• 30.09.2026, 09:18:32
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Parlament: "Schöne Worte" für den Schutz von Minderheiten

Letzter Teil der Veranstaltungsreihe "Literatur am Ring" zu 50 Jahren Volksgruppengesetz

Wien (PK) - 

Unter dem Titel "Schöne Worte | Szép szavak | Pekné slová"." fand Dienstagabend anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Beschlusses des Volksgruppengesetzes die letzte von drei Veranstaltungen der Reihe "Literatur am Ring" im Parlament statt. Bei diesem Abschluss wurden zwei der sechs autochthonen Volksgruppen - konkret die slowakische und die ungarische - in den Mittelpunkt gerückt. Nationalratspräsident Walter Rosenkranz hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung "schöner Worte" als Ausgangspunkt für Entwicklungen hervor. Vladimír Mlynár, Vorsitzender im Volksgruppenbeirat für die slowakische Volksgruppe, und Attila Somogyi, Vorsitzender im Volksgruppenbeirat für die ungarische Volksgruppe, betonten die Rolle des Spracherwerbs und legten ihre Vorstellungen für Verbesserungen in diesem Bereich dar. Schließlich diskutierten die drei Autorinnen Didi Drobna, Kerstin Istvanits und Jaqueline Scheiber über ihre Erfahrungen und die Rolle sowie die Bedeutung von Sprache. Ebenso trugen sie aus ihren Werken vor.

Nationalratspräsident Rosenkranz: "Schöne Worte" als Ausgangspunkt für Entwicklungen

Das Motto der Veranstaltung - die "schönen Worte" - sei eine Aufforderung zu aufrichtigen, zu interessierten, zu ehrlichen und zu individuellen Worten, erklärte Nationalratspräsident Walter Rosenkranz in seinen Eröffnungsworten. "Schöne Worte" könnten am Beginn einer Entwicklung stehen und motivieren, einen Weg in die praktische Umsetzung anzustoßen. Das Schaffen der Podiumsgäste zeige die Bedeutung, Anerkennung auf individueller Ebene in den Mittelpunkt zu stellen.

Volksgruppen heben Bedeutung des Spracherwerbs und -erhalts hervor

Es sei wichtig, die eigene Identität zu pflegen und dafür sei Sprache der Schlüssel, erklärte Vladimír Mlynár, Vorsitzender im Volksgruppenbeirat für die slowakische Volksgruppe. Bildungsangebote wie die des Komenský Schulvereins würden hier einen wichtigen Beitrag leisten. Ebenso ging Mlynár auf die Bedeutung des Erreichens junger Menschen, der Digitalisierung und grenzüberschreitender Projekte ein.

Auch Attila Somogyi, Vorsitzender im Volksgruppenbeirat für die ungarische Volksgruppe, hob die Bedeutung des Spracherwerbs und der Mehrsprachigkeit hervor. Es sei wichtig, die Kompetenzen der Kinder zu verbessern und in Schulen lernbar zu machen, forderte er. In Wien würde es aktuell dazu aber nur eingeschränkte Möglichkeiten geben. Verbesserungen erhoffte Somogyi sich hier, wenn das Volksgruppengesetz geändert und dabei vom Territorialprinzip abgegangen würde.

Podiumsdiskussion über die Rolle von Sprache

Die Schriftstellerin Didi Drobna erzählte von den nicht immer einfachen Herausforderungen von ihr und ihrer Familie in Wien, nach der Auswanderung aus der Slowakei, Fuß zu fassen. Auf diesem Weg in den Westen habe sie etwas ihre Muttersprache "verloren". Die deutsche Sprache war für sie der Schlüssel für das Ankommen. In der Familie habe sie dadurch eine hohe Verantwortung als Übersetzerin und Brückenbauerin gehabt. Mit der Auswanderung seien ein höherer Grad an Freiheit, Wahlmöglichkeiten und insgesamt an individuellen Gestaltungsmöglichkeiten einhergegangen.

Für sie habe ungarisch die längste Zeit nur eine Rolle als Sprache innerhalb ihrer Familie gespielt und erst als Erwachsene habe sie zunehmend erkannt, welche Türen diese für sie öffnen kann, erklärte die Autorin Jaqueline Scheiber. Für sie sei Empathie wichtig, denn es fördere das Miteinander, wenn man sich mit Interesse begegne.

Sprache sei etwas sehr persönliches und eng mit der eigenen Identität verbunden, betonte die Lehrerin, Literaturwissenschaftlerin und Autorin Kerstin Istvanits. Sie sei in einem Umfeld aufgewachsen, wo die Verwendung mehrerer Sprachen sehr üblich war. Die ungarische Sprache sei auch in der Schule gefördert worden. Insgesamt sei es wichtig, Sprache im Alltag zu verwenden und diese so lebendig zu erhalten, sagte Istvanits. (Schluss) pst

HINWEIS: Fotos dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments .


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