• 30.09.2026, 10:56:02
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Welttag der älteren Generation – Gerstorfer: „Ältere sind kein Kostenfaktor – sie halten dieses Land am Laufen.“

PVÖ-Präsidentin: Seniorenrat muss echter Sozialpartner werden – Ältere leisten Milliarden an Steuern und unverzichtbare Arbeit für Gesellschaft und Familien

Wien (OTS) - 

Anlässlich des Internationalen Tages der älteren Menschen am 1. Oktober fordert Birgit Gerstorfer, Präsidentin des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), mehr Mitsprache und Respekt für die ältere Generation. „Seniorinnen und Senioren dürfen bei politischen Entscheidungen nicht nur mitgedacht werden. Sie müssen von Anfang an mitreden und mitgestalten können“, so Gerstorfer. Der Österreichische Seniorenrat müsse daher als echter Sozialpartner auf Augenhöhe eingebunden werden. ****

9 Milliarden Euro Lohnsteuer: Ältere sind ein Wirtschaftsfaktor

Dass Pensionistinnen und Pensionisten keineswegs ein „Kostenfaktor“ sind, wie es in der öffentlichen Debatte leider oft dargestellt wird, zeigen die Zahlen. Allein die einbehaltene Lohnsteuer betrug im Jahr 2024 rund 9 Milliarden Euro. Dazu fließt ein Großteil der Pensionen wieder direkt über den Konsum in die Wirtschaft. „Wer ständig nur darüber spricht, was Pensionen kosten, erzählt nur die halbe Wahrheit. Pensionistinnen und Pensionisten zahlen Milliarden an Steuern, verfügen über Kaufkraft und sichern damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze“, betont Gerstorfer.

Sichere Pensionen statt Pensionsbashing

Gerstorfer fordert daher einen sachlichen Umgang mit der Pensionsdebatte. „Die oft genannten 34,2 Milliarden Euro sind kein einheitlicher ‚Pensionszuschuss‘: Rund 20,3 Milliarden Euro entfallen auf die gesetzliche Pensionsversicherung, rund 13,9 Milliarden Euro auf Beamtenpensionen; in den Mitteln für die gesetzliche Pensionsversicherung sind zudem unter anderem Kindererziehungs- und Arbeitslosigkeitszeiten, Leistungen für Selbständige sowie rund 1,33 Milliarden Euro an Ausgleichszulagen gegen Altersarmut enthalten.“

Auch die offiziellen Langfristberechnungen rechtfertigten keine Dramatisierung: Laut Alterssicherungskommission steigen die Bundesmittel für gesetzliche Pensionen und die Ausgaben für Beamtenpensionen bis 2070 zusammen um 1,1 Prozentpunkte des BIP. „Das Pensionssystem muss selbstverständlich langfristig abgesichert werden. Aber daraus eine angebliche Kostenexplosion zu konstruieren und Pensionistinnen und Pensionisten zum Budgetproblem zu erklären, ist nicht nur falsch, es ist bewusst unehrlich. Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge geleistet hat, hat Anspruch auf eine sichere und verlässliche Pension“, so Gerstorfer.

Millionen Stunden freiwillige und unbezahlte Arbeit

Auch jenseits von Steuern und Konsum leisten ältere Menschen einen enormen Beitrag. In Österreich engagieren sich rund 48 Prozent der Bevölkerung freiwillig. Gerade Ältere investieren besonders viel Zeit: Freiwillig Tätige ab 60 Jahren leisten im Median 3,46 Stunden pro Woche – deutlich mehr als jüngere Altersgruppen. Hinzu kommt die Pflegearbeit in den Familien: Rund 950.000 Menschen in Österreich betreuen oder pflegen Angehörige oder Bekannte; die Mehrheit der pflegenden Angehörigen ist über 60 Jahre alt. „Ehrenamt, Kinderbetreuung, Nachbarschaftshilfe und die Pflege von Angehörigen haben einen enormen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wert. Würden diese Leistungen wegfallen, müsste vieles davon teuer durch öffentliche oder professionelle Angebote ersetzt werden“, sagt Gerstorfer.

Recht auf ein analoges Leben

Mehr Respekt bedeute auch, ältere Menschen in allen Gesellschafsbereichen Teilhabe zu garantieren und bei der Digitalisierung nicht zurückzulassen. „Es muss ein Recht auf analoges Leben geben. Behördenwege, Bankgeschäfte, Tickets und wesentliche Dienstleistungen müssen auch ohne Smartphone, App und Internet möglich bleiben. Digitalisierung soll Möglichkeiten schaffen und keine Menschen ausschließen“, fordert die PVÖ-Präsidentin.

„Nicht nur mitdenken – mitentscheiden lassen“

Gerstorfer abschließend: „Die ältere Generation zahlt Milliarden an Steuern, leistet freiwillige Arbeit und hält mit ihrer Pflege- und Betreuungsarbeit Familien und Gesellschaft am Laufen. Sie verdient Respekt statt Pensionsbashing. Sichere Pensionen, ein starker Seniorenrat als echter Sozialpartner und das Recht auf analoge Teilhabe sind zentrale Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Ältere Menschen müssen bei allen politischen Entscheidungen mitgedacht – und vor allem mitentscheiden dürfen.“ (Schluss)

Rückfragen & Kontakt

Pensionistenverband Österreichs
Generalsekretär Christian Rösner-El-Heliebi, MSc.
Mag. Susanne Ellmer-Vockenhuber, Bakk.
E-Mail: [email protected]

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