- 05.10.2026, 11:32:32
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Schallmeiner/Grüne: Krisenmanagement statt „Prinzip Hoffnung“ bei Grippe-Impfstoff gefordert
Verfügbaren Dosen müssten rasch und nachvollziehbar an Risikogruppen, ältere Menschen, Schwangere und Kinder gehen
„Die Lieferverzögerung bei 868.000 Grippe-Impfdosen ist ernst, und Gesundheitsministerin Schumann bzw. ihre Staatssekretärin Königsberger-Ludwig müssen jetzt Lösungen liefern. Die Menschen brauchen Klarheit, wann sie sich impfen lassen können, und die Ordinationen brauchen Planungssicherheit“, fordert Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen. Die Ursache liege vor allem in der Produktion, betont Schallmeiner. Grippe-Impfstoffe müssten Monate im Voraus hergestellt werden und ließen sich während der Saison nicht einfach nachproduzieren. „Wenn ein Hersteller weder Menge noch Liefertermin zusagen kann, dann zeigt das einmal mehr, wie verletzlich Europa durch seine Abhängigkeit von wenigen Produzenten und fragilen Lieferketten ist. Wer das im Vorhinein nicht einplant, agiert fahrlässig. Genau hierauf muss die Beschaffung besser vorbereitet sein.“
Für Schallmeiner steht dabei außer Frage, dass das öffentliche Influenza-Impfprogramm der richtige Weg ist. Früher mussten sich die Menschen den Impfstoff selbst in der Apotheke kaufen, oft war er ausverkauft, und Österreichs Impfquote zählte zu den niedrigsten in Europa. „Mit dem unter Johannes Rauch eingeführten Gratis-Impfprogramm haben wir den Zugang für alle geöffnet, unabhängig vom Geldbörserl. Dieser Fortschritt darf jetzt nicht durch ein Lieferproblem in Misskredit geraten. Die Antwort auf einen Engpass ist ein besser abgesichertes Impfprogramm und nicht weniger davon“, so Schallmeiner.
Abschließend nimmt Schallmeiner die Bundesregierung in die Pflicht. Die verfügbaren Dosen müssten jetzt rasch und nachvollziehbar an Risikogruppen, ältere Menschen, Schwangere und Kinder gehen, Ordinationen und Apotheken brauchen dafür klare Informationen. Die Verträge und Ausfallsklauseln sind morgen im Gesundheitsausschuss offenzulegen und Vertragsstrafen konsequent durchzusetzen. Für die kommenden Saisonen fordert Schallmeiner, die Beschaffung krisenfest aufzustellen: mit Verträgen bei mehreren Herstellern, verbindlichen Ersatzlieferpflichten, einer Reserve für Ausfälle und einer stärkeren Beteiligung an der gemeinsamen EU-Beschaffung. „Die Menschen in Österreich müssen sich darauf verlassen können, dass die Grippeimpfung kostenlos, einfach und rechtzeitig verfügbar ist. Dafür trägt jetzt die Ministerin die Verantwortung.“
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