• 25.09.2026, 11:13:32
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Kleines Plus bei Gesamt-Nächtigungsentwicklung im bisherigen Kalenderjahr

Erträge in der Hotellerie weiterhin unter Druck

Wien (OTS) - 

Die heute von Statistik Austria veröffentlichten Nächtigungszahlen für das Kalenderjahr 2026 zeigen mit 117,89 Mio. Nächtigungen ein Plus von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr. Der August war mit einem kleinen Minus von 0,1 % stabil, sodass für die bisherige Sommersaison (Mai-August) insgesamt ein Plus von 2,3 % erreicht wurde.

„Es ist erfreulich, dass Österreich als Tourismusland bei Gästen aus so vielen Herkunftsländern punktet. Unsere Betriebe arbeiten tagtäglich daran, dass attraktive Angebote für alle Gästewünsche am Markt sind, und das zu einem fairen Preis“, kommentiert Georg Imlauer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die aktuellen Zahlen.

Während der 1-3 Stern-Bereich vor allem in der bisherigen Sommersaison deutlich unter dem Durchschnitt liegt, im 1-2 Stern-Bereich mit einem Minus von 2,4 %, verzeichnet die 4-5 Stern Hotellerie mit 2,3 % Nächtigungen ein Wachstum, das dem Durchschnitt entspricht. Das höchste Wachstum verzeichnet allerdings nicht die klassische Hotellerie, sondern mit +8,8 % Nächtigungen in der bisherigen Sommersaison und +6,6 % seit Jahresbeginn der Sektor der Ferienwohnungen. Das zeigt die veränderte Angebotsstruktur am österreichischen Beherbergungsmarkt: Laut Österreichischer Nationalbank (OeNB) gab es zwischen 2019 und 2025 bei den Anbietern von Ferienwohnungen ein Plus von 84 %, während die 1-3 Sternbetriebe um 12 % gesunken sind. Die Anzahl der 4 und 5 Sternhotels ist um 5 % gestiegen.

„Trotz leichtem Nächtigungsplus für einen Teil der Branche stimmt uns die Ertragslage sehr nachdenklich. Erschreckende 26 % der Hotelleriebetriebe gaben diesen Sommer bereits an, dass sie im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang ihrer Erträge verzeichnen. Nicht überraschend, wenn Grund- und Vorleistungskosten wie Energie- und Lebensmittel wieder deutlich steigen, die Kosten von 90 % der Betriebe nicht oder nicht gänzlich über Preise an die Gäste weitergegeben werden können, weil Gäste ohnehin schon sparsamer urlauben“, so Imlauer.

Auch Susanne Kraus-Winkler, WKÖ-Bundesspartenobfrau Tourismus und Freizeitwirtschaft kommentiert die Nächtigungsentwicklung für die Hotellerie zurückhaltend: „Aus dem aktuellen Tourismusbericht der Österreichischen Nationalbank geht eindeutig hervor, dass trotz steigender Nächtigungszahlen die reale Wertschöpfung bei Beherbergung und Gastronomie um 12 % gesunken ist.“ Zudem ist zwischen 2019 und 2024 die Stundenproduktivität in der Beherbergung und Gastronomie um 6 % gesunken, während sie in der Gesamtwirtschaft um 3,5 % gestiegen ist.

Daher ist auch der Investitionswille in der Branche gedämpft. Während in den vergangenen drei Jahren 76 % der Hotelleriebetriebe investiert haben, sind es in den kommenden drei Jahren nur mehr 53 %. „Wir sprechen hier von Investitionen, die zu über 96 % in der regionalen Wirtschaft getätigt werden“, so Imlauer. Bau, Handwerk, Ausstattung, Einrichtung etc., sie alle profitieren direkt und unmittelbar von der Hotellerie. Auch tragen die Tourismusabgaben wesentlich dazu bei, dass die Infrastruktur nicht nur für Gäste, sondern für die gesamte Bevölkerung, vor allem in ländlichen Regionen, nicht nur aufrechterhalten, sondern auch verbessert wird.

„Stabile Nächtigungsentwicklungen sind die Basis. Für eine gute Ertragslage benötigt es nun Investitionsanreize und steuerliche Entlastungen, wie etwa die seit zwei Regierungen verankerte Verkürzung der Abschreibungsdauer. Maßnahmen wie diese stärken nicht nur die österreichische Hotellerie, sondern die gesamte österreichische Wirtschaft“, appelliert Imlauer abschließend. (PWK476/EL)

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