- 02.10.2026, 10:59:15
- /
- OTS0066
ÖVGW fordert Nachschärfungen beim Wasserentnahmeregister
Wasserentnahmeregister ist ein wichtiger Schritt, greift in der geplanten Form aber zu kurz. ÖVGW befürwortet eine flächendeckende Messpflicht.
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) begrüßt grundsätzlich das heute vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft vorgestellte Wasserentnahmeregister. Ein vollständiger Überblick über die Wasserentnahmen ist eine wesentliche Voraussetzung für eine vorausschauende Planung und eine faire Verteilung der verfügbaren Ressourcen. In der angekündigten Form weist das Register aus Sicht der ÖVGW jedoch erhebliche Lücken auf.
Angesichts zunehmender Trockenperioden und niedriger Grundwasserstände in Teilen Österreichs ist eine rasche Umsetzung des Wasserentnahmeregisters dringend erforderlich. Die Erfassung darf sich dabei nicht auf große Wasserentnahmen ab 150.000 Kubikmetern (150 Millionen Litern) beschränken. Andernfalls bliebe ein erheblicher Teil der Grundwasserentnahmen unberücksichtigt, etwa jene für landwirtschaftliche Zwecke. Notwendig ist vielmehr eine lückenlose Erfassung von Wasserentnahmen aller Größenordnungen, um deren Auswirkungen auf die Grundwasserressourcen und die regionale Wasserverfügbarkeit nachvollziehbar beurteilen zu können.
Die ÖVGW fordert daher eine verpflichtende Messung sämtlicher Wasserentnahmen mittels Wasserzähler sowie wirksame Sanktionen bei Verstößen gegen die gesetzlichen Vorgaben. Eine Ermittlung der Entnahmemengen über indirekte Methoden, etwa anhand des Stromverbrauchs, ist aus Sicht der ÖVGW nicht sachgerecht und bietet keine ausreichende Grundlage für eine verlässliche Erfassung.
Auch der vorgesehene Übergangszeitraum bis Juli 2029 wird der Dringlichkeit der Situation nicht gerecht. Die ÖVGW spricht sich daher für eine deutlich frühere Umsetzung mit 1. Jänner 2028 aus. Nur so können zeitnah belastbare Daten geschaffen werden, die eine fundierte Planung und einen nachhaltigen Umgang mit den verfügbaren Wasserressourcen ermöglichen.
„Der Klimawandel ist bei den Trinkwasserversorgern längst angekommen und erfordert entschlossenes und rasches Handeln. Ohne Messung keine Steuerung. Wir brauchen ein vollständiges Entnahmeregister und Instrumente für eine faire Wasserverteilung im Wasserrecht“
, betont ÖVGW-Vizepräsident Mag. Nikolaus Sauer.
Die ÖVGW appelliert daher an die Bundesregierung das Wasserentnahmeregister dahingehend nachzubessern, um die verfügbaren Wasserressourcen nachhaltig bewirtschaften und die langfristige Versorgungssicherheit mit Trinkwasser in Österreich gewährleisten zu können.
ÖVGW
Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 314 Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 2.000 Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu 100 % aus Grundwasser (Brunnen und Quellen) gewonnen, welches Großteils nicht aufbereitet werden muss. Für die ÖVGW steht daher der Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser in Zeiten des Klimawandels im Fokus.
Rückfragen & Kontakt
Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW)
Mag. Georg Amschl
Telefon: +4366488100047
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.ovgw.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GWF






