- 23.09.2026, 10:50:32
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WKÖ-Trefelik: Shopflächen im Umbau – umso wichtiger sind Erreichbarkeit und Einbremsen der Kostenspirale
Neue Analyse von WKÖ und Standort + Markt zeigt: Verkaufsfläche in den letzten zehn Jahren um 3,5 Prozent zurückgegangen, vor allem Innenstadtlagen sind unter Druck
„Der stationärer Einzelhandel befindet sich im Wandel. Das wissen wir seit längerem, doch die eine Antwort für alle Standorte gibt es nicht. Denn die Entwicklung der Flächen sieht je nach Standort unterschiedlich aus“, sagt Rainer Trefelik, Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Das zeigt eine aktuelle Analyse von Standort + Markt im Auftrag der Bundessparte Handel, die heute in der WKÖ präsentiert wurde und die die Entwicklung der Handelsflächen in den vergangenen zehn Jahren untersuchte.
Insgesamt ging die Zahl der Einzelhandelsstandorte zwischen 2015 und 2025 um 3,1 Prozent zurück, die tatsächlich in Betrieb befindliche Verkaufsfläche um 3,5 Prozent. Hinter diesen Gesamtwerten stehen jedoch sehr unterschiedliche Entwicklungen: Fachmarktzentren blieben mit plus 0,8 Prozent weitgehend stabil, Shopping Center legten um 2 Prozent zu, während die Citys mit minus 13 Prozent den stärksten Flächenrückgang verzeichneten.
„Die Daten zeigen keinen Absturz des stationären Handels, aber einen tiefgreifenden Umbau. Das heißt, der Handel verschwindet nicht aus unseren Städten und Regionen, doch er konzentriert sich stärker auf gute Standorte und passt seine Flächen und Konzepte an veränderte Konsumgewohnheiten an“, fasst Brigitte Moser, Gesellschafterin von Standort + Markt, die Flächenentwicklung zusammen.
Unterschiede beim Branchenmix
Besonders sichtbar wird der Wandel beim Branchenmix. „Während in den Fachmarktagglomerationen vor allem der Einrichtungshandel stark verloren hat, nicht zuletzt durch die Insolvenz von Kika/Leiner, ist in den Citys vor allem der Modehandel unter Druck. Die Shopping Center weisen hingegen den stabilsten Branchenmix auf“, berichtet Hannes Lindner, Geschäftsführer von Standort + Markt.
So ging etwa der Flächenanteil des Einrichtungshandels in den Fachmarktmarktagglomerationen seit 2015 von 32,4 auf 20,4 Prozent zurück, was einem Minus von zwölf Prozentpunkten entspricht und auch Auswirkungen auf den Leerstand in Fachmarktagglomerationen hat.
Nicht ganz so stark, aber doch von 25,5 auf 21,2 Prozent sank in den Innenstadtlagen der Bekleidungsanteil. Gastronomie, Dienstleistungen und Freizeit legten dagegen gemeinsam um 2,6 Prozentpunkte in den Citys zu. Zugleich wechseln frühere Geschäftsflächen zunehmend in andere Nutzungen – etwa Ordinationen, Büros oder Kanzleien. Der harte Leerstand liegt über alle untersuchten Stadtgrößen hinweg bei 9 Prozent.
In den Shopping-Centern, die im Beobachtungszeitraum insgesamt ein Flächenwachstum aufweisen, ist der Einzelhandel zwar ebenfalls leicht rückläufig und Bereiche wie Gastronomie und Freizeit steigen. Doch der Charakter als klassische Handelsstandorte bleibt erhalten.
Onlinewachstum und Kosten beschleunigen die Bereinigung
Insgesamt werden die untersuchten Standorte, allen voran die Citys, den Experten von Standort + Markt zufolge multifunktionaler. Das Wachstum des Onlinehandels sowie die in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Kosten beschleunigen diesen Trend. Zusätzlich belastet das nach wie vor schwache Konsumklima den Handel.
„Die Daten zeigen uns, dass wir für einen weiterhin erfolgreichen stationären Handel stabile Rahmenbedingungen brauchen und dabei auch die Anforderungen der jeweiligen Standorte berücksichtigen müssen“, resümiert Handelsobmann Trefelik. Bei Fachmarktzentren muss etwa eine Nachnutzung leerer Flächen rasch und unbürokratisch ermöglicht werden. In den Citylagen wiederum ist die Erreichbarkeit wichtiger denn je. „Wenn wir weiter lebenswerte und bunte Städte haben wollen, dann gilt es auch sicherzustellen, dass sie gut zu erreichen sind, egal ob öffentlich oder per Pkw“, fordert Trefelik.
Aber auch faire Wettbewerbsbedingungen und ein Einbremsen der Kostenspirale sind angesichts der schwierigen Bedingungen des Einzelhandels wichtiger denn je: „Die gestiegenen Energiekosten dürfen nicht neuerlich zu einer Kostenlawine für die Betriebe werden. Sowohl bei den Mieten als auch bei der Lohnentwicklung gilt es mit Augenmaß vorzugehen“, so Trefelik abschließend. (PWK465/DFS)
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