern statt zur Dauer-Lösung auf Abruf machen
Besonders kritisch sieht Maurer die fehlende Verbindlichkeit bei den abschließenden Arbeiten: „Wir haben diese Arbeiten reformiert, damit sie moderne Kompetenzen abbilden – von theoretisch-analytischen Recherchen bis hin zu praktischen, künstlerischen oder technischen Projekten. Das macht Eigenständigkeit, Recherche, kritisches Denken und Kreativität sichtbar. Genau das brauchen junge Menschen heute.“

Dass diese Arbeiten weiterhin nur freiwillig angeboten werden, verspielt eine Chance. „Die freiwillige Erprobungsphase war dazu gedacht, die reformierte Arbeit langfristig fix in der Matura zu verankern. Aus einer Übergangslösung jetzt einen Dauerzustand zu machen, ist der völlig falsche Weg. Wer Zukunftsfähigkeit verspricht, muss sie auch umsetzen, statt alte Muster zu verwalten“, so Maurer abschließend.

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