- 21.09.2026, 13:01:02
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ÖGB, GPA, vida und younion: Neues Kindergartenjahr macht Handlungsbedarf in der Elementarpädagogik deutlich
Gewerkschaften fordern einheitliche Ausbildungsstandards für Assistent:innen und eine Aufwertung der Berufe
Mit dem Start des neuen Kindergartenjahres wird einmal mehr sichtbar, woran es in der Elementarpädagogik nach wie vor mangelt: ausreichend Personal, attraktive Arbeitsbedingungen, bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Der ÖGB sowie die Gewerkschaften GPA, vida und younion fordern verstärkte Maßnahmen zur Aufwertung der Berufe in der Kinderbildung und Kinderbetreuung. Besonderes Augenmerk legen die Gewerkschaften auf die Ausbildung von Assistent:innen, die einen unverzichtbaren Beitrag zum pädagogischen Alltag leisten.
„Die Elementarpädagogik ist das Fundament unseres Bildungssystems. Hier werden wichtige Weichen für den weiteren Bildungsweg und die persönliche Entwicklung von Kindern gestellt. Umso wichtiger ist es, dass alle Beschäftigten bestmöglich auf ihre verantwortungsvolle Tätigkeit vorbereitet werden. Einheitliche Ausbildungsstandards für Assistent:innen würden die Qualität sichern, die Beschäftigten stärken und einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Berufsfeldes leisten“, betont Christa Hörmann, gf. Bundesfrauenvorsitzende des ÖGB.
Die Gewerkschaften weisen darauf hin, dass die Arbeit in Kindergärten weit über Betreuung hinausgeht und wesentlich von pädagogischer Qualität geprägt ist.
„Pädagogische Arbeit startet, wenn die Kinder die Schuhe ausziehen, und endet, wenn sie sich die Jacke wieder anziehen. Sie lernen, sich wohlzufühlen und werden dabei unterstützt, sich gut zu entwickeln. Dazu braucht es umfassende pädagogische Arbeit“, sagt Karin Samer, Gewerkschaft GPA.
Sabine Slimar-Weißmann, gf. Bundesfrauenvorsitzende der younion _ Die Daseinsgewerkschaft, unterstreicht: „Bildung beginnt nicht erst mit dem Schuleintritt, sondern bereits ab dem ersten Tag im Kindergarten. Hier werden Kinder in ihrer sozialen, emotionalen, sprachlichen und kognitiven Entwicklung begleitet und wichtige Grundlagen für ihren weiteren Lebensweg gelegt.“
Gerade deshalb brauche es auch für Assistent:innen einheitliche und qualitativ hochwertige Ausbildungsstandards, sagt Melinda Hiebinger, Gewerkschaft vida und Betriebsrätin bei den Kinderfreunden: „Wer tagtäglich mit Kindern arbeitet, übernimmt große Verantwortung für deren Wohlergehen und Entwicklung. Deshalb müssen alle Kindergartenassistent:innen über dasselbe fundierte Wissen verfügen – etwa in den Grundzügen der Pädagogik, der Kommunikation, Erster Hilfe, der Hygiene und rechtlicher Fragen. Das ist wichtig für ein gutes Miteinander in der Kinderbildung und dafür, dem Beruf der Assistent:innen jenen Stellenwert zu geben, den er verdient.“
„Um diesen vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es ausreichend Personal und vor allem gut qualifizierte Fachkräfte. Denn nur wenn genügend Zeit, Aufmerksamkeit und fachliche Kompetenz vorhanden sind, können Kinder individuell begleitet, in ihrer Entwicklung bestärkt und in ihren Fähigkeiten gefördert werden“, sagt Judith Hintermeier, Bundesfrauenreferentin in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft, abschließend.
Die Gewerkschaften fordern:
- Bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards für Assistent:innen in der Elementarpädagogik
- Eine qualitativ hochwertige und fundierte Grundausbildung mit Inhalten wie Pädagogik, Kommunikation, Erste Hilfe, Hygiene und rechtlichen Grundlagen
- Eine Aufwertung der Berufe in der Elementarpädagogik durch bessere Anerkennung der tatsächlichen Verantwortung und Qualifikation
- Attraktive Arbeitsbedingungen, um mehr Menschen für die Berufe in der Kinderbildung und Kinderbetreuung zu gewinnen und langfristig zu halten
- Ausreichend Personalressourcen, damit pädagogische Qualität im Alltag sichergestellt werden kann
- Mehr Investitionen in die frühe Bildung, denn gute Elementarpädagogik ist eine Investition in die Zukunft der Kinder und der gesamten Gesellschaft
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Mag. Barbara Kasper
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