- 24.09.2026, 13:46:02
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WBNÖ Ecker/Servus: Bürokratie kostet Niederösterreichs Betriebe rund 3,4 Milliarden Euro pro Jahr
Erster Entbürokratisierungsbericht der Regierung bestätigt Ausmaß der Belastung – Wirtschaftsbund Niederösterreich unterstützt Kampagne des WBÖ gegen unnötige Berichtspflichten.
Der Wirtschaftsbund Niederösterreich (WBNÖ) unterstützt die bundesweite Initiative des Wirtschaftsbundes Österreich gegen unnötige Berichtspflichten. Wie groß die Belastung tatsächlich ist, zeigt nun auch der erste Entbürokratisierungsbericht des Staatssekretariats für Deregulierung und Entbürokratisierung: Österreichs Betriebe wenden demnach jährlich rund 20 Milliarden Euro für Bürokratie auf, das entspricht fast 7 Prozent ihrer gesamten Personalkapazität. Grundlage des im Juli 2026 veröffentlichten Berichts waren mehr als 5.000 konkrete Fälle, die Bürgerinnen und Bürger, Betriebe und Verwaltung selbst eingebracht haben.
Eine aktuelle Hochrechnung von KMU Forschung Austria kommt zu einem ähnlichen Bild: Bundesweit summiert sich der bürokratische Aufwand der Wirtschaft auf rund 320 Millionen Arbeitsstunden bzw. 21,1 Milliarden Euro pro Jahr, das entspricht etwa 200.000 Vollzeitstellen. Gerechnet auf den niederösterreichischen Beschäftigtenanteil von rund 16 Prozent ergibt sich für Niederösterreich ein hochgerechneter Aufwand von rund 52 Millionen Arbeitsstunden bzw. 3,4 Milliarden Euro pro Jahr.
Sie decken sich damit weitgehend mit einer Studie, welche die Wirtschaftskammer Niederösterreich bereits 2024 bei KMU Forschung Austria in Auftrag gegeben hatte: Diese hatte für Niederösterreich einen jährlichen Aufwand von 53 Millionen Arbeitsstunden bzw. rund 3 Milliarden Euro ermittelt, das entspricht 2,5 Prozent des Umsatzes bzw. 10,1 Prozent der Bruttowertschöpfung der NÖ-Betriebe. „Was wir 2024 in dieser Studie aufgezeigt haben, bestätigt sich jetzt eins zu eins in den aktuellen Bundeszahlen. Die Belastung ist seither nicht kleiner geworden, sie liegt nach wie vor bei mehreren Milliarden Euro im Jahr, die unseren Betrieben für Kunden, Mitarbeiter und Investitionen fehlen“, betont WKNÖ Präsident WBNÖ Landesgruppenobmann Wolfgang Ecker.
Kern der WBÖ-Initiative ist die Umkehr der Beweislast: Nicht die Betriebe sollen begründen müssen, warum eine Berichtspflicht entfallen soll, sondern der Staat muss belegen, warum sie weiterhin notwendig ist. „Dass jetzt sogar der eigene Bericht der Bundesregierung das Ausmaß bestätigt, nimmt uns niemand mehr weg. Jede Berichtspflicht muss sich rechtfertigen, und das gilt nicht nur für den Bund, sondern genauso für das Land. Auch Niederösterreich muss seine eigenen Melde- und Nachweispflichten, etwa bei Förderungen oder Genehmigungsverfahren, auf den Prüfstand stellen“, so Abgeordneter zum Nationalrat WBNÖ Direktor Harald Servus.
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