• 29.09.2026, 15:02:32
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WKÖ-Schneider-Lugger zu OECD: Lehrkräfte gezielt gewinnen und besser im Beruf halten

Weitere Professionalisierung von Aus- und Weiterbildung und attraktiver Quereinstieg als Schlüssel für Bildungsqualität – Mehr Investitionen in berufliche Bildung

Wien (OTS) - 

Der OECD-Bericht „Education at a Glance 2026“ unterstreicht aus Sicht der Wirtschaft die Bedeutung von vorausschauender Lehrkräftepolitik. „Kinder kommen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in unser Bildungssystem. Damit sie erfolgreich zu einem Abschluss begleitet werden, braucht es bestens qualifizierte Lehrkräfte. Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals müssen deshalb weiter professionalisiert werden“, fordert Melina Schneider-Lugger, Leiterin der Abteilung Bildungspolitik in der WKÖ.

In Österreich entfallen laut OECD 69 Prozent der Austritte auf Lehrkräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung. Insgesamt verlassen rund neun Prozent der voll qualifizierten Junglehrkräfte mit klassischer Lehrerausbildung den Beruf.

„Wir müssen von vornherein darauf achten, die Richtigen für den Lehrberuf zu gewinnen, und diese gut begleiten und unterstützen – damit junge Lehrkräfte auch weiterhin im Beruf bleiben“, so Schneider-Lugger.

Attraktive Bedingungen an berufsbildenden Schulen

„Erfahrene Fachkräfte aus der Wirtschaft bringen praktische Erfahrungen ein, tragen zu mehr Diversität in der Lehrerschaft bei und stärken die Verbindung zum Arbeitsmarkt“, betont die WKÖ-Bildungsexpertin.

Die OECD verweist deshalb zu Recht auf das große Potenzial von Quereinsteiger:innen. Es muss freilich auch attraktiv für Expert:innen aus der Wirtschaft seien, als Praxislehrende in berufsbildenden Schulen zu arbeiten. Dazu müssen die Einstiegshürden mit einer parallelen Berufsausübung vereinbar sein und erforderliche Zusatzqualifizierungen in kompakter, berufsbegleitender Form angeboten werden.

Orientierung und Ressourceneinsatz verbessern

Auch bei Bildungsabschlüssen gibt es Handlungsbedarf: Zwei Jahre nach der theoretischen Ausbildungsdauer haben in Österreich 16 Prozent der Schüler:innen der Sekundarstufe II keinen Abschluss erreicht und sind gar nicht mehr in Ausbildung. Qualitätsvolle Bildungs- und Berufsorientierung an der Schnittstelle der 8. und 9. Schulstufe könnte die Zahl der Fehlentscheidungen, „Drop-outs“ und damit Kosten im System deutlich reduzieren.

Deutlich über dem OECD-Schnitt liegen in Österreich die Ausgaben pro Schüler:in und Student:in. Aus Sicht der Wirtschaft eine Schieflage: „Es braucht hier einen effizienteren Mitteleinsatz und gleichzeitig eine ausgewogenere Bildungsfinanzierung, in der auch die duale Ausbildung angemessen berücksichtigt wird. Wer die berufliche Bildung attraktiver machen will, muss hier investieren“, so Schneider-Lugger abschließend. (PWK495/HSP)

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