• 28.09.2026, 09:40:03
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Notstand im Tierschutzhaus: 150 verletzte und geschwächte Tauben in der Erstaufnahme – so viele wie nie in 180 Jahren

Spittelau ist kein Einzelfall: 250 Tauben in Vösendorf – während Linz das Füttern verbietet

Wien/Vösendorf (OTS) - 

Über 150 Tauben liegen in der Erstaufnahme des Tierschutzhauses Vösendorf: verletzt oder so geschwächt, dass sie rund um die Uhr versorgt werden müssen. Noch nie in 180 Jahren Wiener Tierschutzverein waren so viele Tiere dieser Art gleichzeitig in der akuten Aufnahme. Insgesamt sind 250 Tauben vor Ort in Obhut.

Der Fall Spittelau – mindestens zwei lebende Tauben mit Geschossen im Leib, Anzeige wegen Verdachts der Tierquälerei – trifft auf einen Notstand im Haus. Offene Wunden, gebrochene Flügel, Infektionen, Abmagerung: Ohne 24-Stunden-Betreuung würden viele binnen Stunden sterben. Die Erstaufnahme ist auf Intensivpflege ausgelegt, nicht auf Dauerbetrieb in dieser Größe.

Verbote statt Management

Parallel setzt sich die reine Verbots-Logik fort. Der Linzer Gemeinderat hat am 24. September 2026 mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ, ÖVP und NEOS ein ganzjähriges Fütterungsverbot für wildlebende Straßentauben im gesamten Stadtgebiet beschlossen. Wer im öffentlichen Raum füttert oder erkennbar für Tauben bestimmtes Futter auslegt, riskiert bis zu 218 Euro Strafe. Ausnahmen für den Taubenschutz und betreute Schläge waren nicht vorgesehen.

Ein Fütterungsverbot ändert am Bestand nichts. Stadttauben vermehren sich dort, wo Nistplätze, Nahrung und fehlende Geburtenkontrolle zusammenkommen. Wer das Füttern unter Strafe stellt, ohne Ersatzplätze und Eieraustausch, verlagert die Tiere – und treibt geschwächte in Notaufnahmen von Tierheimen, die bereits am Limit sind.

Dazu schwinden die Rückzugsorte. Zuletzt mussten im Tierschutzhaus Vösendorf acht Tiere von einem Wiener Dachboden evakuiert werden. Dachausbau schafft Wohnungen und nimmt Nistplätze. Die Tiere weichen auf Bahnhöfe, U-Bahnen und Gesimse aus – oder landen in der Erstaufnahme.

Tierschutz Austria fordert betreute Taubenschläge, Körnerfütterung statt Brot und Speiseresten, Eieraustausch und ein Ende tierquälerischer Vergrämung. Vier Taubenschläge für Zehntausende Stadttauben in ganz Wien reichen nicht. Ein kleiner, sinkender Bestand entsteht nur durch dieses Management – nicht durch weitere Verbote.

„Wir können nicht Intensivstation, Auffangbecken und Alarmsirene zugleich sein, während draußen weiter geschossen, verbaut und verboten wird“, so Dr.in Madeleine Petrovic, Präsidentin Tierschutz Austria/Wiener Tierschutzverein. „Noch so viele Verbote machen diesen Kurs nicht besser.“
Fotos (honorarfrei)
Fotos verletzter Tiere

Rückfragen & Kontakt

Tierschutz Austria
Mag. Martin Aschauer, MSc.
Telefon: 0699/16604075
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.tierschutz-austria.at/

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