- 29.09.2026, 10:49:32
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FPÖ – Dieringer: „EU-Studie zum Lehrermangel blendet das Sprachproblem in den Klassen aus“
„Mehr Indikatoren aus Brüssel helfen keiner Lehrerin, deren halbe Klasse kein Deutsch versteht“
Eine im September vorgelegte Studie im Auftrag des Kulturausschusses des Europäischen Parlaments bestätigt, was Lehrer in Österreich täglich erleben. Es fehlen qualifizierte Lehrkräfte, und viele Junge verlassen den Beruf nach kurzer Zeit wieder. In Österreich hatten laut Studie im Schuljahr 2022/23 fast 58 Prozent jener Lehrkräfte, die gekündigt haben, weniger als fünf Jahre Berufserfahrung. Das ist der höchste Wert unter den sechs Ländern, für die solche Daten vorliegen. „Die Studie beschreibt das Symptom genau. Über die Zustände in vielen Klassenzimmern verliert sie auf 75 Seiten kaum ein Wort“, sagt die freiheitliche EU-Abgeordnete Elisabeth Dieringer.
Migration kommt in dem Bericht nur als Randbemerkung vor. Schüler, die dem Unterricht sprachlich nicht folgen können, tauchen einzig in der Fallstudie zu den Niederlanden auf, und zwar als Kriterium für eine Gehaltszulage. Die österreichischen Zahlen zeigen, worum es geht: Laut Österreichischem Integrationsfonds galten im Schuljahr 2025/26 in Wien 50,9 Prozent der Schulanfänger der 0. und 1. Schulstufe wegen unzureichender Deutschkenntnisse als außerordentliche Schüler. Österreichweit waren es im Schuljahr davor mehr als 50.800 Schüler, an Volksschulen rund elf Prozent.
„Wenn die Hälfte der Taferlklassler kein Deutsch versteht, ist normaler Unterricht nicht möglich. Die Lehrerin wird zur Sprachtrainerin, Sozialarbeiterin und Dolmetscherin in einer Person, und mit all dem lässt man sie allein. Wer sich wundert, warum junge Lehrer nach wenigen Jahren aufgeben, soll sich diese Klassen ansehen“, so Dieringer.
Für die EU-Ebene empfiehlt die Studie weitere Indikatoren, Austauschprojekte über Erasmus+, Initiativen im Rahmen der Europäischen Säule sozialer Rechte und die Einbindung von Lehrervertretern in das Europäische Semester. „Brüssel antwortet auf überforderte Klassen mit Monitoring. Keine dieser Maßnahmen bringt einer einzigen Volksschule eine zusätzliche Förderkraft“, kritisiert Dieringer. Bildung sei nach den EU-Verträgen Sache der Mitgliedsstaaten. Die Studie selbst hält fest, dass die EU-Lehrerpolitik über das Europäische Semester und die Wiederaufbaupläne in den vergangenen Jahren immer weiter in die nationalen Systeme vorgedrungen ist. Zudem bringt der Autor die EU-Beschäftigungspolitik mit zunehmend prekären Arbeitsverhältnissen in Verbindung, die den Lehrerberuf unattraktiver machen.
„Unsere Schulen tragen die Folgen einer jahrelang verfehlten Zuwanderungs- und Integrationspolitik. Deutsch muss sitzen, bevor ein Kind in den Regelunterricht kommt. Dafür braucht es verbindliche Sprachförderung schon im Kindergarten und zusätzliches Personal an den Schulen, damit Lehrer wieder unterrichten können, statt Lücken zu stopfen, für die sie nicht ausgebildet sind“, so Dieringer.
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