• 01.10.2026, 10:21:03
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Kindermöbel damals & heute - bis 8. Dezember 2026 im Möbelmuseum Wien

Im Rahmen der Vienna Design Week präsentiert das Möbelmuseum Wien Margarete Schütte-Lihotzkys „Kinderhaus St. Pölten“ sowie ausgewähltes Design der Gegenwart.

Personengruppe.
Wien (OTS) - 

Kindermöbel damals & heute

Im Rahmen der Vienna Design Week präsentiert das Möbelmuseum Wien von 25. September bis 8. Dezember 2026 Margarete Schütte-Lihotzkys „Kinderhaus St. Pölten“ sowie ausgewähltes Design der Gegenwart.

Margarete Schütte-Lihotzkys wegweisende Gestaltung trifft im Rahmen der Vienna Design Week auf aktuelles österreichisches Möbeldesign. Rekonstruktionen und ein Modell machen das seit Jahrzehnten verlorene Interieur des Kinderhauses St. Pölten wieder sichtbar.


Im Zentrum der von Eva B. Ottillinger, Kuratorin und stellvertretende Leiterin der Abteilung Historische Sammlungen im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, und Christine Schwaiger, Gastkuratorin und Professorin an der New Design University St. Pölten kuratierten Präsentation im Möbelmuseum Wien steht eine Frage, die Margarete Schütte-Lihotzky bereits vor mehr als 70 Jahren beschäftigte: Wie müssen Räume und Möbel gestaltet sein, damit sie den Bedürfnisse von Kindern gerecht werden?

1953 verwandelte die österreichische Architektin eine Direktorenvilla der Ersten Österreichischen Glanzstoff-Fabrik AG in St. Pölten in ein „Kinderhaus“ und entwarf dafür eine eigene Innenausstattung. Im Rahmen der Vienna Design Week 2026 macht das Möbelmuseum Wien dieses heute nicht mehr erhaltene Ensemble wieder sichtbar und stellt den Entwürfen aktuelle Kindermöbel österreichischer Designerinnen und Designer gegenüber.

Die Präsentation „Das Kinderhaus St. Pölten“ ist bis 8. Dezember 2026 im Möbelmuseum Wien, einem Standort der Schönbrunn Group, zu sehen und knüpft zugleich an die aktuelle Ausstellung „Made in Austria. Möbeldesign 1948–1960“ sowie an den diesjährigen Jahresschwerpunkt „Smartening Up“ des Möbelmuseums Wien an. Am 30. September 2026 lud das Museum gemeinsam mit der Vienna Design Week zur Eröffnung der Präsentation.

AUS DER DIREKTORENVILLA WIRD EIN HAUS FÜR KINDER

In den Jahren des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in Österreich Möbel und Räume für viele Lebensbereiche neu gedacht – auch für Kinder. 1953 erhielt Margarete Schütte-Lihotzky den Auftrag, die Direktorenvilla der 1904 gegründeten Ersten Österreichischen Glanzstoff-Fabrik AG in St. Pölten in ein Kinderhaus zu verwandeln. Unter einem Dach entstanden eine Kinderkrippe, ein Kindergarten und ein Hort für Schulkinder. Mit geringen Mitteln gestaltete Schütte-Lihotzky Räume zum Spielen und Lernen, Essen und Ruhen, die praktisch und zugleich gemütlich sein sollten. Als Pionierin des sozialen Wohnens griff sie dabei auf ihre langjährigen Erfahrungen im sozial motivierten Bauen und Einrichten zurück und stimmte Architektur und Einrichtung konsequent auf die Bedürfnisse der kleinen Nutzerinnen und Nutzer ab.

Zu den eigens für das Kinderhaus entworfenen Möbeln gehörte der „Armsessel für Gruppe und Krippe“. Der Entwurf basiert auf den „Kindermöbeln für Wohnungen: Kinderstühlchen“, den die Architektin bereits 1935/1936 in Moskau in vier Sitzhöhen für unterschiedlich große Kinder konzipiert hatte. Für St. Pölten wählte sie eine Sitzhöhe von 29 Zentimetern, die sowohl für die kleineren Kinder der Krippe als auch für die etwas größeren Kindergartenkinder geeignet war. Bei den Materialien setzte sie auf Buche und Gurtengeflecht, eine Wahl, die auch von der Materialknappheit der Nachkriegszeit geprägt war.

REKONSTRUKTIONEN MACHEN VERLORENES WIEDER SICHTBAR

Anfang der 1990er-Jahre wurde das Gebäude in St. Pölten verändert; seit 1994 ist die von Schütte-Lihotzky gestaltete Innenausstattung verloren. Auch vom ursprünglichen „Armsessel für Gruppe und Krippe“ ist kein einziges Exemplar erhalten geblieben. Auf Grundlage von Schütte-Lihotzkys Original-Bleistiftzeichnung und historischen Fotografien konnte der Armsessel jedoch rekonstruiert werden. Christine Schwaiger, Architektin und Professorin an der New Design University (NDU) St. Pölten, setzte den Nachbau gemeinsam mit Tischler Franz Dohnal um. Für die Farbgebung orientierte man sich an Schütte-Lihotzkys Illustrationen ihrer Moskauer Kinderstühle.

Auch die verlorene Innenarchitektur des Kinderhauses erhält ein Revival: Auf Basis der Architektur- und Möbelpläne von 1953 rekonstruierte Christine Schwaiger gemeinsam mit Studierenden der NDU St. Pölten die ursprüngliche Einrichtung als Modell im Maßstab 1:20. Damit sind mehr als 70 Jahre später realistische Eindrücke des gesamten Interieurs vorhanden.

Von Schütte-Lihotzky zum Design der Gegenwart

Heute wie damals gilt: Möbel für Kinder sollten funktional und robust sein, zugleich aber auf ihre Körpergröße, ihre Bewegungsfreiheit und ihren Umgang mit Gegenständen abgestimmt sein. Die Präsentation schlägt deshalb den Bogen von Schütte-Lihotzkys Entwürfen in die Gegenwart und zeigt, welche Antworten österreichische Designerinnen und Designer heute auf diesen Designanspruch finden.

In der Galeriepräsentation zu sehen sind der mit dem Red Dot Award 2020 ausgezeichnete Kinderstuhl und Armsessel „Anuk“ von Höllrigl + Lustig, der Kinderstuhl „Suna“ von March Gut mit einer bereits in der Nachkriegszeit verbreiteten stabilen Kufenkonstruktion sowie „OKKO“ von EOOS. Ursprünglich für Kinder entwickelt, wird „OKKO“ heute vom Tiroler Hersteller Hussl in drei Sitzhöhen für Kleinkinder, Schulkinder und Erwachsene produziert.

WEITERE HIGHLIGHTS IM MÖBELMUSEUM WIEN

Neben der Präsentation im Rahmen der Vienna Design Week bietet das Möbelmuseum Wien in seiner Dauerausstellung vielfältige Einblicke in die österreichische Wohn- und Möbelkultur. In Führungen entdecken Besucherinnen und Besucher unterschiedliche Epochen und Themenwelten vom habsburgischen Erbe über das Biedermeier bis zu den großen Namen der Wiener Moderne wie Otto Wagner, Josef Hoffmann und Adolf Loos.

Die aktuelle Sonderausstellung „Made in Austria. Möbeldesign 1948–1960“ widmet sich noch bis 8. Dezember 2026 dem österreichischen Möbeldesign der Nachkriegszeit – und damit jenen Jahren, in denen auch Schütte-Lihotzkys Kinderhaus in St. Pölten entstand.

Am 3. Oktober 2026 ist das Möbelmuseum Wien zudem von 18:00 bis 00:00 Uhr Teil der „Langen Nacht der Museen“.

ZITATE:

Klaus Panholzer, CEO/Geschäftsführer Schönbrunn Group: „Margarete Schütte-Lihotzky hat Architektur und Gestaltung konsequent von den Menschen aus gedacht, die die Räume und Möbel nutzen. Das Kinderhaus St. Pölten ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Im Möbelmuseum Wien zeigen wir österreichische Designgeschichte in ihrer ganzen Vielfalt und setzen historische Entwürfe immer wieder in Beziehung zu aktuellen Positionen. So wird sichtbar, wie lebendig und relevant Designgeschichte für zeitgenössisches Schaffen ist.“

Eva B. Ottillinger, Kuratorin und stellvertretende Leiterin der Abteilung Historische Sammlungen im Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus: „Die Gestaltung von Räumen für Kinder zieht sich über Jahrzehnte durch Margarete Schütte-Lihotzkys Werk. Das Kinderhaus St. Pölten zeigt exemplarisch, wie sie ihre Erfahrungen auf eine konkrete Bauaufgabe der Nachkriegszeit übertrug und Architektur und Einrichtung als Gesamtkonzept entwickelte.“

Christine Schwaiger, Gastkuratorin und Professorin an der New Design University St. Pölten: "Zum Bauen für Kinder, ein im Werk von Margarete Schütte-Lihotzky wichtiger Teil, ist bisher wenig veröffentlicht. Die Publikation "Kinderhaus St. Pölten" beschäftigt sich mit der Analyse und historischen Kontextualisierung eines kaum bekannten Projekts der Architektin. Durch ein maßstabsgetreues analoges Modell der gesamten Möblierung und einen 1:1 nachgefertigten Kindersessels werden ihre Entwurfsgedanken wieder sichtbar.“

Gabriel Roland, Direktor Vienna Design Week: „Dass das Möbelmuseum Wien immer wieder so schöne Themen wie das Gestalten für Kinder aufgreift, zeigt wie wichtig die Brücke zwischen historischen und zeitgenössischen Designpositionen ist. Ohne treue Partner*innen – und das Möbelmuseum Wien ist ein ausgezeichnetes Beispiel dafür – wäre das Jubiläum der VIENNA DESIGN WEEK nicht halb so freudig.“

Petra Reiner, Leiterin Möbelmuseum Wien: „Mit dem Kinderhaus St. Pölten rücken wir ein besonderes Beispiel für Margarete Schütte-Lihotzkys nutzerorientierte Gestaltung in den Mittelpunkt. Die Rekonstruktionen und ein Modell machen das Interieur wieder anschaulich und schlagen zugleich eine Brücke zu aktuellen Entwürfen. Die Umgestaltung der ehemaligen Direktorenvilla in ein Kinderhaus fügt sich zugleich hervorragend in unseren Jahresschwerpunkt ‚Upcycling Design‘ ein.“

Ausstellungsort:
Möbelmuseum Wien
Andreasgasse 7, 1070 Wien
www.moebelmuseumwien.at

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10:00 bis 17:00 Uh

Eintritt: Erwachsene Ꞓ 20,00 / Studierende (19–25 Jahre) Ꞓ 18,00 / Senior (60+) Ꞓ 18,00 / Kinder (6–18 Jahre) Ꞓ 12,00. Aufpreis Führung: Erwachsene Ꞓ 6,00; Kinder (6–18 Jahre) Ꞓ 6,00. Tickets auch online unter www.imperialtickets.com erhältlich. Es können auch Privat- und Abendführungen sowie Schulführungen gebucht werden.

Nähere Informationen und Reservierung sowie Anreisemöglichkeiten unter +43 1 524 33 57, [email protected] und www.moebelmuseumwien.at

Weiterführende Informationen und ausgewähltes Bildmaterial finden Sie im Pressecorner. Das Bildmaterial steht zur honorarfreien Veröffentlichung im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung zur Verfügung.

Rückfragen & Kontakt

Unternehmenskommunikation Schönbrunn Group
Mag. Katharina Karmel & Elisabeth Joham
Telefon: +43 664 814 5701 / +43 664 8207191
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.schoenbrunn-group.com

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