- 29.09.2026, 13:43:02
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Maurer/Grüne zu OECD-Studie: Wiederkehr verheizt Junglehrer:innen – so kollabiert das System von innen
Mehr als zwei Drittel der Aussteiger:innen sind Junglehrer:innen
Die aktuellen Daten der OECD-Studie „Bildung auf einen Blick" legen eine verheerende Situation an Österreichs Schulen offen: Fast ein Zehntel der Berufsneulinge schmeißt den Job hin, mehr als zwei Drittel aller Aussteiger:innen sind Junglehrer:innen mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung. „Dass ausgerechnet jene hinwerfen, die frisch und voller Motivation in die Schulen kommen, ist ein bildungspolitischer Skandal. Hier wird die nächste Generation verheizt, bevor sie überhaupt richtig im Beruf angekommen ist“, kritisiert Sigi Maurer, Bildungssprecherin und stv. Klubobfrau der Grünen. „Wir haben bereits im Sommer vor genau dieser Überlastung gewarnt. Schon die damalige Anfragebeantwortung des Ministeriums hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Berufseinsteiger:innen noch kein abgeschlossenes Lehramtsstudium hat.“
Ob die gesetzlichen Schutzmaßnahmen für Berufseinsteiger:innen mit Bachelor-Abschluss (Verbot von Klassenvorstandsaufgaben, Schutz vor fachfremdem Unterricht, Recht auf eine halbe Lehrverpflichtung) an den Schulen tatsächlich umgesetzt werden, konnte das Ministerium nicht beantworten. Die heute veröffentlichte OECD-Studie zeigt nun das Ergebnis dieser Passivität. „Wegschauen geht nicht mehr. Das ist ein Systemversagen. Der Minister agiert im Blindflug und weiß nicht einmal, ob die eigenen Schutzregeln eingehalten werden“, betont Maurer. „Gleichzeitig lässt man Studierende ohne Bachelor-Abschluss in prekären Sonderverträgen völlig ohne Schutzrechte als Lückenbüßer:innen arbeiten.“
Auch das Mentoring wird den unterschiedlichen Bedürfnissen von Absolvent:innen, Studierenden und Quereinsteiger:innen nicht gerecht. Die Ressourcen sind zu knapp, Anpassungen sind laut Anfragebeantwortung des Ministeriums nicht vorgesehen. „Es braucht unverzüglich eine lückenlose Ausweitung aller Schutzrechte auf alle Berufseinsteiger:innen – insbesondere jene in Sonderverträgen – sowie eine grundlegende Reform und Aufstockung des Mentorings“, fordert Maurer.
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