- 28.09.2026, 13:48:33
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Bundestagung im Zeichen von 50 Jahre Maschinenring Österreich
Von der gemeinsamen Maschine zur KI

50 Jahre Maschinenring Österreich, Digitalisierung, Frauen in der Landwirtschaft und internationale Zusammenarbeit im Mittelpunkt: Die Maschinenring Bundestagung gastierte heuer in Niederösterreich.
Rund 400 Gäste kamen von 23. bis 25. September zur Maschinenring Bundestagung 2026 nach Wiener Neustadt. Bürgermeister Klaus Schneeberger begrüßte die Teilnehmer:innen in den Kasematten. Unter dem Motto „Zukunft mit Herkunft. Mensch und Wandel im Einklang.“ stand das 50-Jahre-Jubiläum des Maschinenring Österreich ebenso im Mittelpunkt wie aktuelle Fragen zu Klimawandelanpassung, Digitalisierung und KI, Frauen in der Landwirtschaft, Arbeitswelt und internationaler Zusammenarbeit. Gäste aus Österreich, Deutschland, Südtirol, der Schweiz, Slowenien, der Slowakei, Tschechien, England und Schweden nahmen an der dreitägigen Veranstaltung teil.
50 Jahre Maschinenring: starkes Netzwerk für neue Herausforderungen
Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft Norbert Totschnig eröffnete am Donnerstag den offiziellen Teil der Bundestagung. Im Rahmen der Veranstaltung fand auch die 50. Generalversammlung des Maschinenring Österreich statt.
Mit Blick auf den Klimawandel hob Totschnig, der selbst mehrere Jahre beim Maschinenring tätig war, die Bedeutung starker regionaler Netzwerke hervor. Wenn Extremwetterereignisse Landwirtschaft und Regionen vor neue Herausforderungen stellen, kommt es darauf an, vorhandene Ressourcen und Wissen zu bündeln und rasch reagieren zu können. Der Maschinenring leistet mit seinem österreichweiten Netzwerk und seinen regionalen Strukturen einen wichtigen Beitrag.
Den Grundgedanken des Maschinenring brachte Totschnig bei der Bundestagung mit den Worten „Gemeinsam geht es leichter“ auf den Punkt.
„Der Maschinenring lebt von seiner starken Gemeinschaft. Sie ist die Basis dafür, dass wir Veränderungen gemeinsam anpacken und Zukunft gestalten.“
Franz Xaver Broidl, Bundesobmann Maschinenring Österreich
Frauen gestalten Landwirtschaft und ländlichen Raum
Ein weiterer Schwerpunkt der Bundestagung war das Internationale Jahr der Bäuerin 2026.
Daniela Morgenbesser, Leiterin Agrarkommunikation der Landwirtschaftskammer Niederösterreich und Obfrau von FemAgrar Austria, stellte die Rolle von Frauen als Gestalterinnen von Innovation in den Mittelpunkt. Sie thematisierte dabei konkrete Voraussetzungen für mehr Beteiligung: sichtbare Vorbilder, familienfreundliche Rahmenbedingungen, Netzwerke und die aktive Ansprache von Frauen für Führungs- und Funktionärsaufgaben.
Wirtschaftstrainerin Christine Hackl setzte sich in ihrem Impuls mit der Frage auseinander, wie Menschen auch in herausfordernden Situationen handlungsfähig bleiben. Unter dem Titel „Krisenfit“ stellte sie Klarheit, innere Haltung, Netzwerke und den bewussten Umgang mit Veränderungen in den Mittelpunkt.
Auch beim Niederösterreichischen Länderabend war das Thema präsent. Bundesbäuerin LKR Irene Neumann-Hartberger, Vorsitzende der ARGE Österreichische Bäuerinnen, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Österreich und Abgeordnete zum Nationalrat, richtete eine kurze Ansprache an die Gäste.
Franziska Fröschl, Bundesobmann-Stellvertreterin des Maschinenring Österreich, spannte in ihrem Beitrag den Bogen vom eigenen landwirtschaftlichen Betrieb bis zur Situation von Bäuerinnen im Senegal.
Von Österreich bis Afrika: Maschinenring-Idee international vernetzt
Der Blick nach Senegal führte zugleich zu einem weiteren Schwerpunkt der Bundestagung – der internationalen Zusammenarbeit. Der Maschinenring Weltverband verbindet heute Maschinenring-Organisationen in 15 Ländern Europas und Afrikas. Im Mittelpunkt stehen Wissensaustausch und die Weiterentwicklung der Maschinenring-Idee entsprechend den jeweiligen landwirtschaftlichen und regionalen Gegebenheiten.
Hans Peter Werderitsch, Präsident des Maschinenring Weltverbands, Vorstandsvorsitzender der Maschinenring Personal und Service eGen und Landesobmann im Burgenland, gab bei der Bundestagung Einblick in die internationale Entwicklung der Organisation. Der Weltverband soll den Austausch zwischen den Maschinenringen über Ländergrenzen hinweg stärken und Erfahrungen aus unterschiedlichen landwirtschaftlichen Strukturen zusammenführen.
Ein Beispiel dafür ist Senegal. Seit 2019 werden dort Maschinenringe aufgebaut. Rund 50.000 kleinbäuerliche Familienbetriebe profitieren vom Zugang zu Technik und Wissen. Der Ansatz folgt dem Grundgedanken der Hilfe zur Selbsthilfe.
KI hält Einzug in die Maschinenvermittlung
Wie sich die ursprüngliche Idee der gemeinsamen Ressourcennutzung technologisch weiterentwickeln kann, zeigte ein Projekt des Maschinenring Steiermark. Mit „Franz“ wurde ein KI-gestützter Buchungsassistent für die Maschinenvermittlung vorgestellt. Das System soll telefonische Anfragen für die Vermittlung von Maschinen entgegennehmen, Verfügbarkeiten prüfen und Buchungen im MR AgrarPortal abwickeln. Routineaufgaben können damit digital unterstützt werden, während persönliche Beratung, Vertrauen und komplexe Entscheidungen beim Menschen bleiben.
Auch andere Bundesländer brachten konkrete Projekte nach Wiener Neustadt: Das Burgenland präsentierte die technische Betreuung von Biomasse-Nahwärmeanlagen, Niederösterreich Projekte aus Forst, Biomasse und Energie. Die Beispiele zeigten, wie sich die Zusammenarbeit im Maschinenring von der klassischen Maschinengemeinschaft auf neue Aufgabenfelder erweitert hat.
Nach drei Tagen mit Generalversammlung, Fachvorträgen, Projektpräsentationen und persönlichem Austausch endete die Bundestagung am Freitag mit einer feierlichen Staffelübergabe: 2027 übernimmt der Maschinenring Burgenland die Gastgeberrolle.
Über Maschinenring Österreich
Der Maschinenring Österreich wurde 1976 gegründet. Österreichweit gibt es 72 regionale Maschinenringe, denen rund 71.000 landwirtschaftliche Betriebe angehören. Mehr als 30.000 Menschen arbeiten über den Maschinenring. Das Tätigkeitsfeld reicht von der landwirtschaftlichen Zusammenarbeit über Service-Dienstleistungen und Personaldienstleistung bis zu weiteren Angeboten für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum.
Rückfragen & Kontakt
Mag. Stefanie Rosenauer
Bundesgeschäftsführung-Stv., Kommunikation, Marketing & HR
Maschinenring Österreich
Telefon: +43 664 9606115
E-Mail: [email protected]
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