- 05.10.2026, 09:59:02
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uniko für Verdoppelung von FP 10: Wie Österreich von solide finanziertem EU-Forschungsprogramm profitiert
Enormes Innovationspotenzial bleibt in Europa derzeit ungenutzt: Transferinstrumente für Spin-offs müssen deutlich besser dotiert werden
Die Verhandlungen zum EU-Finanzrahmen 2028- 2034 treten in die entscheidende Phase. Am 15./16. Oktober wird im Europäischen Rat das Budget diskutiert, eine Einigung bis Jahresende ist angestrebt. Das Forum Forschung der Universitätenkonferenz hat aus diesem Anlass das Positionspapier “Fünf Gründe für ein solides Forschungsrahmenprogramm” verfasst, das im uniko-Präsidium beschlossen wurde. Die uniko schließt sich der Forderung nach einer Verdoppelung des Budgets auf 200 Milliarden Euro für das nächste Forschungsrahmenprogramm an und hebt hervor, was darin aus Sicht der österreichischen Universitäten von besonderer Bedeutung ist. Das uniko-Positionspapier wurde Bundeskanzler Stocker sowie den Minister:innen Bauer, Holzleitner, Hanke, Hattmannsdorfer, Marterbauer und Meinl-Reisinger übermittelt.
Österreich holt überdurchschnittlich viel Fördergeld zurück
Bis Mai 2026 konnten laut FFG Performance Monitoring 1,86 Mrd. Euro aus Horizon Europe zurückgeholt werden. Das entspricht 3,2 Prozent aller bisher in Horizon Europe vergebenen Mittel und Rang 8 unter den EU-27. Zum Vergleich: Österreichs Beitrag zum gesamten EU-Haushalt beträgt 2,5 Prozent. Vor dem Hintergrund der österreichischen Beiträge zum EU-Budget zeigt sich damit eine insgesamt sehr starke Performance des Forschungs- und Wissenschaftsstandorts. “Um dem hohen europäischen Wettbewerb standhalten zu können, bedarf es allerdings leistungs- und wettbewerbsstarker Universitäten. Grundsätzlich lässt sich eine Korrelation zwischen der Höhe der Universitätsbudgets und Rückflüssen aus dem EU-Rahmenprogramm ablesen”, betont die uniko.
Investments, Mobilitätsförderung, Kooperation mit Industrie
Jeder Horizon-Euro stößt weitere Investments an und wirkt positiv auf die gesamte Volkswirtschaft. Zudem stimulieren Horizon Programme wie ERC und MSCA die Talentgewinnung und die Brain Circulation innerhalb Europas, Österreich nutzt diese Programmschienen zur Rekrutierung exzellenter Talente. Was die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft betrifft, decken sich thematische Schwerpunkte im FP 10 mit den Schwerpunkten der österreichischen Industriestrategie. “Das ist ein zentraler Hebel für technologische Souveränität, Technologieführerschaft und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft”, so die uniko.
FP 10 ermöglicht großangelegte Forschungskooperationen
Weit über den monetären Wert hinaus geht der Nutzen internationaler Netzwerke, die durch europäische Programme entstehen. Österreich hat seit Programmstart 2021 mit Partnern aus 125 Ländern kooperiert – vorwiegend aus Mittel- und Nordeuropa. Großangelegte Forschungskooperationen mit Partnern in Ländern wie Kanada oder Japan sind in dieser Größenordnung nahezu ausschließlich über das FP10 realisierbar.
Fokus auf Transferinstrumente "adressiert heimische Schwachstelle”
Ein stark dotiertes FP 10 mit deutlichem Fokus auf Transferinstrumente (wie den European Innovation Council, EIC) "adressiert eine direkte Schwachstelle des österreichischen Innovationssystems”, heißt es in dem uniko-Papier. Die Entstehung akademischer Ausgründungen (Spin-offs), die in Österreich und Europa verankert bleiben, ist sowohl ein europäisches als auch ein nationales Ziel. “Die extrem hohe Überzeichnung des EIC im laufenden Programm zeigt das enorme Potenzial – auch in Österreich –, dem derzeit viel zu geringe Mittel gegenüberstehen”, so die uniko.
Zusammenfassend vier Punkte, die den österreichischen Universitäten im FP 10 besonders wichtig sind:
- Ausreichende Mittelausstattung: 200 Milliarden Euro, um das exzellente Forschungs- und Innovationspotenzial entsprechend nutzen zu können.
- ERC und MSCA bilden das Rückgrat der europäischen Wissenschaft, beide Programm-
linien bedürfen einer finanziellen Stärkung.
- Verstärkte Budgetzuteilung zu Spitzeninstrumenten mit besonders niedrigen Bewilligungsraten wie ERC und EIC.
- Schaffung von Rahmenbedingungen mit akzeptablem Aufwand und Erfolgschancen. Bei
Erfolgsraten von zum Teil unter 10 Prozent wird mehr wissenschaftliches Potenzial vergeudet als neue Erkenntnis geschaffen.
Das Positionspapier der uniko zum EU-Forschungsrahmenprogramm ist im Volltext auf der Website uniko.ac.at einsehbar.
Rückfragen & Kontakt
Universitätenkonferenz (uniko)
Dr Daniela Kittner
Telefon: 06641103665
E-Mail: [email protected]
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