- 21.09.2026, 09:00:53
- /
- OTS0020
Mehr FSME-Fälle als im gesamten Vorjahr: Warum sich der Herbst für den Blick auf den Impfschutz lohnt
Die Zahl der FSME-Erkrankungen in Österreich liegt in diesem Jahr bereits über jener des gesamten Vorjahres. Das Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien erfasst laufend die hospitalisierten Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME): Für 2026 wurden bislang 148 bestätigte Infektionen registriert – im gesamten Jahr 2025 waren es 132. Fachleute nehmen die aktuellen Zahlen zum Anlass, an den eigenen Impfschutz zu erinnern. Denn Zecken sind längst kein reines Sommerphänomen mehr, und der Herbst bietet eine gute Gelegenheit, den Impfstatus zu überprüfen und gegebenenfalls eine erforderliche Impfung rechtzeitig vor der nächsten Zeckensaison zu planen – gerade in einem Land, in dem nahezu das gesamte Bundesgebiet als FSME-Risikogebiet gilt.
148 Fälle im Jahr 2026 – bereits mehr als im gesamten Vorjahr
Österreich zählt zu den am stärksten von FSME betroffenen Ländern Europas. Laut der laufenden Erfassung des Zentrums für Virologie der MedUni Wien wurden 2026 bislang 148 bestätigte FSME-Infektionen registriert – nach 132 Fällen im gesamten Jahr 2025. Regionaler Schwerpunkt ist Oberösterreich mit 63 Fällen, gefolgt von Tirol (25) und Salzburg (18).1 FSME-Fallzahlen unterliegen naturgemäß deutlichen jährlichen Schwankungen; über die vergangenen Jahre ist die Zahl der FSME-bedingten Spitalsaufenthalte jedoch insgesamt wieder gestiegen. FSME lässt sich nicht ursächlich behandeln – die FSME-Impfung ist eine wirksame vorbeugende Maßnahme gegen FSME.
Zecken bleiben bis in den frühen Winter aktiv
Zecken werden nicht durch die Jahreszeit, sondern durch die Temperatur gesteuert: Bereits ab rund 5 bis 8 Grad Celsius können sie aktiv werden und auf Menschen oder Tiere warten.2 Milde Herbst- und Wintertage – die im Zuge des Klimawandels immer häufiger auftreten – verlängern ihre Aktivitätsphase weit über den Sommer hinaus.3 Die klassische, klar abgegrenzte „Zeckensaison" gehört damit zunehmend der Vergangenheit an, und Zeckenschutz wird nahezu ganzjährig relevant.
Fast ganz Österreich ist Risikogebiet
Anders als in manchen Nachbarländern stuft die AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) nahezu das gesamte Bundesgebiet als FSME-Risikogebiet ein.4 Das Infektionsrisiko besteht damit praktisch flächendeckend – bei Spaziergängen ebenso wie bei Gartenarbeit, Wanderungen oder Radtouren. Der Österreichische Impfplan empfiehlt die FSME-Impfung deshalb grundsätzlich für die gesamte in Österreich lebende Bevölkerung.5
Durchimpfungsrate sinkt – nur 28 % haben aufrechten Schutz
Österreich verdankt seine international beispielhafte FSME-Bilanz einer jahrzehntelang sehr hohen Durchimpfungsrate. Doch diese Rate sowie der Anteil jener, die sich regelmäßig auffrischen lassen, gehen seit einigen Jahren laufend zurück – während das Infektionsrisiko unverändert hoch bleibt.
Besonders aufschlussreich ist der Blick auf den tatsächlichen Schutz: Laut einer aktuellen Marktforschung (IPSOS 2025; 7.090 Befragte aus Österreich, davon 3.411 Geimpfte) verfügen nur 28 % der Geimpften über ein abgeschlossenes Impfschema und damit über einen aufrechten Schutz vor FSME.6 Wer die Grundimmunisierung nicht vollständig absolviert oder fällige Auffrischungen versäumt hat, ist trotz „Impfung im Impfpass" unter Umständen nicht ausreichend geschützt.
Den Herbst für den Impfstatus-Check nutzen
Die aktuellen Zahlen unterstreichen, wie wichtig ein aufrechter Impfschutz bleibt. Wer bereits grundimmunisiert ist, sollte den Abstand zur letzten Impfung im Blick behalten: In Österreich wird nach der Grundimmunisierung die erste Auffrischung nach drei Jahren empfohlen, danach alle fünf Jahre – ab dem 60. Lebensjahr alle drei Jahre. Der Herbst bietet eine gute Gelegenheit, den Impfpass oder e-Impfpass zu kontrollieren und erforderliche Impfungen rechtzeitig zu planen: Die akute Hochsaison ist vorbei, und wer jetzt handelt, geht rechtzeitig geschützt in die nächste Zeckensaison. Ein Termin bei Haus- oder Kinderärztin bzw. -arzt oder in der Apotheke schafft Klarheit über den individuellen Impfstatus.
Impfen heißt Verantwortung tragen. Für den Einzelnen und die Gesellschaft.
Mehr auf www.oevih.at. Folgen Sie uns auf LinkedIn, Youtube und X.
Quellen / Referenzen
1. Zentrum für Virologie, Medizinische Universität Wien – FSME-Fallzahlen Österreich (laufende Erfassung hospitalisierter Fälle, Stand 15.09.2026). https://viro.meduniwien.ac.at/forschung/virus-epidemiologie/fsme-1/
2. Qviller L, Grøva L, Viljugrein H, Klingen I, Mysterud A: Temporal pattern of questing tick Ixodes ricinus density at differing elevations in the coastal region of western Norway. Parasites & Vectors. 2014;7:179. https://doi.org/10.1186/1756-3305-7-179
3. Hauser G, Rais O, Morán Cadenas F, Gonseth Y, Bouzelboudjen M, Gern L: Influence of climatic factors on Ixodes ricinus nymph abundance and phenology over a long-term monthly observation in Switzerland (2000–2014). Parasites & Vectors. 2018;11:289. https://doi.org/10.1186/s13071-018-2876-7
4. AGES – Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit: FSME / FSME-Risikogebiete Österreich. https://www.ages.at/mensch/krankheit/krankheitserreger-von-a-bis-z/fsme
5. Impfplan Österreich 2025/2026 (BMASGPK) – FSME-Impf- und Auffrischschema. https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Gesundheit/Impfen/impfplan.html
6. IPSOS-Marktforschung „TBE Coverage & Compliance – Austria; 2025", abrufbar unter https://static.webfiles.pfizer.com/tbe-survey25
Rückfragen & Kontakt
ÖVIH - Österreichischer Verband der Impfstoffhersteller
Mag.a rer.nat Renée Gallo-Daniel
Telefon: -
E-Mail: [email protected]
Website: https://www.oevih.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | IPF






