• 06.10.2026, 10:51:32
  • /
  • OTS0081

Gute Arbeit braucht starke Rechte

ÖGB warnt zum Welttag für menschenwürdige Arbeit vor einem Abbau von Schutzstandards

Wien (OTS) - 

Anlässlich des morgigen Welttags für menschenwürdige Arbeit erinnert der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) daran, wie wichtig faire Arbeitsbedingungen, sichere Arbeitsplätze und starke Arbeitnehmer:innenrechte sind.

„Gerade in Zeiten von Klimakrise, Künstlicher Intelligenz, hohen Lebenshaltungskosten und wirtschaftlichen Umbrüchen brauchen Beschäftigte Sicherheit und Perspektiven statt weniger Schutz", sagt ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.

Weltweit setzen sich Gewerkschaften am 7. Oktober für faire Löhne und Gehälter, sichere Arbeitsbedingungen und soziale Sicherheit ein. Für den ÖGB ist klar: Gute Arbeit kommt nicht von selbst. Sie braucht klare Regeln und starke Rechte für Beschäftigte.

Trotz Arbeit reicht es nicht zum (Über)Leben

In der EU sind Millionen von Erwerbstätigen armutsgefährdet; Eurostat beziffert den Anteil für 2025 auf 8,3 Prozent aller Beschäftigten. Bei der Weiterbildung zeigt der Adult Education Survey, dass in der EU weniger als 40 Prozent der Erwachsenen innerhalb eines Jahres an formaler oder nicht-formaler Bildung teilnehmen.

Arbeitsqualität unter Druck: KI, Stress, Schein-Selbstständigkeit

Auch bei der Arbeitsqualität gibt es massive Probleme: KI verändert die Arbeitswelt, psychische Belastungen nehmen zu und undurchsichtige Subunternehmerketten begünstigen Lohndumping und Sozialbetrug.

„Quality Jobs Act“: Gute Arbeit braucht verbindliche Regeln

Gute Arbeit darf kein Luxus sein, betont Schuberth: „Die EU muss mit dem angekündigten „Quality Jobs Act“ jetzt liefern: verbindliche Regeln für faire Löhne und Gehälter, Weiterbildung, Gesundheitsschutz und den Einsatz von KI. Freiwillige Leitlinien reichen nicht. Gute Arbeitsplätze brauchen klare gesetzliche Standards – und Arbeitgeber, die sie einhalten müssen."

Deregulierung ohne Abbau von Schutzrechten

Diese Regeln sind angesichts der aktuellen Diskussionen in Europa über Bürokratieabbau und Deregulierung unabdinglich.

„Bürokratieabbau klingt zunächst vernünftig. Aber genau unter diesem Schlagwort werden zunehmend auch Schutzrechte zur Disposition gestellt, die mit unnötiger Bürokratie nichts zu tun haben. Deshalb muss bei jeder Deregulierung gefragt werden: Wird tatsächlich vereinfacht oder werden unter dem Vorwand des Bürokratieabbaus Rechte abgebaut? Arbeitnehmer:innenrechte sind kein Hindernis für Wettbewerbsfähigkeit. Ein starker Wirtschaftsstandort entsteht durch Produktivität, Innovation, Qualifikation und gute Arbeitsbedingungen – nicht durch weniger Schutz für Beschäftigte“, schließt ÖGB Bundesgeschäftsführerin Helene Schuberth.

Der ÖGB fordert:

  • Keine Deregulierung auf Kosten von Arbeitnehmer:innenrechten und Arbeitnehmer:innenschutz
  • Investitionen in sichere Arbeitsplätze sowie Aus- und Weiterbildung
  • Faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und starke Mitbestimmung für Beschäftigte

Über uns:

Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
www.oegb.at

Rückfragen & Kontakt

ÖGB Kommunikation
Mag. Peter Leinfellner
Telefon: +436503636399
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NGB

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel