• 21.09.2026, 12:14:02
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Greenpeace: Aufhebung des CCS-Verbots ist gefährlicher Irrweg

Umweltschutzorganisation warnt vor milliardenschwerer Scheinlösung und fordert Investitionen in echten Klimaschutz

Wien (OTS) - 

Morgen wird im Ministerrat über die Aufhebung des Abscheidungs- und Speicherverbots für CO₂ diskutiert (CCS). Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert diesen Schritt scharf und bewertet das mögliche Ende des CCS-Verbots als gefährlichen Irrweg für die Energiewende. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, statt Milliarden von Steuergeld in CCS zu versenken, lieber in Maßnahmen zu investieren, die klimaschädliche Emissionen dauerhaft an der Wurzel reduzieren. Dazu zählen etwa der Ausbau erneuerbarer Energien, thermische Sanierungen und die Kreislaufwirtschaft.

Jasmin Duregger, Klima- und Energieexpertin bei Greenpeace in Österreich: „Die Aufhebung des CO₂-Speicherverbots ist kein Klimaschutz, sondern eine extrem teure Scheinlösung mit Verfallsdatum. Es ist völlig absurd, wertvolle Ressourcen und erneuerbare Energie darauf zu verschwenden, CO₂ aufwändig einzufangen und zu vergraben, statt die Emissionen von vornherein zu vermeiden.“

Die Kosten für die für CCS benötigte Infrastruktur werden auf über zehn Milliarden Euro geschätzt. Die Industrie hat bereits signalisiert, die Kosten dafür nicht alleine tragen zu wollen. Duregger: „Mit den veranschlagten Infrastrukturkosten von gut zehn Milliarden Euro könnten rund 750.000 Einfamilienhäuser mit Photovoltaik ausgestattet werden könnten, was jedes dritte Gebäude in Österreich direkt mit erneuerbarer Energie versorgen und die Haushalte nachhaltig entlasten würde.”

Begrenzte Speicherkapazitäten
Laut Umweltbundesamt könnten bis 2040 rund 9,2 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr aus der Industrie anfallen, während die realistischen heimischen Speicherressourcen auf etwa 118 Millionen Tonnen geschätzt werden. Bei den hohen CO₂-Abscheidemengen wären die heimischen Lagerstätten damit nach wenigen Jahren voll. Danach müsste der CO₂-Müll mit unklaren Langzeitfolgen und Risiken ins Ausland transportiert oder im Meer verpresst werden. Greenpeace warnt zudem vor ungeklärten Haftungsfragen bei Leckagen sowie unkalkulierbaren Folgekosten für zukünftige Generationen, sollte das verpresste CO₂ unbemerkt entweichen.

Inhalte auf einen Blick
Thema / Anlass: Anlässlich der morgigen Debatte im Ministerrat kritisiert Greenpeace die geplante Aufhebung des CO₂-Speicherverbots (CCS) scharf.
Hauptkritik: Die benötigte Infrastruktur kostet über zehn Milliarden Euro und die heimischen Speicherressourcen sind bei 9,2 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr nach wenigen Jahren erschöpft.
Hauptforderung: Beibehaltung des CCS-Verbots sowie gezielte Investitionen in erneuerbare Energien, thermische Sanierungen und Kreislaufwirtschaft.
Adressat: Bundesregierung und Ministerrat.
Quelle: Greenpeace Österreich

Rückfragen & Kontakt

Jasmin Duregger
Klima- und Energieexpertin
Greenpeace Österreich
Tel: +43 (0) 664 840 3803
E-Mail: [email protected]

Annette Stolz
Leitung Pressearbeit
Greenpeace Österreich
Tel.: +43 (0) 664 612 67 25
E-Mail: [email protected]

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