- 28.09.2026, 11:00:32
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Schallmeiner: Sinkende Impfquoten sind Warnsignal: Österreich braucht Aufklärung auf Augenhöhe und ein aktives Einladungssystem
„Eltern wollen, dass ihre Kinder gesund bleiben. Wenn Impfungen trotzdem versäumt werden, steckt dahinter oft nicht Gleichgültigkeit, sondern ein stressiger Alltag, fehlende Information oder Verunsicherung. Die Antwort darauf darf kein erhobener Zeigefinger sein. Die Politik muss aufklären, Vertrauen schaffen und aktiv auf Familien zugehen“, sagt Ralph Schallmeiner, Gesundheitssprecher der Grünen.
Eine aktuelle Studie in The Lancet Regional Health – Europe zeigt bei den Kinderimpfungen auch für Österreich ein gemischtes Bild mit drei rückläufigen Trends. Portugal und Luxemburg erreichen hingegen bei allen sieben untersuchten Impfungen eine Durchimpfungsrate von mindestens 95 Prozent. Beide Länder setzen auf aktive Einladungs- und Erinnerungssysteme.
„Diese Länder warten nicht darauf, dass Eltern zwischen Beruf, Betreuung und Familienalltag selbst jeden Impftermin im Kopf behalten. Sie informieren, erinnern und laden ein. Genau das brauchen wir auch in Österreich“, fordert Schallmeiner.
Gerade in einer Zeit, in der sich Falschinformationen oft schneller verbreiteten als medizinische Fakten, dürfe sich der Staat nicht auf Broschüren und Internetseiten zurückziehen. „Wenn die öffentliche Hand nicht verständlich und aktiv informiert, überlässt sie das Feld jenen, die mit Angst und Verunsicherung arbeiten. Gute Impfaufklärung muss persönlich, verständlich, mehrsprachig und frei von Druck sein: bei Kinderärzt:innen, im Rahmen des Eltern-Kind-Passes, in Schulen und überall dort, wo Familien erreicht werden“, meint Schallmeiner und fordert daher ein österreichweites Einladungs- und Erinnerungssystem, verbunden mit leicht zugänglicher Beratung und unkomplizierten Impfangeboten: „Impfen bleibt eine freiwillige Entscheidung. Aber eine gute Entscheidung braucht verlässliche Informationen und einen entschlossenen Kampf gegen Verschwörungsnarrative. Kinder verdienen den bestmöglichen Schutz und Eltern verdienen Unterstützung statt Schuldzuweisungen. Beides zu gewährleisten, ist Aufgabe der Gesundheitspolitik.“
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