- 06.10.2026, 08:09:03
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3. Jahrestag Hamas-Terrorüberfall und Gazakrieg: Caritas fordert ein Ende des Leidens im Nahen Osten
Zerstörung, Gewalt und blockierte humanitäre Hilfe prägen das Leben der Menschen im Gazastreifen auch 3 Jahre nach Kriegsbeginn – Einhaltung des humanitären Völkerrechts gefordert
Am 7. Oktober jährt sich der Jahrestag des Hamas-Terrorangriffs, bei dem 1.200 Menschen getötet und 251 als Geiseln verschleppt wurden, zum dritten Mal. Im dadurch ausgelösten Gaza-Krieg sind mehr als 73.000 Tote zu beklagen, darunter schätzungsweise bis zu 18.000 Kinder. Trotz des Waffenstillstands vom Oktober 2025 greift die israelische Armee fast täglich Ziele und Zivilbevölkerung im Gazastreifen an; es herrschen noch immer katastrophale humanitäre Zustände. Der Gazastreifen ist großflächig zerstört worden und hunderttausende Palästinenser*innen haben ihr Zuhause verloren. Sie leben in provisorischen Zeltunterkünften oder beschädigten Gebäuden, die oft einsturzgefährdet sind. Allein seit dem Waffenstillstand im Oktober 2025 sind laut Vereinten Nationen 1.123 Menschen getötet und 3.616 verletzt worden.
Alexander Bodmann, Vize-Präsident der Caritas Österreich: „Die schrecklichen Verbrechen, die von der Hamas und anderen Gruppen begangen wurden, sind nicht zu rechtfertigen. Der 7. Oktober ist ein traumatischer Tag der Trauer für Israelis, denn hier haben Menschen geliebte Angehörige verloren. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen dieses Terroranschlags. Durch nichts zu rechtfertigen sind auch die steigenden antisemitischen Vorfälle. Gleichzeitig ist es aber unsere Aufgabe als Caritas, scharfe Kritik an der beispiellosen humanitären Katastrophe im Gazastreifen zu üben und uns für eine Verbesserung der Situation einzusetzen. Humanitäre Hilfslieferungen werden weiterhin durch die israelische Regierung behindert, die Bevölkerung leidet unter Ernährungsunsicherheit und Wassermangel, die meisten Menschen sind nach wie vor vertrieben. Die medizinische Versorgung ist völlig unzureichend und Kinder können nicht die Schule besuchen.
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Nur 40 Prozent der für 2026 erforderlichen humanitären Mittel seien eingelangt, so Bodmann weiter. „Wir appellieren wiederholt eindringlich an die nationale und internationale Politik, sich unmissverständlich für einen Waffenstillstand einzusetzen, der diesen Namen auch verdient. Wir fordern die österreichische Regierung auf, klar Position zu beziehen. Dazu gehört auch, dass Österreich seinen Sitz im UN-Sicherheitsrat nutzt und sich für die konsequente Einhaltung des humanitären Völkerrechts einsetzt.
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Kinder im Krieg
Im Gazastreifen wachse eine Generation von Kindern heran, die nichts anderes kenne als Krieg: „Die Kinder haben keine Chance, in die Schule zu gehen oder ein normales Leben zu führen. UN-Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 18.000 Kinder in diesem Krieg getötet wurden. Außerdem lebt die größte Gruppe amputierter Kinder in der modernen Geschichte im Gazastreifen. Dass so etwas geschehen kann, ist einfach nur verstörend. Die Überlebenden werden den kommenden Winter und die bevorstehende Regenzeit wieder in Notunterkünften verbringen, wo sie der Gefahr von Überschwemmungen und Krankheiten ausgesetzt sind. Unterstützung seitens Hilfsorganisationen werden durch Finanzierungsengpässe und Zugangsbeschränkungen derart behindert und untergraben, dass wir rasch handeln müssen. Und mit wir meine ich auch die österreichische Regierung, die alle Hebel in Bewegung setzen sollte, damit Hilfsorganisationen wie die Caritas auch weiterhin effizient Hilfe leisten können“, so Alexander Bodmann. Es stelle sich beispielsweise die Frage, wieso dem zu einer Kinderambulanz umgebauten ehemaligen Papamobil des verstorbenen Papst Franziskus die Einreise in den Gazastreifen verweigert werde.
Kriegsverbrechen auch im Westjordanland
„Auch im Westjordanland eskaliert die Situation durch Siedlergewalt und Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung immer mehr: Häuser werden besetzt und zerstört, Kinder gezielt ins Visier genommen. Seit dem Waffenstillstand gibt es täglich Angriffe mit Todesopfern und Verletzten, auch hier ist der Zugang für humanitäre Helfer*innen stark eingeschränkt
“, erklärt Alexander Bodmann.
So hilft die Caritas
Kerem Shalom ist nach wie vor der einzige funktionierende Grenzübergang nach Gaza. „Seit Oktober 2025 hat unsere Partnerorganisation CRS 622 LKW-Ladungen mit humanitären Hilfsgütern aus Jordanien und 137 LKW-Ladungen aus Ägypten nach Gaza transportiert und damit die humanitären Einsätze trotz anhaltender Zugangsbeschränkungen unterstützt,“ betont der Vizepräsident der Caritas.
Die Caritas Österreich hilft durch die Caritas Jerusalem und CRS (Catholic Relief Services) bei den laufenden Aktivitäten in Gaza und im Westjordanland. „Unsere Partner unterstützen in Form von finanzieller Soforthilfe, Hilfsgütern, medizinischer Versorgung, Materialien für Unterkünfte und Winterausrüstung wie Decken, Matratzen, Zelte, Planen. Auch Hilfe durch Notunterkünfte für intern vertriebene Personen, Nahrungsmittel und Hygieneartikel wird geleistet. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die psychosoziale Unterstützung.
“ Angesichts des Trinkwassermangels, von dem 91 Prozent der Haushalte im Gazastreifen betroffen sind, spiele auch die Bereitstellung von Trinkwasser durch die Caritas Jerusalem eine wesentliche Rolle, so Bodmann.
„Die Lage im Gazastreifen und im Westjordanland erfordert nach wie vor unsere Hilfe und Solidarität – dafür sind wir auf die Unterstützung hier aus Österreich angewiesen: Auf politischer Ebene, um die Einhaltung des humanitären Völkerrechts zu gewährleisten, und natürlich auch auf Spenden aus der Bevölkerung!
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Rückfragen & Kontakt
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