• 23.09.2026, 10:00:32
  • /
  • OTS0050

Rekordsommer 2026 führte zu 20 Prozent mehr Fernkälte-Absatz

August brachte Allzeit-Höchstwerte bei Tag- und Nachttemperaturen. Wien Energie baut die Fernkälte seit 20 Jahren aus.

Wien (OTS) - 

Der Sommer 2026 war der heißeste in der Wiener Messgeschichte. Mit den Temperaturen ist auch der Bedarf an Kühlung deutlich gestiegen: Die Fernkälte von Wien Energie verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 20 Prozent. Der Bedarf lag damit sogar leicht über jenem des bisherigen Rekordsommers 2024.

Mit 41,0 Grad wurde am 4. August laut GeoSphere Austria ein Allzeit-Hitzerekord für Wien gemessen. Die anhaltend hohen Temperaturen sorgen aber auch für immer heißere Nächte, insbesondere in den dicht bebauten Stadtgebieten. So wurde in der Inneren Stadt heuer auch ein Rekord bei den nächtlichen Tiefstwerten verzeichnet: In der Nacht auf den 5. August kühlte es lediglich auf 27,4 Grad ab.

Mit steigenden Temperaturen wächst auch der Bedarf an Kühlung. Das betrifft nicht nur Wohn- und Aufenthaltsräume, sondern auch Gewerbe und Industrie, die stabile Bedingungen in ihren Lagern und Produktionen brauchen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Zusammenhang während Hitzewellen: Steigt die Außentemperatur auf 35 Grad, liegt der Fernkälte-Bedarf um rund 60 Prozent höher als an einem Sommertag mit 25 Grad.

Jubiläum: 20 Jahre Fernkälte in Wien

Wien Energie hat bereits vor 20 Jahren den Grundstein für das Fernkältenetz in Wien gelegt und baut es seither kontinuierlich aus: 2006 wurde der erste Liefervertrag geschlossen, 2007 ging in TownTown in Erdberg die erste Fernkältezentrale in Betrieb. Mittlerweile umfasst die Wiener Fernkälte acht Kältezentralen mit Netzanschluss sowie 17 dezentrale Anlagen, die einzelne Gebäude oder Gebäudekomplexe versorgen. Insgesamt versorgt Wien Energie inzwischen mehr als 300 Gebäude mit Fernkälte. Darunter unter anderem das AKH, die Universität Wien, das Rathaus, Hotels und Gastronomiebetriebe oder Kulturinstitutionen wie die Staatsoper und das Musiktheater Ronacher.

Auch heuer hat Wien Energie die Fernkälte weiter ausgebaut: So wurde in der Kältezentrale im Gewerbehof Seestadt die Leistung von 180 auf 360 Kilowatt verdoppelt und damit zusätzliche Kapazitäten für die dort ansässigen Betriebe geschaffen – etwa für den Schokoladenhersteller Xocolat, der dort produziert. Bis 2030 investiert das Unternehmen etwa 100 Mio. Euro in den Ausbau, die Kälteleistung soll dabei von 250 auf 370 Megawatt steigen.

Kaltes Wasser transportiert Wärmeenergie ab

Fernkälte wird in Form von kaltem Wasser in sogenannten Kältezentralen produziert und über ein unterirdisches Leitungsnetz zu den Kund*innen transportiert. Dort nimmt es die überflüssige Wärme aus den Gebäuden auf und transportiert sie zurück zu den Kältezentralen, wo es erneut abgekühlt wird. Dieses System hat gegenüber konventionellen Klimaanlagen den Vorteil, dass die Abwärme nicht an die Umgebungsluft abgegeben wird. Dadurch heizen mit Fernkälte versorgte Gebäude die umliegende Stadt nicht weiter auf. Mit den Rückkühlern entfällt zudem ein gewisser Geräuschpegel, Dachflächen können anders genutzt werden und es gibt keine Konflikte mit dem Denkmalschutz.

Zur Gewinnung von Fernkälte setzt Wien Energie Ökostrom und Abwärme ein. Diese steht in Wien durch die Müllverbrennung auch im Sommer zur Verfügung, wenn weniger Leistung für die Fernwärme gebraucht wird. Wo das möglich ist, nutzt Wien Energie auch den Donaukanal für die Fernkälte. Über Wärmetauscher gibt das Fernkälte-Wasser die Wärmeenergie an das Wasser des Donaukanals ab. Im Winter, wenn die Wassertemperaturen im einstelligen Bereich sind und der Kältebedarf niedrig ist, reicht diese natürliche (Rück-)Kühlung phasenweise aus.

Eckdaten Fernkälte:

  • Netzlänge Wiener-Fernkälte: 33 Kilometer

  • Versorgte Gebäude: Etwa 300

  • Kältezentralen: 8 mit Netzanschluss, 17 lokale ohne Netzanschluss

  • Wiener Fernkälte-Leistung 2026: 250 Megawatt

Podcast-Folge zum Thema Fernkälte: https://energievoll.podigee.io/5-folge-4

Bildmaterial: https://wienenergie.at/media-46

Rückfragen & Kontakt

Mag. Martin Meyrath
Pressesprecher Wien Energie
Telefon: 0664 884 813 03
E-Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WSP

Bei Facebook teilen
Bei X teilen
Bei LinkedIn teilen
Bei Xing teilen
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel