• 25.09.2026, 11:06:32
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Agrar- und Lebensmittelhandel warnen vor steigendem Preisdruck bei Lebensmitteln: Weitere Steuerentlastungen bei Transportkosten nötig

WKÖ-Gartner/Prauchner: Hohe Treibstoff- und Logistikkosten belasten gesamte Versorgungskette – Aussetzung der CO₂-Bepreisung und flexiblere Transportregelungen gefordert

Wien (OTS) - 

Hohe Treibstoff- und Logistikkosten erhöhen den Druck entlang der gesamten Lebensmittelkette. Treffen sie auf schwache Ernten und steigende Weltmarktpreise, verstärken sich die Belastungen für Produktion, Handel und Konsument. Das Bundesgremium des Agrarhandels und der Lebensmittelhandel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) begrüßen daher die temporäre Senkung der Mineralölsteuer und fordern weitere gezielte Entlastungen.

„Auf geopolitische Krisen oder wetterbedingte Ernteausfälle haben wir kaum Einfluss. Umso wichtiger ist es, jene Kosten zu senken, die wir im Inland beeinflussen können. Die Senkung der Mineralölsteuer war deshalb ein wichtiger Schritt, dem weitere Entlastungen folgen müssen“, sagt Christian Prauchner, Obmann des Lebensmittelhandels.

Hohe Spritpreise belasten doppelt

Hohe Spritpreise belasten doppelt: Sie schmälern das verfügbare Einkommen der Haushalte und verteuern zugleich Produktion, Transport und Verteilung von Lebensmitteln. Aktuelle AMA-Daten zeigen, dass besonders Familien mit Kindern ihr Einkaufsverhalten anpassen beziehungsweise anpassen müssen. Die Einkaufsmenge ist zurückgegangen, während Aktionsware und Eigenmarken an Bedeutung gewinnen.

„Wenn Familien gerade bei Lebensmitteln stärker sparen müssen, ist das ein deutliches Warnsignal. Entlastungen entlang der Lieferkette sind daher auch ein Beitrag zur Sicherung der Kaufkraft“, so Prauchner. Agrar- und Lebensmittelhandel begrüßen die Spritpreisbremse vor allem dort, wo sie steuerlich entlastet. Dieser Weg sollte fortgesetzt werden – etwa durch eine Entlastung bei der CO₂-Bepreisung. Eingriffe in die Margen bei Treibstoffen lehnen die Branchen hingegen ab: Österreich ist auf Treibstoffimporte angewiesen, Margenbegrenzungen können daher in angespannten Marktphasen die Versorgungssicherheit beeinträchtigen.

Logistikkosten steigen massiv

Besonders herausfordernd ist die Situation derzeit für die Landwirtschaft und den Agrarhandel, wie Peter Gartner, Vorsitzender der Berufsgruppe des
Getreidehandels in der WKÖ, erläutert: „Die Produktionskosten sind deutlich gestiegen, gleichzeitig hat die Dürre zu erheblichen Ernteausfällen geführt. Die aktuellen Getreidepreise können diese gestiegenen Kosten vielfach nicht mehr abdecken. Zusätzlich verschärfen die höheren Logistikkosten die Situation. Aufgrund der niedrigen Wasserstände ist die Binnenschifffahrt nur eingeschränkt möglich, während bei der Bahn kaum ausreichende Kapazitäten zur Verfügung stehen. Damit wird der Transport von Getreide zunehmend schwieriger und teurer. Die Senkung der Spritpreise ist daher ein wichtiger und richtiger erster Schritt, wird allein aber nicht ausreichen. Es braucht weitere Maßnahmen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft und des Agrarhandels zu sichern und die steigenden Kosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette abzufedern.“

Mautentlastung und gezielte Ausnahmen

Als weitere Schritte regen Agrar- und Lebensmittelhandel eine befristete Mautentlastung sowie gezielte zusätzliche Ausnahmen vom Wochenendfahrverbot für versorgungsrelevante Lebensmittel- und Agrartransporte an. Insbesondere Mischtransporte sowie Transporte von Futtermitteln und anderen Agrarrohstoffen sollten flexibler abgewickelt werden können. „Wir sollten dort entlasten, wo wir unmittelbar Einfluss haben: bei Steuern, Abgaben und Transportkosten. Jede vermeidbare Kostensteigerung, die wir aus der Versorgungskette nehmen können, hilft, den Preisdruck zu begrenzen und Lebensmittel leistbar zu halten“, sagt Prauchner abschließend. (PWK475/DFS)

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