- 30.09.2026, 08:07:03
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Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg veranstaltet internationale Fachtagung zu (Cyber-)Mobbing
„Unsichtbare Stiche – wenn das ICH nicht sein darf“: Internationale Expert:innen, Fachkräfte und junge Menschen entwickeln gemeinsam Wege gegen (Cyber-)Mobbing
Mobbing entwickelt sich oft schleichend: durch wiederholte Ausgrenzung und Abwertung und vor dem Hintergrund eines Machtungleichgewichts, das es Betroffenen erschwert, sich aus eigener Kraft zu wehren. Mit der internationalen Fachtagung „Unsichtbare Stiche – wenn das ICH nicht sein darf. (Cyber-)Mobbing gemeinsam begegnen und Strukturen verändern“ setzt die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg einen Schwerpunkt auf Prävention, wirksame Intervention und nachhaltige strukturelle Veränderungen – insbesondere im schulischen Kontext.
Am 13. und 14. Jänner 2027 kommen an der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig internationale Expert:innen, Fachkräfte, Entscheidungsträger:innen und junge Menschen zusammen. Im Mittelpunkt stehen aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, Erfahrungen aus der Praxis und die Frage, wie Kinder und Jugendliche wirksam vor Mobbing und Cybermobbing geschützt und in die Entwicklung von Lösungen einbezogen werden können.
„Wir wollen bei (Cyber-)Mobbing nicht erst reagieren, wenn der Schaden bereits entstanden ist. Kinder und Jugendliche brauchen sichere Orte, verlässliche Erwachsene und Strukturen, die hinschauen und handeln. Gleichzeitig müssen wir ihre Perspektiven ernst nehmen und sie als Expert:innen ihrer eigenen Lebenswelt einbeziehen. Genau hier setzt unsere Fachtagung an: Wir wollen gemeinsam Verantwortung übernehmen und Veränderungen anstoßen“, betont Kinder- und Jugendanwältin Johanna Fellinger.
Internationale Expertise und unterschiedliche Perspektiven
Mit Christina Salmivalli, Professorin an der Universität Turku in Finnland, konnte eine international anerkannte Forscherin auf dem Gebiet der Mobbingprävention und -intervention gewonnen werden. Sie gehört zu den zentralen Entwickler:innen des wissenschaftlich evaluierten KiVa-Anti-Bullying-Programms. In ihrer Keynote „From Bullying Prevention to Lasting Change: What Works – and What Lasts?“ beleuchtet sie, welche Präventions- und Interventionsansätze wirksam sind und welche Voraussetzungen es braucht, damit Veränderungen langfristig Bestand haben. Vortrag und Diskussion werden simultan ins Deutsche übersetzt.
Eine weitere Keynote hält Ali Mahlodji, Autor, Unternehmer und Keynote-Speaker. Unter dem Titel „Future Work braucht starke Kids: Wie wir heute die Arbeitswelt von morgen prägen“ beschäftigt er sich damit, wie Erfahrungen von Zugehörigkeit, Ausgrenzung und Mobbing junge Menschen prägen und welche Bedeutung sie für ihre spätere Lebens- und Arbeitswelt haben können.
Michael Grabbe, Psychologe und Psychotherapeut sowie Coach und Supervisor am Institut für Familientherapie Weinheim, widmet sich in seinem Fachvortrag der Frage, wie herausforderndem Verhalten begegnet werden kann, ohne die Person als Ganze abzulehnen, und wie Kooperation statt Polarisierung gefördert werden kann.
Dagmar Cordes und Manuel Stoiber beleuchten Möglichkeiten der Krisenintervention aus zwei fachlichen Perspektiven. Beide arbeiten im Schulpsychologischen Dienst der Landeshauptstadt München und verbinden die Unterstützung Betroffener mit dem Blick auf Handlungsmöglichkeiten von Schule und Institutionen.
Von der Wissenschaft in die Praxis
Wie systematische Mobbingprävention und -intervention im Schulalltag umgesetzt werden kann, zeigt Nikola Hahn-Hoffmann, Wirtschaftspädagogin, systemische Mediatorin und Coach. Anhand der Praxisbeispiele „make:Peace!“ und „WeCare4YOU“ veranschaulicht sie, wie Anti-Mobbing-Arbeit als Mehrebenenansatz nachhaltig an einem Schulstandort verankert werden kann.
Weitere Fachkräfte aus Schulpsychologie, Kinder- und Jugendanwaltschaften, Schulsozialarbeit, Präventionsarbeit und Kriminalprävention sowie Pädagogik bringen ihre Erfahrungen ein. So verbindet die Fachtagung wissenschaftliche Erkenntnisse und internationale Perspektiven mit konkretem Handlungswissen für die Praxis.
Jugendliche gestalten die Fachtagung mit
Der internationalen Fachtagung geht am 20. und 21. November 2026 die Jugendkonferenz „Du bist der Wandel“ voraus. Rund 30 junge Menschen bringen dort ihre Erfahrungen und Sichtweisen zu Ausgrenzung, Zugehörigkeit und Mobbing ein und formulieren Forderungen und Empfehlungen.
Die Ergebnisse fließen direkt in das Programm und die Diskussionen der Fachtagung ein. Jugendliche werden damit als Expert:innen ihrer eigenen Lebenswelt aktiv beteiligt.
(Cyber-)Mobbing ganzheitlich begegnen
Mobbing entsteht und wirkt in sozialen Beziehungen und Gruppen und kann weitreichende Folgen für Betroffene und ihr Umfeld haben. Digitale Räume verstärken diese Dynamiken oft zusätzlich: Verletzende oder abwertende Inhalte können jederzeit verbreitet werden, innerhalb kurzer Zeit ein großes Publikum erreichen und dauerhaft verfügbar bleiben. Ziel der Tagung ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse, internationale Perspektiven und Praxiserfahrungen zusammenzuführen, Handlungssicherheit zu stärken und wirksame Möglichkeiten der Prävention und Intervention aufzuzeigen.
Kostenloses Online-Angebot für Eltern
Am 11. und 12. Jänner 2027 findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe das kostenlose Online-Angebot #elterntalk für Eltern, Erziehungsberechtigte und Interessierte statt. In Kooperation mit dem Salzburger Bildungswerk, dem Friedensbüro Salzburg und der Bildungsdirektion Salzburg geht es unter anderem um die Fragen, wie Eltern ihr Kind unterstützen, sich konstruktiv einbringen und mit Schule und anderen beteiligten Stellen zusammenarbeiten können.
Das Angebot ist kostenlos und unabhängig von einer Teilnahme an der Fachtagung. Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Die Fachtagung will neue Perspektiven eröffnen, Handlungssicherheit stärken und nachhaltige Veränderungen anstoßen. Kinder und Jugendliche sollen sich sicher, zugehörig und ernst genommen fühlen – und Raum haben, sie selbst zu sein.
Die Veranstaltung wird in Kooperation mit akzente Salzburg, der Arbeiterkammer Salzburg, der Bildungsdirektion Salzburg, dem Friedensbüro Salzburg, der Pädagogischen Hochschule Salzburg Stefan Zweig, dem Salzburger Bildungswerk, dem Verein Spektrum und dem Jugendzentrum Iglu umgesetzt.
Hinweis zur Anmeldung
Weitere Informationen zur Anmeldung und zum Programm finden Sie auf der Website der kija Salzburg.
Internationale Fachtagung 2027
Rückfragen & Kontakt
Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg
Johanna Fellinger
Telefon: 06648284242
E-Mail: [email protected]
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