• 18.09.2026, 13:18:02
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Hilfswerk zum Welt-Alzheimertag: Wie die Betreuung betroffener Angehöriger trotz räumlicher Distanz gelingt.

Ältere Menschen und ihre Kinder leben zunehmend weiter entfernt voneinander. Kommt Alzheimer ins Spiel, braucht es spezielle Betreuungsarrangements. Auch die Politik muss handeln.

Wien (OTS) - 

Anlässlich des Welt-Alzheimertages, am 21. September, erinnert das Hilfswerk an die großen Herausforderungen für pflegende und sorgende Angehörige, deren Familienmitglieder mit der Diagnose Demenz leben. „Ältere Menschen wollen möglichst lange zu Hause leben, das gilt auch für Personen mit einer demenziellen Erkrankung wie Alzheimer“, sagt Othmar Karas, Präsident des Hilfswerk Österreich. „Gerade im Falle einer Demenz ist die vertraute Umgebung wichtig. Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung mag es für manche Betroffene sinnvoll sein, in eine Einrichtung zu übersiedeln, die auf die Betreuung von Menschen mit Demenz spezialisiert ist. Aber in vielen Fällen ist auch ein Leben zu Hause noch möglich, sogar wenn die Angehörigen nicht vor Ort sind“, weiß Karas aus der Praxis des Hilfswerks. Obwohl rund 300.000 Angehörige in Österreich nicht in direkter Nähe leben, kümmern sie sich um Familienmitglieder mit Unterstützungsbedarf.

Was die Politik für eine Verbesserung der Lage tun muss

Eine demenzielle Erkrankung ist für Betroffene und Angehörige eine vielschichtige Herausforderung. Wenn man nicht in räumlicher Nähe lebt, gilt dies umso mehr. Eine von Alzheimer betroffene Person kann gerade zu Beginn der Erkrankung noch gut zu Hause leben, wenn man spezifische Vorkehrungen trifft und entsprechende Betreuungsarrangements schafft. Sicherheitsmaßnahmen wie beispielsweise selbstabschaltende Herde oder Notrufsysteme mit Trackingfunktionen können hilfreich sein. Auch die Einbindung besonderer Vertrauenspersonen vor Ort, von Selbsthilfeinitiativen, von Besuchs- und Begleitdiensten sowie, wenn notwendig, mobilen Betreuungs- und Pflegediensten kann Probleme lösen. In vielen Fällen ist mit fortschreitender Symptomatik jedoch die 24-Stunden-Betreuung meist die einzige Chance, trotz demenzieller Einschränkungen ohne Angehörige vor Ort im eigenen Haushalt zu leben.

„Und hier hat die Politik gut zu tun“, meint Hilfswerk-Präsident Karas. „Man trägt die Stärkung der Pflege und Betreuung zu Hause zwar gerne in Sonntagsreden und bei Anlässen wie dem Welt-Alzheimertag vor sich her, aber tatsächlich geschehen ist bisher wenig“, kritisiert Karas. Bund und Länder seien gefordert, die Leistbarkeit von Diensten, die zu Hause helfen, zu verbessern. Dazu gehören laut Hilfswerk Besuchs- und Begleitdienste ebenso wie Heimhilfe und Hauskrankenpflege. Aber auch wertvolle Selbsthilfeinitiativen wie beispielsweise Promenz müssten besser unterstützt werden.

Ein besonders kärgliches Förderdasein fristet die 24-Stunden-Betreuung. „Die staatliche Förderung der 24-Stunden-Betreuung hat sich über die Jahre massiv entwertet und wurde nie ausreichend angepasst, geschweige denn ernsthaft verbessert. Und die Einkommensgrenze, die darüber entscheidet, ob man überhaupt Zugang zur Förderung bekommt oder nicht, ist seit 2007 nicht nachgezogen worden. Das ist eigentlich ein Skandal. Hier lässt man die Menschen einfach hängen. Gerade jene mit demenziellen Erkrankungen und deren Angehörige brauchen dringend bessere und leistbare Unterstützung“, fordert Karas.

Über das Hilfswerk Österreich

Das Hilfswerk Österreich ist mit seinen Landes- und Teilverbänden einer der größten gemeinnützigen Anbieter gesundheitlicher, sozialer und familiärer Dienste in Österreich. Als Arbeitgeber von rund 7.000 Pflegefachkräften und Betreuungskräften pflegt und betreut das Hilfswerk laufend mehr als 31.000 ältere und chronisch kranke Menschen. Damit ist das Hilfswerk in Österreich die Nr. 1 in der Pflege zu Hause. Zudem ist das Hilfswerk als Träger stationärer Einrichtungen für zwanzig Seniorenpensionen/-heime, 21 geriatrische Tages(struktur)zentren sowie 82 Einrichtungen des Betreuten Wohnens zuständig.

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