• 01.10.2026, 10:42:02
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Gerstorfer: „Wer länger arbeiten soll, muss auch länger arbeiten dürfen“

Frauenarbeitslosigkeit steigt um 6 Prozent – bessere Chancen für Frauen 50+ und Anreize für Beschäftigung Älterer gefordert

Wien (OTS) - 

Die heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten zeigen eine besorgniserregende Entwicklung: Ende September 2026 waren rund 306.600 Menschen arbeitslos, um 2,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Besonders deutlich ist der Anstieg bei Frauen: Ihre Arbeitslosigkeit erhöhte sich im Jahresvergleich um 6 Prozent, während sie bei Männern leicht zurückging. ****

Frauenarbeitslosigkeit steigt deutlich stärker als bei Männern

Für PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer muss deshalb insbesondere die Situation älterer Frauen stärker in den Mittelpunkt rücken.

„Frauen sollen aufgrund des steigenden Pensionsalters länger im Erwerbsleben bleiben. Dann muss aber auch sichergestellt sein, dass sie tatsächlich einen Arbeitsplatz haben. Wer länger arbeiten soll, muss auch länger arbeiten dürfen“, so Gerstorfer.

Höheres Pensionsalter darf nicht in Arbeitslosigkeit enden

Dass ältere Frauen am Arbeitsmarkt besonders unter Druck stehen, ist seit längerem sichtbar. Bereits Ende 2025 war jede sechste arbeitslose Frau älter als 55 Jahre. Frauen zwischen 55 und 64 Jahren bleiben zudem deutlich länger arbeitslos als jüngere Frauen.

„Es darf nicht passieren, dass die Anhebung des Frauenpensionsalters dazu führt, dass Frauen statt in Pension immer länger in Arbeitslosigkeit bleiben. Damit würden soziale Probleme und Kosten lediglich vom Pensionssystem in Richtung Arbeitslosigkeit verschoben“, warnt Gerstorfer.

Länger arbeiten geht nur mit echten Jobs für Ältere

Der PVÖ fordert deshalb bessere Beschäftigungschancen für Frauen 50+, alters- und alternsgerechte Arbeitsplätze sowie gezielte Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote. Weiters sollten steuerliche Anreize für Unternehmen geschaffen werden, die ältere Frauen beschäftigen.

Bonus-Malus: Wer Ältere beschäftigt, soll entlastet werden

Darüber hinaus wollen Pensionistenverband, Seniorenbund und die Vorsitzende der Alterssicherungskommission vom WIFO Christine Mayrhuber (Wirtschaftsforschungsinstitut) Modelle für ein Bonus-Malus-Modell ausarbeiten lassen: Unternehmen, die überdurchschnittlich viele ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen, sollen entlastet werden, während Betriebe mit einem geringen Anteil Älterer stärker beitragen sollen. „Wir müssen Betrieben einen echten Anreiz geben, ältere Menschen zu beschäftigen und bis zur Pension im Unternehmen zu halten. Ein höheres gesetzliches Pensionsalter allein schafft keinen einzigen Arbeitsplatz“, so Gerstorfer.

Nicht länger arbeitslos auf die Pension warten

„Unser Ziel muss sein, dass Frauen gesund und abgesichert bis zur Pension arbeiten können – und nicht ihre letzten Berufsjahre in Arbeitslosigkeit verbringen.“ (Schluss)

Rückfragen & Kontakt

Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: [email protected]

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