• 25.09.2026, 13:11:05
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Hirnhauttumoren: Strahlentherapie senkt Rückfallrisiko bei atypischen Meningeomen deutlich

Internationale Studie liefert neue Evidenz für Behandlung nach Entfernung des Tumors

Wien (OTS) - 

Atypische Meningeome sind von der Hirnhaut ausgehende Tumoren, die mit einem hohen Rückfallrisiko verbunden sind. Bisher war nicht eindeutig geklärt, ob Patient:innen nach vollständiger operativer Entfernung des Tumors von einer Strahlentherapie profitieren. Nun liefert eine internationale Studie unter maßgeblicher Beteiligung der MedUni Wien neue wissenschaftliche Evidenz für diesen Therapieansatz, der die Rückfallrate signifikant senken kann. Die aktuell im Top-Journal „The Lancet“ publizierten Ergebnisse sollen in nationalen und internationalen Leitlinien berücksichtigt werden.

An der ROAM/EORTC-1308 genannten Studie nahmen 157 Patient:innen nach vollständiger Entfernung eines atypischen Meningeoms teil. 78 davon zufällig ausgewählte Personen erhielten jeweils 30 Behandlungseinheiten Strahlentherapie, 79 wurden regelmäßig mittels Bildgebung überwacht. Die wissenschaftliche Untersuchung wurde an 58 Kliniken in elf Ländern (Österreich, Australien, Belgien, Irland, Frankreich, Deutschland, Neuseeland, Italien, Spanien, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich) durchgeführt. Mit der Klinischen Abteilung für Onkologie der Universitätsklinik für Innere Medizin I und ihrem Leiter Matthias Preusser war die Medizinische Universität Wien führend an der Studie beteiligt.

Die Ergebnisse liefern erstmals aus einer randomisierten Studie belastbare Evidenz dafür, dass eine Strahlentherapie nach vollständiger Entfernung eines atypischen Meningeoms das Rückfallrisiko signifikant reduziert: Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von rund fünf Jahren trat bei elf von 78 Patient:innen (14 Prozent) in der Bestrahlungsgruppe ein Meningeom-Rückfall auf, verglichen mit 24 von 79 Patient:innen (30 Prozent) in der Beobachtungsgruppe. Auch beim krankheitsfreien Überleben zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Nach fünf Jahren waren 79,9 Prozent der Patient:innen in der Bestrahlungsgruppe ohne Rückfall, gegenüber 64,3 Prozent unter Überwachung mittels Bildgebung.

„Die ROAM/EORTC-1308-Studie hat eine deutliche Verringerung der Rezidivrate gezeigt und liefert damit die besten verfügbaren Belege für den Einsatz einer adjuvanten fraktionierten Strahlentherapie bei Patient:innen, bei denen eine vollständige chirurgische Resektion eines atypischen Meningeoms durchgeführt wurde. Diese Ergebnisse werden in nationale und internationale Leitlinien einfließen“, sagt Matthias Preusser, der die Studie gemeinsam mit Michael Jenkinson (Liverpool Clinical Trials Centre, UK), Carrol Gamble (Liverpool Clinical Trials Centre, UK) und Damien C. Weber (Paul Scherrer Institut sowie Inselspital – Universitätsspital Bern, Schweiz) geleitet hat. Die Entscheidung für oder gegen eine Strahlentherapie müsse aber gemeinsam mit den Patient:innen getroffen werden, wie die Studienautor:innen betonen. Es gelte mögliche Nebenwirkungen und Spätfolgen der Behandlung zu berücksichtigen, auch wenn während der Studie schwere strahlenbedingte Ereignisse selten auftraten.

Meningeome machen rund ein Drittel der primären, also nicht durch Metastasen gebildeten, Hirntumoren bei Erwachsenen aus. Atypische Meningeome sind selbst nach vollständiger chirurgischer Resektion mit einem hohen Rückfallrisiko verbunden. Der Nutzen einer zusätzlichen Strahlentherapie nach Tumorentfernung war bisher nicht durch eine randomisierte Studie geklärt. Die ROAM/EORTC-1308-Studie liefert nun erstmals entsprechende wissenschaftliche Evidenz. In weiteren Studien soll nun unter anderem geklärt werden, ob der Vorteil der Strahlentherapie auch über fünf Jahre hinaus bestehen bleibt.

Publikation: The Lancet
Radiotherapy versus observation following surgical resection of WHO grade 2 atypical meningioma (ROAM/EORTC-1308): an international, multicentre, phase 3 randomised trial
Michael D Jenkinson et.al, *Carrol Gamble, *Matthias Preusser, *Damien C Weber.
*shared senior authors
https://doi.org/10.1016/S0140-6736(26)01804-0

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Leiter Unternehmenskommunikation
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