• 21.09.2026, 11:51:03
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FPÖ – Kaniak: „Patienten mit seltenen Erkrankungen brauchen raschen Zugang zu Therapien!“

Freiheitlicher Gesundheitssprecher fordert Beschleunigung der Erstattungsverfahren für zugelassene ‚Orphan Drugs‘, um Versorgungslücke zu schließen

Wien (OTS) - 

In Österreich sind rund 500.000 Menschen von einer der etwa 8.000 seltenen Erkrankungen betroffen. Diese oft genetisch bedingten und lebensbedrohlichen Krankheiten stellen für die Patienten und ihre Angehörigen eine enorme Belastung dar. Obwohl die pharmazeutische Forschung erhebliche Fortschritte bei der Entwicklung spezifischer Therapien, sogenannter Orphan Drugs, erzielt, bestehen in Österreich weiterhin erhebliche Hürden beim Zugang zu diesen Innovationen. Der freiheitliche Gesundheitssprecher und Vorsitzende des parlamentarischen Gesundheitsausschusses NAbg. Mag. Gerhard Kaniak wies heute auf die dringende Notwendigkeit hin, die Prozesse nach der Zulassung von Medikamenten zu optimieren.

„Für Patienten mit seltenen, oft fortschreitenden Erkrankungen ist Zeit ein kritischer Faktor. Es ist daher ein unhaltbarer Zustand, dass nach einer positiven Bewertung und Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) oft monatelange Verzögerungen im nationalen Erstattungsprozess folgen. Diese Lücke zwischen Zulassung und tatsächlicher Verfügbarkeit der Therapie für den Patienten muss dringend geschlossen werden“, erklärte Kaniak. Der hohe medizinische Bedarf und der oft große Leidensdruck der Betroffenen erforderten ein effizienteres System. „Die pharmazeutische Industrie investiert unter hohem Risiko erhebliche Mittel in die Forschung und Entwicklung von sogenannten ‚Orphan Drugs‘. Wenn diese Anstrengungen zu einer zugelassenen Therapie führen, müssen die heimischen Sozialversicherungsträger in der Lage sein, rasch und sachgerecht über deren Aufnahme in den Erstattungskodex zu entscheiden.“

Besonders im pädiatrischen Bereich sei die Situation dramatisch, da mehr als die Hälfte der seltenen Erkrankungen Kinder betreffe und 30 Prozent der betroffenen Kinder das fünfte Lebensjahr nicht erreichen. „Ein System, das innovative und zugelassene Behandlungsoptionen durch langwierige administrative Verfahren verzögert, wird seiner Verantwortung gegenüber den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft nicht gerecht. Hier geht es nicht um parteipolitische Auseinandersetzungen, sondern um eine gesundheitspolitische und ethische Notwendigkeit“, so der FPÖ-Gesundheitssprecher.

Kaniak forderte daher eine strukturelle Reform der Erstattungsverfahren für Arzneimittel gegen seltene Erkrankungen: „Wir benötigen einen klar definierten und beschleunigten Prozess – einen ‚Fast Track‘ – für zugelassene ‚Orphan Drugs‘. Ziel muss es sein, die Zeitspanne zwischen der zentralen EU-Zulassung und dem tatsächlichen Zugang für Patienten in Österreich auf ein Minimum zu reduzieren. Es ist an der Zeit, dass die Politik die Rahmenbedingungen schafft, damit medizinischer Fortschritt auch tatsächlich und ohne unnötige Verzögerung bei den Menschen ankommt, die ihn am dringendsten benötigen. Auch in diesem Bereich wurde von den letzten zwei Bundesregierungen unter ÖVP-Führung vieles im Argen und fahrlässig liegen gelassen. Auch das veraltete System der Chefärzte, die oft unterschiedlich und nach Gutdünken entscheiden, ist grundsätzlich zu hinterfragen und neu aufzusetzen.“

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