- 23.09.2026, 08:00:40
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Haus der Geschichte Österreich gewinnt Staatspreis „Geschichte innovativ“
Das Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung (BMFWF) zeichnet das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) im November 2026 mit dem Österreichischen Staatspreis für Geschichtswissenschaften in der Kategorie „Geschichte innovativ“ aus. Der Preis würdigt das Disability History-Projekt des hdgö: Dieses verankert die Geschichte und die Perspektiven von Menschen mit Behinderungen partizipativ und inklusiv im kulturellen Erbe Österreichs.
Im April 2024 startete das Disability History-Projekt am hdgö. Es sammelt und bewahrt die politische und aktivistische Geschichte von Menschen mit Behinderungen sowie ihren Kampf um Selbstbestimmung – und macht ihn zugänglich, im Web und im Museum. Das Team entwickelte eine Web-Ausstellung mit Sammlungsaufruf. Statt der ursprünglich geplanten 30 Objekte boten Menschen dem Museum mehr als 400 Objekte an. Welche dieser Objekte in die Sammlung des hdgö und damit in die Bundessammlung aufgenommen werden, entschied das Museum gemeinsam mit einer Fokusgruppe. Zehn Selbstvertreter*innen, Aktivist*innen, Forscher*innen und Community-Archivar*innen prüften die Objekte gemeinsam mit dem hdgö. Die Jury würdigt neben dem partizipativen Ansatz und den Oral-History-Interviews auch die Begleitung des Projekts in einfacher Sprache.
„Ich gratuliere dem Team des Hauses der Geschichte Österreich herzlich zu dieser Auszeichnung. Ich freue mich, dass das Disability History-Projekt nun als innovatives Projekt mit spannenden Zugängen eine solche Anerkennung findet. Das Team um Monika Sommer sowie die Fokusgruppe haben mit ihrer inklusiven und digitalen Arbeit sowie mit neuen Objekten einen wichtigen Teil der österreichischen Geschichte für alle niederschwellig zugänglich gemacht“, so Michaela Mayr, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek.
Einige der Objekte, die das Museum im Rahmen des Disability History-Projekts in die Sammlung aufgenommen hat, sind in der hdgö-Hauptausstellung Neue Zeiten: Österreich seit 1918 zu sehen. Weitere bereits aufgearbeitete und katalogisierte Objekte stellt das hdgö in seiner Sammlung Online vor. Kurator*in des Projekts Vanessa Tautter führt außerdem Oral-History-Interviews mit Schenker*innen, die in trauma-informierten Gesprächen von ihren Objekten erzählen.
„Als Geschichtsmuseum wollen wir möglichst viele Perspektiven sichtbar machen. Mit dem Disability-History-Projekt haben wir die Geschichten von Menschen mit Behinderungen gesammelt, aufgearbeitet und in unsere Ausstellungen gebracht. Dass dieses Projekt nun mit dem ‚Geschichte innovativ‘-Staatspreis ausgezeichnet wird, ist eine große Wertschätzung für die Arbeit der Fokusgruppe und des gesamten Teams des hdgö. Was wir aus dem Projekt gelernt haben, prägt unsere tägliche Arbeit. Ich danke dem Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz für die wichtige Unterstützung des Projekts und dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung für diese bedeutende Auszeichnung“, sagt hdgö-Direktorin Monika Sommer.
Auf einen Blick
- Das Haus der Geschichte Österreich (hdgö) erhält den Österreichischen Staatspreis für Geschichtswissenschaften in der Kategorie „Geschichte innovativ“.
- Ausgezeichnet wird das Disability-History-Projekt, das die politische Geschichte von Menschen mit Behinderungen seit 1848 in Österreich sammelt und aufarbeitet.
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