- 29.09.2026, 15:52:02
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Korosec @ Felbermayr: Pensionssystem wird laufend angepasst – Anhebung des faktischen Antrittsalters ist das Gebot der Stunde!
Die Seniorenbund-Präsidentin erteilt einer starren Erhöhung des gesetzlichen Alters auf 67 eine Absage und fordert ideologiefreie Diskussion vor plakativen Schnellschüssen
„Wer ständig so tut, als ob nichts getan würde bei unserem Pensionssystem, ignoriert die gesetzliche Realität. Das österreichische Pensionssystem befindet sich in einem kontinuierlichen Anpassungsprozess“, reagiert Ingrid Korosec, Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, auf das heutige Ö1 Mittagsjournal-Interview von WIFO-Chef Gabriel Felbermayr. Korosec verweist dabei auf die Pensionsreform von 2003, die erst 2028 völlig abgeschlossen sein wird und vor allem durch die lebenslange Durchrechnung der Beiträge in das Pensionskonto unser Pensionssystem nachhaltig sicher und finanzierbar gemacht hat. Dazu gehört auch die bereits laufende, schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters bis 2033 auf 65. Aber auch neue Anpassungen, wie die Korridorpension und Teilpension sind Reformmaßnahmen beim Pensionssystem.
Faktisches statt gesetzliches Antrittsalter anheben ist „Gebot der Stunde“
„Eine gesetzliche Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 67 Jahre löst kein einziges Problem, sondern verschiebt die Kosten lediglich vom Pensionstopf in die Arbeitslosen- und Krankenversicherung“, warnt die Seniorenbund-Präsidentin: „Das bedeutet zwei Mal Minus: erstens keine Beitragszahlungen bei, zweitens, gleichzeitiger Inanspruchnahme von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung“.
Das wahre Gebot der Stunde sei es nicht, das gesetzliche Alter abstrakt hinaufzuschrauben, sondern das faktische Antrittsalter näher an das bestehende gesetzliche heranzuführen. „Wir müssen die Menschen überhaupt erst einmal gesund im Erwerbsleben halten, bis sie ihr reguläres Pensionsalter erreichen. Dafür braucht es altersgerechte Arbeitsplätze in den Betrieben und wirksame Gesundheitsprävention“, so Korosec.
Gesundheit und Pflege strukturell reformieren
Auch bei den von Felbermayr angesprochenen Gesundheits- und Pflegekosten verwehrt sich Korosec dagegen, die Generationen gegeneinander auszuspielen: „Dass die Menschen erfreulicherweise immer älter werden, darf nicht als finanzielle Drohkulisse genutzt werden. Wir brauchen eine echte Strukturreform im Gesundheits- und Pflegesystem. Korosec wiederholt ihre langjährige Forderung: „Finanzierung aus einer Hand. Damit im System gespart wird und nicht bei den Menschen!“
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