• 30.09.2026, 07:45:02
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FPÖ – Hafenecker: „NEOS-Verwirrspiel um Russland-,Studie‘ – drei Fassungen, zwei Ergebnisse, ein Stempel ,DRAFT‘“

Online stand Fassung mit ungeprüften KI-Zahlen, Journalisten wurde ein Entwurf ausgeteilt – und die eigene Studie widerspricht dem, was Brandstätter und Shetty behauptet haben

Wien (OTS) - 

„Was die NEOS gestern als ,Beweis‘ gegen die FPÖ präsentiert haben, ist ein Verwirrspiel mit mindestens drei verschiedenen Fassungen derselben ‚Studie‘. Auf der NEOS-Homepage stand eine 19-seitige Fassung vom Dezember 2025 mit völlig anderen Zahlen. Den Journalisten wurde in der Früh eine Zusammenfassung in die Hand gedrückt, auf deren Deckblatt in großen roten Lettern ‚DRAFT‘ steht. Und die bereinigte Endfassung ohne Entwurfsstempel wurde erst am Nachmittag erzeugt – Stunden nach der Pressekonferenz. Wer so arbeitet, weiß selbst nicht, was er eigentlich belegen will“, erklärte heute FPÖ-Generalsekretär und Mediensprecher NAbg. Christian Hafenecker, MA.

Die Unterschiede zwischen den Fassungen seien alles andere als Kosmetik. In der Dezember-Fassung hatte eine Künstliche Intelligenz 2.533 angebliche Fundstellen ausgeworfen, in der neuen Fassung blieben nach händischer Prüfung 520 übrig. Von 1.226 Reden, die die Maschine als Befürwortung russischer Narrative eingestuft hatte, hielten 224 der Prüfung stand. „Mehr als vier von fünf KI-Befunden waren schlicht falsch. Dem Abgeordneten Axel Kassegger wurden zunächst 110 ‚prorussische‘ Aussagen angedichtet, jetzt sind es 33. Die SPÖ stand in der alten Fassung mehrheitlich auf der ‚Russen-Seite‘, in der neuen ist sie verschwunden. Das ist keine Wissenschaft, das ist eine Zahlenlotterie, bei der nur das politische Wunschergebnis feststeht“, so Hafenecker.

Noch schwerer wiege, dass Brandstätter und Shetty bei der Pressekonferenz genau das behauptet haben, was ihre eigene Studie ausdrücklich ausschließt. Brandstätter sprach davon, die FPÖ sage „eins zu eins nach, was aus Russland vorgegeben wird“, Shetty davon, Desinformation finde „in Parlamenten“ statt. In der Zusammenfassung, die sie selbst verteilt haben, steht hingegen, die inhaltliche Übereinstimmung erlaube „weder den Schluss auf eine gezielte russische Einflussnahme noch darauf, dass ein Akteur bewusst Desinformation verbreitet“. „Die NEOS haben ihre eigene Studie im selben Raum, am selben Vormittag widerlegt. Ihre Autoren schreiben schwarz auf weiß: keine russische Steuerung, keine Desinformation. Übrig bleibt, dass die FPÖ die Sanktionspolitik kritisiert hat, die die Österreicher mit Rekordteuerung bezahlt haben. Dazu stehen wir, und das ist kein Fall für den Verfassungsschutz“, betonte Hafenecker.

Auch die behauptete Unabhängigkeit halte keiner Prüfung stand: Auf dem Deckblatt prangt das Logo der liberalen Renew-Fraktion, in der Studie heißt es, sie sei „unterstützt von MEP Helmut Brandstätter“, und Shetty selbst sprach von einer „von euch, Helmut, initiierten Studie“. Eine Autorenangabe fehlt in allen Fassungen. „Den Freundschaftsvertrag, den Shetty und Brandstätter heute wieder bemüht haben, hat man aus der neuen Fassung übrigens gestrichen. Man hat das Papier so lange umgeschrieben, bis nur noch übrigbleibt, dass die FPÖ gegen die Sanktionen ist – das wusste jeder Österreicher vorher auch schon“, so Hafenecker.

Bezeichnend sei auch, wer bei der Pressekonferenz nicht am Podium saß: kein einziger Autor, kein Vertreter des Instituts. Präsentiert haben ausschließlich zwei NEOS-Politiker. „Wenn eine Studie so wasserdicht ist, wie Brandstätter behauptet, warum stellt sich dann niemand mit seinem Namen hin und erklärt die Methode? Die Antwort liegt auf der Hand: Kein Wissenschaftler will für eine Pressekonferenz geradestehen, bei der ihm Aussagen in den Mund gelegt werden, die er in seiner eigenen Studie ausdrücklich ausschließt“, so Hafenecker.

Die FPÖ werde das Verwirrspiel parlamentarisch aufklären. „Wir wollen wissen, welche Fassung wann an wen gegangen ist, welche Ministerien davon wussten und ob Steuergeld an ein Institut geflossen ist, das im Parteiauftrag Oppositionsabgeordnete zu Handlangern Moskaus erklären soll. Brandstätter schuldet allen, die er heute öffentlich als ‚Agenten Putins‘ bezeichnet hat, eine Entschuldigung – seine eigene Studie gibt ihm nicht recht. Eine Partei, die nicht einmal eine Studie in einer einzigen gültigen Fassung auf den Tisch legen kann, sitzt in der Bundesregierung und stellt die Außenministerin. Solche Dilettanten sollten dieses Land nicht regieren“, schloss Hafenecker.

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