- 02.10.2026, 08:04:33
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Tag der Stiftungen: Österreichische Stiftungsawards 2026 vergeben
Verband für gemeinnütziges Stiften zeichnet Ingrid und Christian Reder (RD Foundation Vienna) sowie Boris Marte und Andreas Treichl (ERSTE Stiftung) mit Stiftungsawards aus.

Österreichs gemeinnütziger Stiftungssektor gewinnt als Partner für gesellschaftliche Innovation zunehmend an Bedeutung. Jährlich fördern heimische Stiftungen gemeinnützige Anliegen mit 140-150 Mio. Euro. Anlässlich des Europäischen Tags der Stiftungen brachte der Verband für gemeinnütziges Stiften (VgS) am 30. September und 1. Oktober rund 250 Vertreter:innen aus Philanthropie, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft unter dem Motto „Power of Cooperation“ in Wien zusammen. Höhepunkt war die Verleihung der Stiftungsawards 2026, die jährlich an herausragende Persönlichkeiten aus der gemeinnützigen Stiftungsszene vergeben werden. Zu den Preisträger:innen der vergangenen Jahre zählen u.a. Norbert Zimmermann, Patricia Kahane, Therese Niss, Gabriele & Gerhard Ströck sowie Gerda & Martin Essl.
Am Tag der Stiftungen 2026 wurde das Ehepaar Ingrid und Christian Reder als Stifterin und Stifter des Jahres prämiert. Mit ihrer RD Foundation Vienna fördert die Familie seit 15 Jahren Projekte und Initiativen von sozialpolitischer, kultureller, künstlerischer und wissenschaftlicher Bedeutung. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Themen Menschenrechte, Demokratie, Kunst und Kultur sowie Forschung. Für dieses große gesellschaftliche Engagement wurde das Ehepaar Reder 2022 bereits mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien gewürdigt.
Emer. Univ-Prof. Dr. Christian Reder, Vorsitzender der RD Foundation Vienna, gibt weitere Einblicke in die Arbeit der Stiftung: „Diese Ehrung ist erfreulich, weil es uns nicht um eine das Gewissen beruhigende ,Wohltätigkeit‘, sondern um weltoffene Initiativen der Zivilgesellschaft geht, die angesichts demokratiefeindlicher Bestrebungen viel mehr Unterstützung brauchen würden. Nach Jahren der Mitarbeit in Sozialprojekten konnten meine Frau Ingrid Reder und ich mit ihrer Erbschaft diese Stiftung gründen und dafür die entstandenen Kontakte nutzen. Meist mehrjährig gefördert wurden Flüchtlingsprojekte, viele Buchpublikationen, Ausstellungen wie „Der Wiener Kreis. Exaktes Denken am Rand des Untergangs“ an der Universität Wien oder „Josef Frank. Against Design“ im MAK, die Neukonzeption des Sigmund Freud-Museums, das Integrationshaus Wien, das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Forschung oder ,The Vienna Process for a Democratic Afghanistan‘. Der von mir koordinierte junge Vorstand entscheidet über Prioritäten: die Rechtsanwältin Dr. Anna Rubin-Kuhn, die Lektorin Mag. Elvira M. Gross, der Politikwissenschaftler Dipl. Ing. Dr. Alexander Behr.“
Sonderpreis für herausragende Stifterpersönlichkeiten
Mit einem Sonderpreis würdigte der VgS heuer zwei Persönlichkeiten, die den Aufbau und die Entwicklung der ERSTE Stiftung über viele Jahre wesentlich geprägt haben: Boris Marte, der über Jahre in leitender Funktion für die ERSTE Stiftung tätig war, und Andreas Treichl, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Erste Group und aktuell CEO der ERSTE Stiftung.
„Die Auszeichnung würdigt den Aufbau der ERSTE Stiftung als Leitinstitut des österreichischen Stiftungssektors durch das federführende Engagement von Boris Marte und Andreas Treichl. Zwischen 2005 und 2025 hat die Stiftung mehr als 2.630 Projekte unterstützt oder umgesetzt und dafür 187,4 Mio. Euro aufgewendet. Damit zählt die ERSTE Stiftung zu den bedeutendsten Akteur:innen der österreichischen Philanthropie“
, so Günther Lutschinger, Geschäftsführer des VgS.
Auch Andreas Treichl richtet den Blick auf das bisherige Wirken der Stiftung: „Vor mehr als 20 Jahren haben wir die ERSTE Stiftung gegründet, um unseren Beitrag zu einer freien und offenen Gesellschaft zu leisten, in der sich alle Menschen Wohlstand aufbauen und in starken Demokratien das Leben führen können, das sie sich vorstellen. Eine lebendige Zivilgesellschaft ist eine fundamentale Voraussetzung, um diese Ziele zu erreichen.“
Boris Marte ergänzt: „Wir haben als Stiftung sehr oft gezeigt: Wir sind mit euch. Ich glaube, dass dieses Gefühl, dieses Vertrauen in unseren Gesellschaften heute oft fehlt. Also muss man wieder andere Kontexte schaffen, in denen das erneut möglich wird. Die ERSTE Stiftung hat immer versucht, Menschen und Organisationen den Raum zu geben, um gemeinsam zu neuen Lösungen für gesellschaftliche Probleme zu kommen – und dauerhaft etwas zu verändern.“
Über Österreichs gemeinnützigen Stiftungssektor
Seit Inkrafttreten der Gemeinnützigkeitsreform 2024 zeichnet sich in Österreichs gemeinnützigem Stiftungswesen eine besonders dynamische Entwicklung ab: Seit 2025 wurden 30 neue gemeinnützige Stiftungen gegründet – ein neuer Höchststand. Insgesamt gibt es hierzulande über 1.000 gemeinnützige Stiftungen und Fonds. Auch die finanziellen Dimensionen des Sektors sind beachtlich: Im Jahr 2025 wurden mehr als 500 Mio. Euro an Vermögen auf gemeinnützige Stiftungen übertragen. „Die Ausschüttungen tragen rund 15% zum gesamten Spendenaufkommen bei – ein unverzichtbares Standbein bei der Finanzierung gemeinnütziger Anliegen – von humanitärer Hilfe über Klima- und Umweltschutz bis hin zu Kultur sowie Wissenschaft und Forschung“
, weiß Lutschinger.
Rückfragen & Kontakt
Geschäftsführer des Verbandes für gemeinnütziges Stiften
Dr. Günther Lutschinger
Telefon: +43 676 4410108
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.stiften.at
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