- 24.09.2026, 12:41:32
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FPÖ – Maier: „Über 21.000 NCMEC-Verdachtsmeldungen, aber Karner kann zentrale Fragen nicht beantworten!“
Aktueller Missbrauchsfall rückt Kinderschutz erneut in den Fokus – NCMEC-Meldungen steigen massiv, während wichtige Statistiken fehlen
Der aktuelle Fall rund um den Kabarettisten Günther Paal alias „Gunkl“ hat das erschütternde Thema des sexuellen Kindesmissbrauchs erneut in den Mittelpunkt der öffentlichen Debatte gerückt. Paal ist wegen mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs einer Unmündigen sowie des mutmaßlichen Besitzes von sexualbezogenem Kindesmissbrauchsmaterial angeklagt. Bei einer Hausdurchsuchung seien laut Anklage 960 Bilddateien und 19 Videodateien mit entsprechenden Darstellungen sichergestellt worden. Für den stellvertretenden FPÖ-Sicherheitssprecher NAbg. Reinhold Maier zeige die aktuelle Debatte einmal mehr, wie wichtig eine lückenlose Aufklärung, ausreichende personelle Ressourcen und nachvollziehbare Zahlen in diesem hochsensiblen Bereich sind.
„Wenn ein derartiger Fall öffentlich wird, ist die Betroffenheit plötzlich riesengroß. Gleichzeitig habe ich bereits Anfang dieses Jahres mit einer parlamentarischen Anfrage auf mehr als 20.000 Verdachtsmeldungen mit Österreich-Bezug aufmerksam gemacht. Die Antwort des Innenministers zeigt jedoch, dass bei zentralen Fragen bis heute die notwendigen Statistiken fehlen“, erklärte Maier. Die Zahlen aus der parlamentarischen Anfragebeantwortung seien alarmierend. 15.882 NCMEC-Verdachtsmeldungen mit Österreich-Bezug wurden 2023 registriert, 18.276 im Jahr 2024 und bereits 21.830 im Jahr 2025. Damit ist die Zahl innerhalb von nur zwei Jahren um rund 37 Prozent gestiegen.
„Mehr als 21.000 Verdachtsmeldungen in nur einem Jahr und der Innenminister kann dem Parlament nicht einmal nachvollziehbar beantworten, wie viele konkrete Delikte daraus hervorgegangen sind und wie viele Abschlussberichte erstellt wurden. Genau hier muss sich Karner die Frage gefallen lassen, wie eine wirksame Erfolgskontrolle funktionieren soll, wenn wesentliche Zahlen gar nicht erhoben werden“, so Maier.
Das Innenministerium hält in seiner Beantwortung selbst fest, dass keine Statistiken über die Anzahl der einzelnen Delikte geführt werden. Auch darüber, wie viele Abschlussberichte aufgrund von NCMEC-Treffern in den Jahren 2023 bis 2025 erstellt wurden, existiert laut Beantwortung keine entsprechende Statistik. Besonders kritisch sieht Maier die personelle Ausstattung des zuständigen Referats für Sexualstraftaten und Kinderpornographie im Bundeskriminalamt. Dieses wurde bereits 2018 mit fünf Planstellen eingerichtet. Mit Stand 1. Februar 2026 waren weiterhin lediglich fünf Planstellen systemisiert, bei 4,75 Vollbeschäftigungsäquivalenten.
„Die Zahl der Verdachtsmeldungen steigt massiv, die personelle Ausstattung bleibt aber praktisch auf dem Stand von 2018. Karner muss erklären, wie eine solche Entwicklung mit unverändert fünf Planstellen dauerhaft bewältigt werden soll. Gerade beim Schutz von Kindern darf Personalmangel niemals zum Problem bei Ermittlungen werden“, erklärte Maier.
Auch Justizministerin Anna Sporrer müsse sich nach Ansicht Maiers der Frage stellen, ob die vorhandenen Daten und Strukturen ausreichen, um Entwicklungen im Bereich des sexuellen Kindesmissbrauchs umfassend nachvollziehen zu können. „Kinderschutz bedeutet nicht nur, nach Bekanntwerden eines prominenten Falls Betroffenheit zu zeigen. Innenministerium und Justiz müssen jederzeit belegen können, wie viele Fälle bekannt werden, wie sie bearbeitet werden und welche Konsequenzen daraus folgen. Bei einem derart sensiblen Thema darf es keine statistischen blinden Flecken geben“, betonte Maier.
Maier fordert daher eine deutlich bessere statistische Erfassung sowie eine Überprüfung der personellen Ausstattung der zuständigen Ermittlungsstellen. „Der Fall Gunkl führt uns aktuell drastisch vor Augen, worüber wir hier sprechen. Gleichzeitig wissen wir, dass allein im Jahr 2025 mehr als 21.000 NCMEC-Verdachtsmeldungen mit Österreich-Bezug eingegangen sind. Diese Zahlen müssen ernst genommen werden. Beim Schutz unserer Kinder braucht es ausreichend Personal, vollständige Transparenz und konsequente Ermittlungen. Hier darf es weder Ausreden noch blinde Flecken geben. Außerdem braucht es endlich härtere und konsequentere Strafen für verurteilte Täter, so wie wir Freiheitliche es schon seit Jahren fordern“, so Maier abschließend.
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