• 25.09.2026, 11:33:02
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vida-Eberhart zu Tourismuszahlen: „Rekorde feiern und gleichzeitig Krise spielen – das passt nicht zusammen“

vida kritisiert Krisenerzählung der Tourismusbranche – Beschäftigte verlieren trotz steigender Gästezahlen real an Kaufkraft

Wien (OTS) - 

Die heute veröffentlichten Tourismuszahlen der Statistik Austria zeigen erneut eine starke Entwicklung: Von Jänner bis August wurden 117,89 Millionen Nächtigungen gezählt, ein Plus von 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die bisherige Sommersaison von Mai bis August liegt mit 63,31 Millionen Nächtigungen um 2,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Für Eva Eberhart, Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, stehen diese Zahlen in deutlichem Widerspruch zur Krisenerzählung der Branche: „Ein Rekord jagt den nächsten, die Gästezahlen steigen und Österreich bleibt international gefragt. Gleichzeitig hören wir von Arbeitgeberseite seit Monaten, wie schlecht es den Betrieben angeblich geht. Irgendwann stellt sich schon die Frage, wie glaubwürdig dieses Dauerjammern ist.“

Eberhart: „Krisenerzählung darf keine Ausrede für niedrige Löhne sein“

Mit dem neuen Kollektivvertrag steigen die Löhne in Hotellerie und Gastronomie ab Oktober im Durchschnitt um 3,02 Prozent. In der größten und am niedrigsten entlohnten Lohngruppe beträgt das Plus 3,48 Prozent. Bei einer zugrundeliegenden Inflationsrate von 3,6 Prozent bedeutet das für die Beschäftigten einen realen Kaufkraftverlust.

„Die Menschen in Küchen, im Service, im Housekeeping, an den Rezeptionen und in vielen weiteren Bereichen haben die Erfolge im österreichischen Tourismus erarbeitet. Die Branchenvertreter sollen endlich aufhören, so zu tun, als wäre es wirtschaftlich unzumutbar, sie anständig zu bezahlen“, so Eberhart.

Arbeitsbedingungen verbessern statt Arbeitskräfte importieren

Kritisch sieht vida auch die Strategie, einen vermeintlichen Arbeitskräftemangel verstärkt über Saisonkontingente und die Rot-Weiß-Rot-Karte zu lösen. Gerade in Beherbergung und Gastronomie werden zahlreiche Arbeitskräfte aus Drittstaaten angeworben. Und das, obwohl Ende August 375.730 Personen beim Arbeitsmarktservice (AMS) arbeitslos oder in Schulung gemeldet waren.

„Die Betriebe klagen über Personalmangel, sind aber gleichzeitig nicht bereit, das naheliegendste Mittel dagegen einzusetzen: anständige Löhne und attraktivere Arbeitsbedingungen“, sagt Eberhart. „Wer Menschen für möglichst wenig Geld arbeiten lässt, löst keinen Fachkräftemangel – er hält lediglich den Lohndruck hoch.“

„Erfolg muss dort ankommen, wo er erarbeitet wird“

Auch Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner spricht angesichts der aktuellen Zahlen von hoher Wertschöpfung und starker internationaler Nachfrage. „Natürlich kann die Situation einzelner Betriebe unterschiedlich sein. Aber als Begründung dafür, die Löhne einer ganzen Branche niedrig zu halten, taugt die permanente Krisenerzählung nicht. Ein erfolgreicher Tourismus braucht nicht nur volle Betten und volle Gaststuben, sondern auch Beschäftigte, die von ihrer Arbeit gut leben können“, so Eberhart abschließend.

Rückfragen & Kontakt

Gewerkschaft vida
Cornelia Groiss
Telefon: +43 664 6145756
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.vida.at/de

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