• 30.09.2026, 10:38:32
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Busbranche unter massivem Kostendruck: Spritpreisbremse greift zu kurz

Umfrage: 95% der Betriebe zählen Treibstoff- und Energiekosten zu größten Belastungen – 72% erwarten 2026 Anstieg von mehr als 10% – Investitionen werden verschoben oder abgesagt

Wien (OTS) - 

„Die Kostenlawine trifft unsere Betriebe mit voller Wucht. Die Spritpreisbremse bringt zwar kurzfristig Entlastung, ist angesichts der anhaltend hohen Belastung aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Busunternehmen müssen wirtschaftlich handlungsfähig bleiben, damit Busse fahren, Menschen mobil bleiben und notwendige Investitionen in Betriebe und Flotten möglich sind“, betont Martin Horvath, Sprecher der österreichischen Busbranche in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Wie groß der Druck auf die Branche ist, zeigt eine aktuelle, anonym durchgeführte Mitgliederbefragung des Fachverbands mit 128 teilnehmenden Busunternehmen. 95 Prozent der befragten Betriebe zählen Treibstoff- und Energiekosten zu ihren größten Belastungsfaktoren. Dahinter folgen Personalkosten mit 81 Prozent sowie eine schwankende oder rückläufige Nachfrage mit 46 Prozent.

Kosten steigen weiter – Weitergabe nur eingeschränkt möglich

Auch für die nächsten Monaten rechnen die Unternehmen mit weiter steigenden Belastungen: Von 122 Betrieben erwarten 95 Prozent höhere Treibstoff- und Energiekosten. 72 Prozent gehen von einem Anstieg um mehr als zehn Prozent aus, rund 23 Prozent von bis zu zehn Prozent. Gleichzeitig können die Mehrkosten kaum vollständig weitergegeben werden: Nur 8 Prozent konnten sie zur Gänze ausgleichen oder weiterverrechnen, 61 Prozent nur teilweise und 31 Prozent gar nicht.

Die Folgen reichen von sinkenden Erträgen und geringerer Liquidität bis hin zu verschobenen Investitionen. 53 Prozent der befragten Unternehmen haben in den vergangenen 12 bis 24 Monaten Investitionen aufgrund der Kostenentwicklung verschoben oder abgesagt. Als häufigsten Grund nannten sie hohe Energie- und Treibstoffkosten (49 Prozent). Besonders bei bestehenden Verträgen sowie im Schüler-, Linien- und Gelegenheitsverkehr besteht nur begrenzter Spielraum, Kostensteigerungen an Auftraggeber weiterzugeben.

Weitere Maßnahmen bei Steuern und Abgaben nötig

Die Bundesregierung will die Spritpreise im Oktober und November durch eine befristete Senkung der Mineralölsteuer und eine Begrenzung der Margen um rund 12 Cent pro Liter dämpfen. Dem sollte eine weitere Senkung der Mineralölsteuer sowie ein Aussetzen der Co2-Bepreisung folgen. Ein Eingriff in den Markt mittels Margenbegrenzungen kann nicht die Lösung sein. „Für die Busbranche kann die aktuelle Maßnahme nur ein erster Schritt sein. Entscheidend ist, dass die Entlastung rasch und spürbar bei den Betrieben ankommt und über die kurzfristige Maßnahme hinaus verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Nur so bleiben die Unternehmen investitionsfähig und können ihren unverzichtbaren Beitrag zur Mobilität in Österreich auch künftig leisten“, so Horvath abschließend. (PWK496/DFS)

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