- 23.09.2026, 10:04:33
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Kaiser Wiesn: vida fordert klare Standards für Sicherheitsfirmen
Innenminister Karner soll lange angekündigtes Sicherheitsdienstleistungsgesetz endlich auf den Weg bringen
Vom 24. September bis 11. Oktober wird im Wiener Prater wieder die Kaiser Wiesn gefeiert. Rund 400.000 Besucher:innen werden erwartet. Damit eine Großveranstaltung dieser Dimension sicher über die Bühne gehen kann, braucht es ausreichend und gut ausgebildetes Sicherheitspersonal. Die Gewerkschaft vida fordert deshalb endlich klare gesetzliche Standards für die Branche in Form eines Sicherheitsdienstleistungsgesetzes.
„Für die Sicherheit Hunderttausender Wiesn-Besucher sorgen Beschäftigte, die einen verantwortungsvollen Job machen. Sie müssen Gefahren erkennen, Konflikte entschärfen und im Ernstfall richtig reagieren können. Dafür braucht es eine fundierte Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen“, sagt Gernot Kopp, Vorsitzender des zuständigen vida-Fachbereichs Gebäudemanagement.
Es kann nicht sein, dass bei Veranstaltungen Sicherheitsdienstleistungen möglichst billig vergeben werden und die Qualität dabei zu kurz kommt. „Sicherheit darf keine Frage des günstigsten Angebots sein. Wer Sicherheitsdienste beauftragt, muss auch Verantwortung dafür übernehmen, unter welchen Bedingungen die Beschäftigten arbeiten“, so Kopp.
Sicherheit braucht Ausbildung und klare Verantwortlichkeiten
Die Anforderungen an Beschäftigte in der Bewachungsbranche sind hoch: Sie kontrollieren Zugänge, müssen Menschenmengen im Blick behalten, Konfliktsituationen einschätzen und bei medizinischen Notfällen, Bränden oder anderen Gefahrensituationen rasch reagieren. „Von Bewacher:innen wird im entscheidenden Moment erwartet, dass sie genau wissen, was zu tun ist. Gleichzeitig fehlen in Österreich noch immer verbindliche und einheitliche gesetzliche Ausbildungsstandards für die Branche. Das passt nicht zusammen“, kritisiert Kopp.
Problematisch sind aus Sicht der Gewerkschaft auch Subunternehmerketten und kurzfristige Personalrekrutierungen vor Großveranstaltungen. „Die Veranstalter planen ihre Events schon Monate zuvor. Da sollte man erwarten können, dass sie auch das Sicherheitspersonal früh genug einstellen. Wer jemanden für einen Sicherheitsjob engagiert, kann nicht einfach darauf vertrauen, dass irgendwie alles gutgehen wird. Professionelle Sicherheitsarbeit braucht professionelle Rahmenbedingungen“, so der vida-Gewerkschafter.
Auch der vereitelte Anschlagsplan auf die Taylor-Swift-Konzerte in Wien im Jahr 2024 habe gezeigt, dass strengere Regeln und mehr Kontrolle in der Branche dringend notwendig seien. „Damals hat Innenminister Karner groß angekündigt, gesetzlich nachzuschärfen. Mehr als zwei Jahre und zahlreiche Großveranstaltungen später warten wir noch immer auf das versprochene Sicherheitsdienstleistungsgesetz – und nehmen damit vermeidbare Risiken in Kauf. Die Wiener Kaiser Wiesn zieht auch viele Tourist:innen aus aller Welt an. Herr Minister, ist dieser nachlässige Umgang mit ihrer Sicherheit wirklich das Bild, das Sie nach außen vermitteln wollen?“, fragt Kopp.
Die Gewerkschaft vida fordert daher:
- verbindliche Ausbildungsstandards mit mindestens 264 Lerneinheiten,
- regelmäßige verpflichtende Auffrischungsschulungen,
- einen einheitlichen Berufsausweis,
- eine zentrale behördliche Registrierung,
- qualitätsorientierte Vergaben statt Billigstbieterlogik sowie
- ein Verbot von Subunternehmerketten.
„Die Wiener Kaiser Wiesn soll für hunderttausende Besucher:innen ein Fest sein. Damit das funktioniert, leisten die Beschäftigten im Hintergrund unverzichtbare Arbeit. Doch wer Sicherheit will, muss endlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür schaffen“, so Kopp abschließend.
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Gewerkschaft vida
Cornelia Groiss
Telefon: +43 664 6145756
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